nicht zu theuer erkauft . Fußnoten 1 Aus Seneca ' s Tragödie : Die Trojanerinnen . 2 Deucalion und Pyrrha waren die einzigen Menschen , die nach einer Wasserfluth , in der die übrigen Sterblichen zu Grunde gingen , übrig blieben . Auf Befehl der Götter warfen sie mit verhülltem Angesichte Steine hinter sich , aus welchen Menschen entstanden , und die Erde auf ' s Neue bevölkerten . 3 Nemesis war die Göttin des rechten Maaßes , die Richterin des Uebermuthes . Man sehe hierüber des verklärten Herders unübertrefflich schönen Aufsatz : Nemesis , im zweiten Bande seiner zerstreuten Blätter 4 Armenien war lange Zeit ein unabhängiges Reich , in welchem Könige aus dem Geschlechte der Arfaciden regierten . Endlich wurde es von den Persern überwältigt , ihr letzter König Chosroes getödtet , und sein einziger Sohn Tiridates , als Kind , nur mit Mühe und durch die Treue der Diener seines Vaters an den römischen Hof gerettet . Hier wurde der Prinz in Hoffnungen auf das Reich seiner Ahnen erzogen , und zeichnete sich bei jeder Gelegenheit durch persönliche Tapferkeit und Edelmuth aus Nachdem Armenien sechsundzwanzig Jahre lang das persische Joch getragen hatte , erschien Tiridates , der rechtmäßige Erbe , von den Römern unterstützt , in seinem Vaterlande . Alles eilte zu seinen Fahnen , und er war bereits wieder Herr seines Reichs , als die Zwistigkeiten in Persien , die seine Fortschritte bisher begünstigt hatten , sich zu seinem Schaden in einen Frieden auflösten , und er nun nicht mehr im Stande war , das Erbe seiner Väter gegen die ungerechte Uebermacht der Perser zu vertheidigen . Er floh zum zweitenmale aus seinem Vaterlande aber die Römer , welche wohl einsahen , wie wichtig und nützlich es ihnen seyn würde , Armenien von Persien zu trennen , und ihm einen eigenen , ihnen ergebenen Bundesgenossen zum König zu geben , nahmen sich seiner gerechten Ansprüche auf ' s Neue an , und der Krieg wurde an Narses , König von Persien , erklärt . 8. Calpurnia an Sulpicien . Rom , im Februar 301 . Ich habe deiner Ueberkunst wegen gestern mit Serranus sprechen wollen . Ich sandte zu ihm , aber er ist krank , und wirklich sehr bekümmert , daß er , wie sein erster Vorsatz beim Empfange deines Briefes war , dich nicht selbst abholen kann . Es waren wirklich schon alle Anstalten zu seiner Reise getroffen , als er krank wurde . Jetzt also komme ich , dich abzuholen , mein Vater hat es mir erlaubt , unser alter treuer Phödo , der Freigelassene meines Vaters , begleitet mich . Leb ' wohl ! in vier Tagen bin ich bei dir . 9. Agathokles an Phocion . Rom , im Februar 301 . Tiridates geht nach Mailand zum Cäsar Maximian , von da nach Nikomedien . Zum persischen Kriege werden eifrige Zurüstungen gemacht , in ihnen sieht Tiridates den Keim seiner künftigen Größe , die Hoffnung unumschränkter Herrschaft über das Reich seiner Väter . Galerius scheint ihn zu lieben , wenn Menschen , wie er , oder Cäsarn überhaupt , lieben können . Auch Diocletian ist ihm nicht abgeneigt . Sein schlauer Geist sieht in des Tiridates gegründeten Ansprüchen einen schönen Vorwand , den Uebermuth der Perser , die ihm sein Reich vorenthalten , zu demüthigen . Narses trotzt auf ungeheure Heere , auf seines Ahnherrn Saphor allzugünstiges Glück , und die Cäsarn , eingedenk Valerians1 schimpflicher Gefangenschaft , und seines entehrenden Todes , brennen , die alte Schmach in Perserblut abzuspühlen . So stehen beide Völker einander gegenüber ; und nach der vorigen Niederlage des Galerius ist das Auge der Welt auf diesen entscheidenden Kampf gleicher Kräfte ängstlich geheftet . Auch meines , Phocion ! und höher schlägt mein Herz bei dem Bilde künftiger Schlachten , großer Ereignisse , verhängnißvoller Thaten , die für das Vaterland so wichtig werden können . Aber nicht allein des Vaterlandes Schicksal , auch das Schicksal des Freundes ist ' s , was mich diesmal lebhafter als je für diesen Krieg bewegt . Tiridates Glück hängt davon ab . Ich liebe ihn , seine Ansprüche sind gerecht , der Ausgang kann mir nicht gleichgültig seyn . Er gründet noch manche andre Hoffnung auf den Fortgang seiner Waffen , die ihm wohl sehr theuer , nach meiner Meinung aber nicht eben so gerecht ist . Sulpicien , die er mit unaussprechlicher Heftigkeit liebt , denkt er durch eine Scheidung , die er durch die Einwirkung des Galerius zu erhalten hofft , ihrem Manne zu entziehen , und dann auf den armenischen Thron zu erheben . Es ist Alles unter ihnen verabredet und sicher bestimmt , nur Zeit und Gelegenheit wird erwartet . Mir ist diese Sache widerlich , und ich würde einen vorzüglicheren Ruhm darin finden , gar nicht im Geheimnisse zu seyn , wo abrathen vergebens , und zustimmen wider meine Denkart ist . Nicht viel besser , als der Plan zu einem Raube , scheint mir diese Verabredung , durch überdachte Maaßregeln einem Manne daß zu nehmen , was rechtmäßig sein ist . Mag immer Serranus Sulpiciens schätzbaren Eigenschaften kein gleiches Verdienst entgegen zu setzen haben , und mit eben so viel Leichtsinn als Schwäche über Gebühr an armseligen Vergnügungen hängen - sie ist nach den Rechten der Väter , nach ihres Vaters Willen , mit ihrer eigenen Zustimmung sein Weib geworden , und soll es bleiben , bis gegenseitige Uebereinkunft beider Gatten ein Band , zu lösen für gut findet , das nicht länger mit ihrem Wohl bestehen kann . Tritt einst dieser Fall ein , dann mag sie aus seinem Hause in das eines Andern übergehn . Was noch mehr als diese heimliche Falschheit mich innerlich verdrießt , ist der Leichtsinn , mit welchem Calpurnia in diesen Plan eingeht , und ihn , so viel sie kann , unterstützt . Was könnte dieses Mädchen seyn , wenn nicht allzugroße Leichtigkeit der Denkart , und ihr Hauptgrundsatz , daß Behaglichkeit und Vergnügen der einzige