und links « , antwortete Bertha , » sie kommen von den drei Sesseln und von dem Blöckensteine . « » Und das ist euer Bild , von dem Ihr mir gesagt habt ? « fragte er . » Das ist das Bild « , antwortete sie . » Und dort ist euer Haus ? « sagte er . » Dort ist das Haus « , erwiderte sie . Nach kurzem Wandeln an den Reihen der Ebereschen kamen sie an das Haus . An demselben war gegen Morgen ein Sandplatz , gegen Mittag ein Garten . Das Haus war sehr lang . Es war aus Stein gebaut , und weiß übertüncht . Die Fenster , welche in einer geordneten Reihe hingingen , waren mit eisernen Stäben verwahrt . Es hatte nur ein Erdgeschoß , welches aber hoch war , und auf welchem sich ein flaches Dach befand , das viele und große Steine deckten . Die schmale Seite des Hauses , welche dem Sandplatze zugekehrt war , hatte eine eisenbeschlagene Tür . Durch die Tür , welche nicht geschlossen war , sondern einem leichten Drucke wich , führte Bertha Witiko in das Haus . Sie kamen hinter der Tür in einen geräumigen Vorsaal , von dem ein Gang durch die Länge des Hauses fort lief , und von dem Vorsaale traten sie links wieder in einen Saal . Derselbe war groß , und hatte gegen die Schmalseite des Hauses vier , gegen dessen Langseite sechs Fenster . Der Fußboden war von Tannenbrettern , die Wände waren weiß getüncht , und die Decke war eine starkbalkige Diele von braungebeiztem Tannenholze , an den Wänden hingen Waffen , und in den Ecken lehnten auch einige . In der Mitte des Saales stand ein sehr langer Buchentisch . An dem oberen Ende des Buchentisches saß ein Mann von etwa vierzig bis fünfzig Jahren . Er hatte ein weitfaltiges schwarzes Oberkleid an , von dem die lichtbraune Unterbekleidung hinab ging . Auf das Oberkleid fielen lange braune Locken hinab . Vor ihm standen zwei andere Männer , mit denen er sprach . » In die Glurwiese geht ihr um fünf Uhr « , sagte er , » dann könnt ihr mit der Hälfte fertig werden . « » Ja « , sagte einer der Männer . » Ihr müßt im Scherholze an der Sonnenseite schlichten , und die Eckstöße fest machen « , sprach er weiter . » Ja « , sagte der andere der Männer . » So , jetzt geht , und berichtet mir , wenn es geschehen ist « , sagte er . Die Männer entfernten sich , und gingen zur Tür hinaus . Der Mann an dem Buchentische sah nun mit zwei großen blauen Augen auf Bertha und Witiko . Bertha ging einige Schritte gegen den Mann und sagte : » Vater , da ist einer in den Wald gekommen , der nach seinem Glücke geht , und sich ein Schicksal machen will . Weil heute Sonntag ist , so ruhet er , und hat in dem Walde gebetet . Ich habe auf der Sperwiese mit ihm gesprochen , und bringe ihn dir . « Der Mann mit den braunen Locken stand auf , ging gegen Witiko , und sagte : » Seid mir willkommen . « » Ich nehme das Willkommen an « , sagte Witiko , » und wollet mein Eindringen entschuldigen . « » Meine Tochter hat Euch gebracht , und Ihr seid willkommen « , sagte der Mann , » und Ihr wäret auch willkommen , wenn Ihr allein gekommen wäret ; denn mein Haus ist gastlich . « » Ich heiße Witiko von Pric « , sagte Witiko . » Ich Heinrich « , antwortete der Mann . » Der Reiter will heute auf die drei Sessel steigen « , sagte Bertha . » Weil Ihr auf dem Wege nach gutem Dienste in mein Haus gekommen seid , Witiko « , sagte Heinrich , » so nehmet ein Mittagessen bei mir , ich werde Euch dann einen Mann geben , der Euch zu den Sesseln geleiten soll . Jetzt biete ich Euch einen Stuhl , und wenn es nicht gegen Eure Sitte ist , so schnallt Euer Schwert ab , daß Ihr ungehinderter seid . « » Ich nehme die Einladung zum Mittagessen und zu einem Stuhle dankbar an , das Schwert kann ich aber nicht abschnallen , weil ich mir den Brauch auferlegt habe , es immer , wo es tunlich ist , zu tragen , daß es mir nicht einmal fehlt , wenn ich es brauche « , sagte Witiko . » Daran tut Ihr nicht unrecht « , sage Heinrich , » und wenn Ihr von den drei Sesseln zurückkommt , werdet Ihr die Nachtherberge bei uns nehmen ? « » Ich reite morgen wieder weiter « , entgegnete Witiko , » habe mein Pferd bei den Köhlern an der Mihel , und muß heute wieder dahin zurück kommen . « » So werden wir die Zeit so einrichten , daß Ihr es könnt « , sagte Heinrich . Nach diesen Worten wendete er sich gegen den Tisch , rückte zwei Stühle zurecht , wies auf einen , und er und Witiko setzten sich nieder . Dann sagte er zu Bertha : » Gehe zur Mutter , und verkündige ihr , daß wir einen Gast haben . « Bertha ging gegen einen Fensterpfeiler , und hing ihren Kranz mit Rosen an einen Nagel . » Warum hängst du denn dein Goldreiflein zu den Waffen ? « fragte der Vater . » Lasse die Rosen heute bei den Waffen hängen « , antwortete Bertha . Dann ging sie durch eine Tür in das weitere Innere des Hauses . Nach einigen Augenblicken kam sie mit der Mutter bei dieser Tür wieder heraus . Die Mutter hatte wie Bertha braune Haare und Augen . Sie hatte feine Hände und Glieder . An ihrem Körper war ein enges blaues Wams mit Silberrändern , die Vorderärmel und