von unserem Fürsten - « » Das ist Euer Fürst . Der meinige nimmer . « Die Erregung verwandelte Lamperts Stimme in ein rauhes Krächzen . » So will ich sagen : Ich habe Vollmacht von meinem Fürsten , die gerechte Lösung und ehrlichen Frieden zu bieten , wenn du schuldlos bist . Und daß du es bist , das weiß ich . Runotter , ich glaube an dich . « Über die schwere Gestalt des Bauern lief ein Zittern . Er wankte ein wenig , wie von einem wuchtigen Hieb getroffen . Dann stand er wieder in seiner steinernen Härte , wortlos , mit starrglänzenden Augen . » Runotter ? Warum bleibst du so stumm ? « Mühsam sagte der Bauer : » Weil Eure Stimm mir weh tut . Seit gestern weiß ich , für wen Ihr den Hals so verschrien habt . « Lampert nickte . » Für dein Recht ! Hab Vertrauen zu mir ! Sag mir , wie alles gewesen ist ! « » Das weiß ich nimmer . Jetzt ist alles anders geworden . Da ist kein Reden mehr , kein Fried und kein Rückweg . Wenn Euer Fürst sich der Güt besinnt , soll er gerecht sein gegen die Ramsauer , die Eure Gadnischen Hofleut hineingehetzt haben in die Untreu der Ängstlichen . « » Das will ich erwirken . « » Vergelt ' s Gott , guter Herr ! Für die anderen . Mich lasset aus dem Spiel ! Für mich ist die Ramsau nimmer auf der Welt . Und Euer Fürst , der ist tot für mich . « Die Stimme des Bauern wurde grell . » Einmal hab ich die Treu meines Lebens zerbrochen im Zorn . Das reut mich , daß es mir hart an die Leber geht . Jetzt hab ich wiederum Treu geschworen . Die halt ich bis in den Tod , Reitet heim , Jungherr - « Runotter verstummte und sah mit glasigen Augen den Kopf des Moorle an . Langsam hob er die Hand , blies die graue Asche von der Stirn des Rappen und streichelte ihm sanft die Nüstern . » Gottes Vergelts , du gutes Roß ! Weil du meinen Jakob getragen hast auf deinem Buckel ! « Er wandte sich und wollte gehen . » Runotter ! « stammelte Lampert erschüttert . Und schwieg eine Weile . Und stieß es mühsam vor sich hin : » Denkst du nicht an dein ander Kind ? « Der Bauer sagte über die Schulter : » Mein Kind ist weit . Was geht ' s Euch an ? Wie die Herren ihr Traid geworfen haben , so ist ' s aufgegangen für mich und mein Weib , für meinen Buben und mein Maidl . « Er sah diesen ratlosen Kummer in Lamperts Gesicht . » Nichts für ungut , Jungherr ! Ihr , weiß ich , habt ' s redlich gemeint . Vergelt ' s Gott ! Aber jetzt ist das so ! Was die Säu verwüstet haben , das macht auch kein Heiliger nimmer sauber . « Er schnaufte schwer und ging . » Runotter ! « Lampert streckte erschrocken die Hand . » Ein End , Herr ! Und daß ich ehrlich bin : Heut habe ich einen Rausch . Den muß ich ausschlafen . Weil ich nüchtern sein muß , wenn die Gadnischen Hofleut stürmen . « Unter rauhem Lachen ging Runotter zur Sperrschanze , schlüpfte mit Kopf und Armen in die Strickschlinge , rüttelte am Seil und schrie : » Wie , Leut ! Lupfet mich in die Höh ! « - - - Jetzt konnten die beiden auf dem Fuchsenstein den Runotter nimmer sehen . Weil ihn der Wall verdeckte . Sie sahen nur , wie unter dem ohrzerreißenden Liedergebrüll jener graue , Reiter zögernd davonritt durch das Aschenfeld . Und ohne sonderlichen Menschenwitz war es zu merken , daß die zwei in der Asche da drunten - mochten sie was immer miteinander geredet haben - nicht eines Sinnes geworden . Malimmes mußte flink seinen Arm um den Buben legen , dem ein Laut aus der Kehle quoll wie der zerdrückte Atem eines Erstickenden . » Da mußt du dich nit sorgen . Jul ! Heut hat er bloß einen halben Weg getan . Das Stündl kommt noch , wo er den ganzen tut . Der Weg zum Verstand geht allweil treppelweis . « Das blasse Gesicht des Buben im schmalen Oval der Kettenhaube war entstellt . Nicht mit der Stimme eines jungen Harnischers , sondern mit dem Stammeln eines hilflos verstörten Mädels fragte Jul : » Hast du - ? « » Was ? « » Hast du - heut , am Morgen - geredet - mit ihm ? « » Ich ? « Der Söldner machte verwunderte Augen . » Nit ein Wörtl ! « Das war so ehrlich gesagt , daß man ' s glauben mußte . Und als der Bub aufatmete , lachte Malimmes . » Zum Reden ist gar nit Zeit gewesen . Mein heiliges Jörglein hat mich so flink aus der Not geschupft , daß ich schon den Hallturmer Stank in der Näh geschmeckt hab , eh ' s mir eingefallen ist , daß ich dem Jungherren ein Vergeltsgott hätt sagen müssen . « Der Mensch ist allweil ein undankbares Luder . Da streckte er plötzlich in Neugier den Hals . Auf der Straße von Plaien sah er einen Kundschafter auf keuchendem Gaul heraufjagen zur Sperrschanze . » Höia ! Mir daucht , da blast ein Wind , der nit gut ist ? Komm , Bub ! « Er packte den Falben am Zügel . Und die beiden Pferde kletterten über den Hang des Fuchsensteines hinunter . Unter ihnen schoß der erschöpfte Reiter vorbei . Herr Seipelstorfer lief ihm entgegen . Und der Reiter , im Sattel hängend , redete atemlos auf den Hauptmann herunter . Der knirschte einen Fluch und faßte einen Trabanten am Arm . » Flink ! Die Straß hinunter ,