» Ei , mein . « » Hast dich gut unterhalten ? « » So , so . « » Warst allein ? « Muckerl blieb die Antwort schuldig . » Ob d ' allein warst , frag ich . Druckt dich doch ' s Gewissen , du falscher , hinterhälterischer Bub du , weil d ' dich mit der Sprach nit heraustraust ? Meinst , die Sach bessert , wenn mir ' s fremde Leut zutragn ? « » Ah , mischen sich schon welche ein ? « » Mit der Zinshofer Helen bist gwesen . « » Na , so war ich halt mit ihr . « » Ja , leider Gotts , wär ' s ein andere - « » Mir steht kein andere an . « » Kein Wort verlieret ich , aber grad die ! « » Ich weiß , du kannst s ' nit leiden , und so verlierst mehr als ein Wort drüber und hebst nachtschlafender Zeit zun streiten an . Ich aber hab kein Lust , mit dir z ' warteln , und ' n Schlaf versäumen taugt mer auch nit , wo ich morgen fruh an die Arbeit will . Gute Nacht ! « » Schön ! Der Mutter ' s Maul verbieten und ausm Gsicht gehn , das hast also schon abglernt von ihr und glaubst , daß dabei ein Segen sein kann ? « » Jesses ! Was du dir einbildst ! Gott soll mich strafen , wann von dir a Red war . Nix als mein Ruh will ich , weil da drüber doch nit ruhig mit dir z ' reden is . « » Weil d ' nit ruhig zuhören magst , so sag . Ich glaub dir ja recht gern , daß sie über mich kein Wort verloren hat , sie wird ' s schon so zustand bringen , dich deiner Mutter abwendig zu machen , wie sie ' s ja auch ohne ein Wort zustand gebracht hat , daß du dir ihr z ' lieb über deine Kräften Auslagen machst . « » Selb war mein freier Willen . « » Du hast noch einen freien Willen ! « » Und über meine Kräfte war ' s nit . « » So ? Hast du ' s so überflüssig ? Hast du ' s scheffelweis stehn , daß du nur zuzgreifen und nit zu rechnen brauchst ? Na , is mir lieb , aber ' s ist auch ' s erstemal , daß ich davon hör ! Doch laß dir sagen , wenn d ' dich schon aufn Guttäter hnausspielen willst , so gib dein Almosen an Bedürftigere und an Leut , die ' s verdienen . « » Es war kein Almosen . « » Freilich nit , glaub ' s wohl , ein Präsent war ' s , wo du noch hast schön bitten müssen , daß ' s ja möcht freundlich angnommen werden ; denn ein Almosen z ' nehmen , sind d ' Zinshoferschen viel z ' stolz , obwohl nit eins im Ort is , das so nix hätt , wie die nix haben . « » Aber , Mutter « , schrie Muckerl , vor Ärger lachend , » das is schon hellauf zum Verzweifeln , wie du daherredst , erst soll ich ' s an Bedürftigere gebn , und dann weißt selber niemand , der weniger hätt wie die ! ' s is ja ein Unsinn ! « » Immer besser , Muckerl , immer besser ! Heiß du deiner Mutter Reden unsinnig , aber Unsinn oder nit , ich hab nit nur von Bedürftigere gredt , sondern auch von solche , die ' s verdienen . « » Na ja , du redest so fort , ' s eine ins andere , und drüber würd der Morgen grau . Ich hab schon gsagt , Almosen war ' s keins , daß ich nachm Bedürfen oder Verdienen fragen müßt , mir war ums Schenken , und von dem Meinm werd ich wohl weggeben dürfen , was ich entbehren mag ! « » Sag lieber , was andere nit entbehren mögen ! « » Mein Geld is ' s aber doch « , sagte der Bursche trotzig , » und um das bissel , was ich mir von mein Verdienst zruckbhalten hab und wovon du gar nix wüßtst , wenn dir nit fremde Leut davon gsagt hätten , brauchtest du kein so gwaltig Aufheben z ' machen ! Unsere Kastenladeln hast stürzen können , wie d ' willst , ' s wär kein luketer Sechser hrausgfallen , bis ich zun schnitzen anghobn hab ; alls Geld , was jetzt im Haus is , rührt von meiner Arbeit her , von dem hab ich dir nix gnommen und nimm dir nix , so kannst dich wohl zufriedengebn ! « Die Kleebinderin schlug die Hände zusammen und blickte zur Stubendecke auf , wie über eine ganz unerhört unbillige Zumutung . » Zufriedengebn ? ! « sagte sie mit weinerlicher Stimme . » Bin ich denn a schlechte Mutter , die ihrm Kind kein Freud gönnt und verlangt , dasselbe soll sich z ' Tod arbeiten , daß du mir ' s Geld vorwerfen magst ? ! Hast du mich je klagen ghört die lange Zeit über , wo ich allein hab schaffen und sorgen müssen , daß wir uns ehrlich fortbringen ? Ich hab kein Müh und kein Plag gscheut , uns ' n Mangel fernzhalten , und dabei nie keine andere Meinung ghabt , als daß ich tät , wie einer rechtschaffenen Mutter zukäm ! Wenn alleinige Weiberarbeit was zu erübrigen vermöcht , so hätt der Kasten nit erst auf dein Geld zu warten brauchen , womit du jetzt großtust und mit dem ich mich zufriedengeben sollt , auch für die Kränkung , daß zwischen uns , die wir noch kein Tag geschieden waren , jetzt mit einmal ein Fremde stehen soll , mir just die Allerwildfremdeste , die du