kann es sein ? « fragte halblaut der Wütende . » Ein Römer ? Montanus ? Nein ! O nur - nur nicht er - sag ' nein , Alter , nicht Er « ... - Und er faßte ihn am Gewande . » Wer ? wen meinst du ? « » Der mit mir landete - der Gote : doch ja , er muß es sein , es liebt ihn ja alles : Totila ! « » Er ist ' s ! « sagte Valerius und suchte begütigend seine Hand zu fassen . Doch mit Schrecken ließ er sie los : ein zuckender Krampf rüttelte den ehernen Leib des starken Korsen : er streckte beide Hände starr vor sich hin , als wollte er den Schmerz , der ihn quälte , erwürgen . Dann warf er das Haupt in den Nacken und schlug sich die beiden geballten Fäuste grausam gegen die Stirn , den Kopf schüttelnd und laut auflachend . Entsetzt sah Valerius diesem Toben zu , endlich glitten die gepreßten Hände langsam herab und zeigten ein aschenfahles Antlitz . » Es ist aus , « sagte er dann mit bebender Stimme . » Es ist ein Fluch , der mich verfolgt : ich soll nicht glücklich werden im Weibe . Schon einmal - hart vor der Erfüllung ! Und jetzt - ich weiß es - , Valerias Seelenzucht und klare Ruhe hätte auch in mein wild schäumendes Leben rettenden Frieden gebracht : ich wäre anders geworden - - besser . Und sollte es nicht sein « - hier funkelte sein Auge wieder - , » nun , so wär ' es fast das gleiche Glück gewesen , den Räuber dieses Glücks zu morden . Ja , in seinem Blute hätte ich gewühlt und von der Leiche die Braut hinweggerissen - und nun ist Er es ! Er , der einzige , dem Ahalla Dank schuldet und welchen Dank « - - - Und er schwieg , mit dem Haupte nickend und wie verloren in Erinnerung . » Valerius , « rief er dann plötzlich sich aufraffend , » ich weiche keinem Mann auf Erden - ich hätt ' es nicht getragen , hinter einem andern zurückzustehen - doch Totila ! - Es sei ihr vergeben , daß sie mich ausschlägt , weil sie Totila gewählt . Leb wohl , Valerius , ich geh ' in See , nach Persien , Indien - ich weiß nicht , wohin - ach , überallhin nehm ' ich diese Stunde mit . « Und rasch war er hinaus , und gleich darauf entführte ihn sein pfeilgeschwindes Boot dem kleinen Hafen der Villa . - Seufzend verließ Valerius das Gemach , seine Tochter zu suchen . Er traf im Atrium auf Totila , der sich schon wieder verabschiedete . Er war nur gekommen , zu rascher Rückreise nach Neapolis zu treiben . Denn Belisar habe sich wieder von Afrika abgewendet und kreuze bei Panormus : jeden Tag könne die Landung auf Sizilien , in Italien selbst erfolgen und trotz all ' seines Dringens sende der König keine Schiffe . In den nächsten Tagen wolle er selbst nach Sizilien , sich Gewißheit zu schaffen . Die Freunde seien daher hier völlig unbeschützt : und er beschwor den Vater Valerias , sofort auf dem Landwege nach Neapolis heimzukehren . Aber den alten Soldaten empörte es , vor den Griechen flüchten zu sollen : vor drei Tagen könne und wolle er nicht weichen von seinen Geschäften , und kaum war er von Totila zu bestimmen , eine Schar von zwanzig Goten zur notdürftigsten Deckung anzunehmen . Mit schwerem Herzen stieg Totila in seinen Kahn und ließ sich an Bord des Wachtschiffes zurückbringen . Es war dunkler Abend geworden , als er dort ankam , ein Nebelschleier verhüllte die Dinge in nächster Nähe . Da scholl Ruderschlag von Westen her , und ein Schiff , kenntlich an der roten Leuchte an dem hohen Mast , bog um die Spitze eines kleinen Vorgebirges . Totila lauschte und fragte seine Wachen : » Segel zur Linken ! was für Schiff ? was für Herr ? « » Schon angezeigt vom Mastkorb : « - hallte es wieder - » Kauffahrer - Furius Ahalla - lag hier vor Anker . « » Fährt wohin ? « » Nach Osten - nach Indien ! « - Zehntes Kapitel . Am Abend des dritten Tages seit Totila die gotische Bedeckung geschickt , hatte Valerius endlich seine Geschäfte beendet und auf den andern Morgen die Abreise festgesetzt . Er saß mit Valeria und Julius beim Nachtmahl und sprach von den Aussichten auf Erhaltung des Friedens , die des jungen Helden Kriegesdurst doch wohl unterschätzt habe : es war dem Römer ein unerträglicher Gedanke , daß » Griechen « das teure Italien in Waffen betreten sollten . » Auch ich wünsche den Frieden , « sprach Valeria , nachsinnend - » und doch - « » Nun ? « fragte Valerius . » Ich bin gewiß , du würdest , « vollendete das Mädchen , » im Krieg erst Totila so lieben lernen , wie er es verdient : er würde für mich streiten und für Italien . « - » Ja , « sagte Julius , » es steckt in ihm ein Held und Größeres als das . « - » Ich kenne nichts Größeres , « antwortete Valerius . Da erschollen auf dem Marmorestrich des Atriums klirrende Schritte und der junge Thorismuth , der Anführer der zwanzig Goten und Totilas Schildträger , trat hastig ein . » Valerius , « sprach er schnell , » laß die Wagen anschirren , die Sänften in den Hof - ihr müßt fort . « Die Drei sprangen auf : » Was ist geschehn - sind sie gelandet ? « - » Rede , « sprach Julius , » was macht dich besorgt ? « - » Für mich nichts , « lachte der Gote , » und euch wollt ich nicht früher schrecken als unvermeidlich