, dorten heimisch , der hier mit seinem Lieb getanzt hat . « Wiewohl ich vom Boten aus Böheim mehr über Thekla herauszubringen suchte , wußte er nichts als das schon Berichtete . Dies mußte er oft wiederholen , und jedes Wort , jede Gebärde Theklas , jeden Zug in ihrem Angesicht beschreiben . Dann hielt ich mich an Segebodo und erzählte , was ich mit Thekla durchlebt . Nicht ohne Unruhe dachte ich an Zetteritz . Wie ging es zu , daß Thekla so lange in seinem Hause verweilen konnte ? Was hielt sie ? Seine Mutter ? Thekla nennt sie ihre Beschützerin . Nun freilich , das läßt sich hören . Geduld ! Alles wird bald klar ! Am dritten Reisetage zählte ich die Stunden und jeden Schritt des Rosses . Wie ein Schmachtender nach Labetrunk verlangt , so brannte mein Herz und konnte kaum sein Heil erwarten . Nun wies der Bote auf eine Häusergruppe hinter Büschen : » Da ist Altenhof . « Segebodo zügelte sein Pferd . » Halt ! Erst gilt es zu beraten . Den Boten , denk ich , kannst du entlassen , Johannes ! « Ich stimmte bei und gab dem Boten seine Handvoll Gold . Er strahlte ob der reichen Gabe und nahm Urlaub unter Dank und Hutschwenken . » Laß mich allein hinreiten « , sprach Segebodo ; » ich werde kundschaften , ob die Luft rein . Denn es könnte ja der Zetteritz bereits gekommen sein . Wenn ich pfeife , so komme du mit den Leuten nachgeritten . « Ich nickte und hielt mit den Vieren auf der Straße , indessen Segebodo nach dem Hause ritt . Bald darauf hörte ich ihn mit erhobener Stimme sprechen , doch waren die Worte nicht zu verstehen . Dann kam er im Galopp , sein Feuerrohr in der Faust , finstern Blickes . Ich wußte nun schon , daß er nichts Gutes bringe , zog den Degen und ließ die Feuerwaffen in Bereitschaft setzen . » Der Zetteritz ist da « , meldete Segebodo ; » wie ich hinkam , starrten mir aus Schießscharten Rohre entgegen , und eine Stimme rief : Halt , was gibt ' s ? Reiße nicht aus , sonsten schießen wir , steh Rede ! Was willst du ? - Ich sagte nun : Wohnet allhie die hochgeborene Gräfin Schlick , Frau Tilesia ? Dann habe ich Botschaft für sie . - Richte die Botschaft aus ! Wer sendet dich ? hieß es . Ich gab zur Antwort : Mein Herr ist bei mir und wünscht Frau Tilesia zu sprechen . - Dann muß er erst mich sprechen , ich bin der Ritter Zetteritz , kaiserlicher Obrist . Bring deinen Herrn her ! - Und ich erwiderte : Vor Eure Feuerrohre mag ich ihn nicht bringen . So Ihr aber ohne Waffen mit ihm verhandeln wollet , wird er sich einfinden . Kommet unbewaffnet heraus , in ziemlichem Abstande von Euren Leuten mag die Unterredung stattfinden . Auch wir werden ohne Waffen kommen . - Diese Proposition hat der Zetteritz angenommen . War ' s recht von mir getan , Johannes , und bist du einverstanden ? « Ich nickte düster und seufzete , den Hoffnungen grollend , die mir ein nahes Glück vorgegaukelt hatten . Dann gab ich meine Waffen in die Hände meiner Leute , Segebodo tat desgleichen und befahl , man solle abwarten und nicht eher herbeieilen , als bis er pfeife . Zu Fuße nun begaben wir uns nach dem Hause . Es war von Steinmauer und einem Graben umgeben , den ein Bach mit Wasser gefüllt hatte ; hinüber führte eine Zugbrücke zum festen Tor . In angemessener Entfernung blieben wir stehen , Segebodo winkte mit dem Hut . Da kam durch die Torpforte ein Mann in fürnehm soldatischer Tracht , und ich erkannte Zetteritz . Bleich und finster sah er aus , seine höhnische Art verzerrte ihm die Miene , als er sprach : » Sehet doch , der Tielsch ! Ich ahnte ja , der steckt dahinter . Doch warum kommt Er nicht allein , Tielsch ? Hab ich nicht mit Seinem Boten ausgemacht , daß nur wir zwei mitsammen reden ? « Ich schwieg , Segebodo gab zur Antwort : » Nichts für ungut ! Der Herr Ritter mag es halten wie mein Herr , und von seinen Leuten einen zur Unterredung herzuziehen . Nicht anders hab ichs gemeint . « Da winkte Zetteritz nach seinem Hause und rief einen Namen , worauf ein Soldat aus der Pforte kam und herbeieilte . Es fiel mir auf , daß der den Degen an der Seite trug , doch ich sagte nichts dawider , weil meine peinliche Ungeduld Auskunft über Thekla begehrte . Zetteritz kam mir im Reden zuvor mit einem grimm lauernden Blicke : » Wo hast du sie ? Gib Thekla heraus ! « Auf den Grund seines Herzens suchte ich meinen Blick zu bohren , als ich versetzte : » Ebendiese Worte wollte ich an dich richten , Zetteritz . « Die Zornröte schoß ihm ins Gesicht , er starrte wie ein lauernd Raubtier und polterte heraus : » Keine Flausen , Schelm ! Gib sie heraus , sage ich ! Hast sie ja entführen lassen . « Ob dieser Rede , die keine Lüge sein konnte , stutzte ich und tat einen fragenden Blick auf Segebodo . Der zuckte die Achsel : » Entführt ist Thekla ? « stammelte ich beklommen . Mich immerfort anstarrend lächelte Zetteritz bös : » Heuchler ! Mich täuschest du nicht . Vor drei Stunden war ein Weib hier , das sie entführt hat . « - Ich schrak zusammen ; mir kam der Einfall , die eifersüchtige Berthulde könne mir zuvorgekommen sein und Thekla beseitigt haben . » Ein Weib ? Wie sahe das Weib aus ? « Zetteritz winkte mit rollendem Auge dem Soldaten , der bei ihm war , und dieser antwortete : » Eine saubere Jungfer