hieß Brösicke . Als der König seinen Namen hörte , sagte er bloß : » Er ist aus der Mark « und gleich zum Folgenden : » Wie heißt er ? « – » Suhm , Ew . Majestät . « – Der König : » Sein Vater ist der Postmeister ? « – » Ja , Ew . Majestät . « – Der König : » Wenn sein Vater nicht 4000 Taler hat , soll er an mich schreiben . « – Der Vater des Suhm war nämlich schwer blessiert ( wenn ich nicht irre , hatte er beide Beine verloren ) , und hatte die Stelle als Versorgung erhalten . Er war ein Bruder des Suhm , mit dem Friedrich in Korrespondenz war , die gedruckt ist . Nun kam die Reihe an mich . » Wie heißt er ? « – » Knesebeck , Ew . Majestät . « – » Was ist sein Vater gewesen ? « – » Leutnant bei Ew . Majestät Garde . « – Der König : » Ach , der Knesebeck ! « und mit ganz veränderter , teilnehmender Stimme gleich zwei Fragen hintereinander an mich richtend , fuhr er fort : » Wie geht es denn seinem Vater ? Schmerzen ihn seine Blessuren noch ? « Mein Vater war nämlich bei Kolin schwer blessiert und quer durch den Leib und Arm geschossen . » Grüß Er doch seinen Vater von mir ! « Und als er sich schon wenden wollte , noch einmal sich umsehend und den Zeigefinger der rechten Hand , an welcher der Stock baumelte , emporhebend und mich noch einmal ansehend , sagte er mit gnädiger Stimme : » Vergeß Er es mir auch nicht ! « – Ach , seitdem sind fünfundsechzig Jahre verflossen ( so schließt Knesebeck ) , und ich habe diesen Gruß , der gleich bestellt wurde , da ich Urlaub dazu erhielt , und noch weniger den Ton der Stimme vergessen , mit welchem er gesprochen wurde . Lob des Krieges 5 Es leb ' der Krieg ! Im wilden Kriegerleben Da stählet sich der Mut ! Frei kann die Kraft im Kriege nur sich heben , Der Krieg , der Krieg ist gut . Den falschen Freund , der listig Treue heuchelt , Krieg macht ihn offenbar . In offner Schlacht das blanke Schwert nicht schmeichelt , Und jeder Hieb spricht wahr . Der Krieg ist gut ! Er weckt die Kraft der Jugend Und zieht in seinem Schoß So manchen Sinn für hohe , wahre Tugend Zu schönen Taten groß . Der Krieg ist gut ! Er ruft aus feigem Schlummer Den trägen Weichling auf , Er lohnt Verdienst , und schafft er manchen Kummer , Löst er auch manchen auf . Der Krieg ist gut ! Im Reiben seiner Kräfte Ist für die Welt Gewinn . Der Krieg macht froh , im Wechsel der Geschäfte Nimmt er die Grillen hin . Er lehrt die Kunst , das Leben zu verachten , Wenn es die Pflicht gebeut , Und immer nur es als ein Gut betrachten , Das man der Tugend weiht . Er lehret uns entbehren und genießen , Er würzt auch schwarzes Brot – Und wenn durch ihn auch manche Tränen fließen , Er gibt den schönsten Tod . Es leb ' der Krieg ! Wo hohe Kraft nur sieget , Nicht Trägheit Lorbeern flicht , Es leb ' der Krieg ! Unsterblichkeit erflieget , Wer durch ihn Palmen bricht . Es leb ' der Krieg ! Nur dem geb ' er Verderben , Der frech den Frieden bricht . Zur Schlacht , zur Schlacht ! Wir alle lernten sterben Für Vaterland und Pflicht . Radensleben I Radensleben I Es ist so still ; die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle . Th . Storm Erst hab ' ich weniger auf dich geachtet , Jetzt siehst du mich vor deiner Größe beben , Seit ich » Mariä Himmelfahrt « betrachtet . Platen Nicht unmittelbar am Ruppiner See , vielmehr eine halbe Meile landeinwärts , liegt Radensleben , seit über zweihundert Jahren ein Quastsches Gut . Der ursprüngliche Besitz der Quaste oder » Quäste « lag und liegt noch im Westen des Ruppiner Sees , am fruchtbaren Rande des Rhinluches hin . Garz , Vichel , Rohrlack , sind alt-Quastsche Güter , von denen ich in einem spätern Abschnitt erzählen werde , aber über das am Ostufer des Sees gelegene Radensleben sei schon an dieser Stelle berichtet . Alexander Ludolf von Quast erstand es bald nach Schluß des Dreißigjährigen Krieges und gründete neben der Garzer Linie die Linie Radensleben . Sie blüht bis diesen Tag . In einem Zimmer des Herrenhauses , auf dunkelrotem Hintergrunde , hängt streng und ernst das Bildnis Alexander Ludolfs . Radensleben , das wir in wenig mehr als viertelstündiger Fahrt von Karwe aus erreichen , gilt als eines der schönsten Güter der Grafschaft , und zu seinen weiten Acker- und Wiesenflächen gesellen sich große Forstbestände , die sich zum Teil bis in die Rheinsberger Gegend hin ausdehnen . Aber was unser Interesse weckt , das ist ein anderes , ist die poetische , beinah absolute Stille , die ihren Zauberkreis um dies Stück Erde zieht . Das Ruppiner Land ist überhaupt eins von den stillen in unserer Provinz , die Eisenbahn streift es kaum und die großen Fahrstraßen laufen nur eben an seiner Grenze hin ; aber die stillste Stelle dieses stillen Landes ist doch das Ostufer des schönen Sees , der den Mittelpunkt unserer Grafschaft bildet und von ihr den Namen trägt . Durchreisende gibt es hier nicht , und jeder , dem man begegnet , der ist hier zu Haus ; kein anderer Verkehr als der der Dörfer untereinander , und es bleibt selbst fraglich , ob das Handwerksburschentum in anderen als in verschlagenen Exemplaren an dieser Stelle betroffen wird . Noch einmal also , keine » Passanten « . Es legt hier nur an , wer landen will . * Wir sind