es betritt . « » Sehr gut ! Sehr gut ! Angenommen ! Darauf kann ich Ihnen mein Wort geben ! Sie reisen also morgen ? « » Ja , Sir , sehr früh . « » Werden Sie heute nach dem Mittagsessen in den Salon hinunterkommen ? « » Nein , Sir . Ich muß meine Reisevorbereitungen treffen . « » So müssen wir uns denn jetzt schon für eine kurze Spanne Zeit Lebewohl sagen ? « » Vermutlich , Sir . « » Und wie betragen sich die Menschen bei dieser Ceremonie des Abschiednehmens , Jane ? Lehren Sie mich das . Ich verstehe mich nicht recht darauf . « » Sie sagen : Lebewohl oder irgend ein anderes Wort , das ihnen gerade einfällt . « » Also sagen Sie es . « » Leben Sie wohl für einige Zeit , Mr. Rochester . « » Und was muß ich sagen ? « » Dasselbe , wenn Sie wollen , Sir . « » Leben Sie wohl für einige Zeit , Miß Eyre ! Und ist das alles ? « » Ja . « » Nach meinen Begriffen klingt das armselig und unfreundlich und kalt und herzlos . Ich möchte noch etwas anderes . Einen kleinen Anhang für den Ritus . Wenn man sich zum Beispiel die Hände reichte – ; aber nein , – das würde mich auch noch nicht zufrieden stellen . Sie wollen also nichts weiter thun , als mir einfach Lebewohl sagen , Jane ? « » Es genügt , Sir ; ein einziges Wort enthält oft mehr Herzlichkeit als deren viele ! « » Vielleicht ! Aber es klingt doch leer und kalt , dies – Lebewohl ! « » Wie lange wird er noch so mit dem Rücken an die Thür gelehnt dastehen ? « fragte ich mich , » ich möchte gern mit dem Packen anfangen . « Die Mittagsglocke wurde geläutet , und plötzlich schoß er pfeilschnell ohne ein weiteres Wort zur Thür hinaus . Ich sah ihn an diesem Tage nicht wieder , und am nächsten Morgen war ich schon lange unterwegs , bevor jemand im Hause aufgestanden war . Am Nachmittage des ersten Mai erreichte ich das Parkhüterhäuschen von Gateshead , Es war gegen fünf Uhr . Bevor ich nach dem Herrenhause hinaufging , trat ich hier ein . Es war außerordentlich sauber und hübsch . Vor den architektonisch schönen Fenstern hingen kleine , weiße Vorhänge ; der Fußboden war fleckenlos ; der Herd und die Feuerzange waren blank poliert , und das Feuer loderte lustig empor . Bessie saß in der Ofenecke und säugte ihren jüngstgeborenen , und Robert und sein Schwesterchen spielten still in einem Winkel des traulichen Gemaches . » Gott segne Sie ! – ich wußte ja , daß Sie kommen würden ! « rief Mrs. Leaven bei meinem Eintritt aus . » Ja , Bessie , « sagte ich , nachdem ich sie umarmt hatte , » und hoffentlich komme ich nicht zu spät ! Wie geht es Mrs. Reed ? – Sie ist doch noch am Leben ? « » Ja , sie lebt noch ; und sie hat die Besinnung teilweise wieder erlangt . Der Doktor sagt , daß es noch eine oder zwei Wochen mit ihr dauern kann ; aber auf eine endliche Besserung dürfen wir nicht hoffen . « » Hat sie meiner kürzlich wieder erwähnt ? « » Heute Morgen erst hat sie von Ihnen gesprochen und gewünscht , daß Sie kommen möchten . Aber jetzt schläft sie . Wenigstens schlief sie , als ich vor zehn Minuten oben im Herrenhause war . Gewöhnlich liegt sie während des ganzen Nachmittags in einer Art von Lethargie und erwacht erst gegen sechs oder sieben Uhr . Miß , wollen Sie sich hier nicht eine Stunde ausruhen ? Später werde ich dann mit Ihnen hinaufgehen . « Hier trat Robert ein , und Bessie legte ihr schlafendes Kind in die Wiege , um ihn zu bewillkommnen . Dann bestand sie darauf , daß ich meinen Hut abnehmen und eine Tasse Thee trinken solle ; denn ich sehe so müde und blaß aus , sagte sie . Ich war froh und nahm ihre Gastfreundschaft dankend an . So widerstandslos wie ich mich als Kind von ihr entkleiden ließ , gestattete ich ihr auch jetzt , mir meine Reisekleider abzunehmen . Wie die alten Zeiten in meiner Erinnerung wieder auflebten , als ich ihrem geschäftigen Treiben zusah ! Sie deckte den Theetisch mit ihrem besten Porzellan , schnitt die Butterbrote , röstete einen Theekuchen , und gab dem kleinen Robert und Jane hier und da einen kleinen Schlag oder Stoß – gerade so wie sie es in vergangenen Tagen mit mir zu thun pflegte . Bessie hatte sich ihr rasches Wesen ebensogut bewahrt , wie ihren leichten Schritt und ihr hübsches Gesicht . Als der Thee fertig war , wollte ich mich an den Tisch setzen , aber in ihrem alten , befehlenden Ton sagte sie mir , ich solle still sitzen . Sie sagte , sie müsse mir am Kaminfeuer servieren ; und dann stellte sie einen kleinen , runden Tisch mit meiner Tasse und einem Teller gerösteter Weißbrotschnitten vor mich hin ; gerade so wie sie mich früher mit irgend einem heimlich erbeuteten Leckerbissen zu versorgen pflegte , wenn ich in meinem Kinderstuhl saß . Ich lächelte und gehorchte ihr , wie ich es damals gethan . Sie wollte dann wissen , ob ich glücklich in Thornfield-Hall sei , und ich sollte ihr erzählen , was für eine Persönlichkeit die Frau des Hauses sei . Und als ich ihr gesagt , daß Thornfield nur einen Herrn habe , wollte sie wissen , ob er liebenswürdig und gut sei und ich ihn gern habe . Ich erzählte ihr , daß er eigentlich ein häßlicher Mann , aber durchaus ein Gentleman sei , daß er mich mit großer Güte behandle , und ich mich dort glücklich fühle . Ferner beschrieb ich ihr