mir anvertrauen , ich zög ihn durchs Kammrad , daß er geschlacht würde . « » Nichts Gewisses weiß man nicht , - heißt ' s im Sprichwort « , erwiderte der jüngere . » Ja , es ist nicht so leicht , mit ihm fertig zu werden « , sagte der Fischer . » Er ist ein böser Bub . « » Wenigstens mutwillig und unbändig « , versetzte der ältere Müller . » Unter allen Streichen , die ich von ihm weiß , hat mir einer immer am besten gefallen . Da war vor ein Jahr sieben oder achten ein Hausknecht hier in der Sonne , wißt ihr , der Mathes - ich seh ihn heut noch vor mir , ' s ist so ein persönlicher langer Kerl gewesen , und etwas langsam im Geist . Der wollte gescheiter sein als der Frieder , und das konnte mein Frieder nicht vertragen . Was tut er also ? Um Mitternacht schleicht er aus dem Bett , die Stiege hinunter , bricht den Fuhrleuten in die Güterwagen vor dem Haus auf der freien Straße ein und bringt den Raub seinem Vater übers Bett . Der Knecht , den andern Tag , der ist natürlich schön ausgelacht worden ob seiner Wachsamkeit . Und das hat der stolze Bub mehr als einmal getan , und der gute Mathes konnt ihn nie erwischen . Das Ding hat ihm das Leben so sauer gemacht , daß er ' s nicht in der Sonne aushalten konnte . Es trieb ihn aus dem Dienst , ich glaub , er dient jetzt in Beutelsbach drüben , das alte Beuteltier . « Der Müllerknecht hatte Mund und Augen aufgesperrt . » Verfluchter Bub ! « sagte er endlich . » Das hat der Sonne gute Kundschaft bringen können . Ich wär auch eingekehrt und hätt mich zum Spaß berauben lassen , pur aus Fürwitz . « » Es ist doch eine gefährliche Übung « , sagte der Fischer . » Wenn die Katze das Mausen verschmeckt hat , so läßt sie nicht mehr davon , und was eine Distel werden will , das fängt zeitig an zu brennen . Es ist nicht lang angestanden , daß er seine G ' studiertheit an einer Geldkiste ausgelassen hat . « » Was ? « rief der Knecht . » Ist er im Ernst eingebrochen ? « » Pst , Peter , schrei leis ! « erwiderte sein Herr . » Ja , aber nur bei seinem Vater , und der hat ' s ja . « » Vierhundertunddreißig Gulden sind doch keine Kleinigkeit « , sagte der Fischer . » Vierhundertunddreißig Gulden ! « rief der Knecht . » Da wundert ' s mich nicht , daß er im Zuchthaus sitzt . Und sein eigener Vater hat ihn hineinsperren lassen ? « » Er konnte es nicht vertuschen , wenn er auch gewollt hätte . Übrigens ist ' s nicht seine diesmalige Zuchthausstrafe , denn das ist schon die zweite . Damals aber war er erst vierzehn Jahr alt . « » Das ist aber doch auch hart « , meinte der Knecht , » einen vierzehnjährigen Buben ins Zuchthaus zu schicken . « » Laßt mich reden , ihr Mannen ! « sagte der jüngere Müller , » ich kann am besten erzählen , wie die Sach zugegangen ist , ich hab ja auch einen Spieß in selbigem Krieg getragen . Wahr ist ' s , und was wahr ist , das muß wahr sein , dem Frieder hat sich das Blättlein übel gewendet , wie ihm Gott seine Mutter nahm . Von der Stund an hatte alles , was er tat , eine andere Farbe . « » Das ist eben der Unterschied « , fiel der ältere Müller ein , » ob man etwas mit Liebe ansieht oder mit Haß . Und den Haß , den hat das Ripp , die jetzige Frau , ins Haus gebracht ; die Liebe aber ist mit der ersten ins Grab gegangen . « » Verzogen war er , das ist richtig « , fuhr der jüngere fort . » Aber es kommt nur drauf an , was man dem Kind für einen Namen gibt . Vormals hieß man ' s artig , witzig , aufgeräumt ; nachher hieß man ' s übermütig , tückisch , boshaft . Und wo man früher Anzeichen von Mannhaftigkeit gelobt hatte , da sah man jetzund nichts mehr als den hellen lautern Teufelstrotz . « » Mir ist ' s von Anfang an so vorgekommen , selbiges Kind « , sagte der Fischer . » Da sind deine Augen just für die Stiefmutter recht gewesen , Fischerhanne . Ich glaub auch , sie hat dir die Augen abgekauft ; ich will davon schweigen , aber du hast immer einen Stein bei ihr im Brett gehabt , und ich weiß nicht , ob die Fische , die du ihr zugetragen hast , immer aus dem klaren Wasser gekommen sind . « » Selbige Augen « , unterbrach ihn der andere Müller , » hat sie dann auch dem Sonnenwirt eingesetzt , und da hat der alte Esel seinen Sohn gleich in einem andern Lichte gesehen . « » Freilich , weil er immer ärger geworden ist « , sagte der Fischer . » Mach kein ' so krummen Kopf ! Narr , er ist ärger geworden , weil man ihn ärger gemacht hat . Und das muß man sagen , für seine Schwestern hat er sich ritterlich gewehrt und hat nicht leiden wollen , daß man sie wie Stallmägd behandle . « » Ja , und dann hat ' s eben wüste Auftritte gegeben . « » Ja , und dann hat er seine Mutter geprügelt « , sagte der Fischer . » Wenn er ihr doch nur ein Dutzend Rippen eingeschlagen hätte ! « versetzte der ältere Müller . » Brauchst ' s ihr aber nicht wieder zu sagen , Fischerhanne « , setzte er