, und es lag so viel wahrer Witz in dem was sie sagte : daß es mehrmals der äußersten Ueberwindung bedurfte , um nicht , auf Kosten meines eigenen Geschlechts , in ein lautes Lachen auszubrechen . Dabey war der niedliche Körper in unaufhörlicher Bewegung ; die schwarzen Locken flogen hin und her auf dem blendenden Halse , und die runden Aermchen gesticulirten so lebhaft ; daß ich mich häufig genöthigt sah , ihnen auszuweichen . Doch vergebens ! - indem ich mich , um ein abermahliges Lachen zu verbeißen , auf den Rand der Loge bückte , bekam ich einen so heftigen Stoß in meine Frisur , daß die Sprecherinn und ich , plötzlich in eine kleine Wolke von Puder gehüllt wurde . Ein so anhaltendes , so sonderbar abwechselndes , aber auch zugleich so unbeschreiblich reizendes Lachen , als worin sie jetzt ausbrach , erinnere ich mich wirklich nicht in meinem Leben gehört zu haben . Vergebens winkte , ermahnte ihre Begleiterin , vergebens bat ich , ohngeachtet meiner Unschuld , tausendmahl um Verzeihung - es half alles nichts . - Jedes Mahl wenn sie mich wieder ansah , begann es von neuem , und weckte meine Sehnsucht , das reizende Geschöpf in meine Arme zu schließen so sehr , daß ich sie zuletzt äußerst ernsthaft bitten mußte , mich zu verschonen . Wußte sie was in mir vorging - oder was war es sonst , was sie plötzlich so rührte ? mich dünkte , als steige eine Thräne in ihr großes funkelndes Auge , und als zitterte ihre schöne Hand in der Meinigen . Eben so unbekümmert wie vorhin bey ihrem Lachen , war sie es jetzt bey unsrer gewiß sehr auffallenden Attitude . Schon zweymahl hatte ich ihre Hand geküßt ; aber noch immer zog sie sie nicht zurück , und sah mich dabey an , als wolle sie mich bis auf das Innerste der Seele erforschen . Meine Verwirrung war aufs höchste gestiegen , als der Vorhang aufflog , und sie , wie aus einem Traume erwachend , und mit einem Tone , der eine abschlägige Antwort unmöglich machte , mir sagte : » morgen kommen Sie zu mir . Mein Kammerdiener wird Ihnen meine Adresse bringen . « Drittes Kapitel Es versteht sich , daß ich nicht säumte . Mein Wagen hielt - der Adresse zufolge - vor einem Pallaste , dessen Inneres der Pracht des Aeußerem vollkommen entsprach . Eine Menge schwarzer und weißer Bedienten strömten mir entgegen , und man führte mich in einen Sallon , der mit wahrhaft asiatischer Ueppigkeit möblirt war . Endlich erschien sie selbst in ein sehr einfaches aber äußerst reizendes Morgengewand gehüllt . Die dunkeln Haare hoch auf dem niedlichen Köpfchen befestigt , so daß jede Bewegung des blendenden Halses sichtbar wurde . Ein paar schwarze , funkelnde Augen , von zwey langen Augenbraunen umkränzt , ein aufgestülptes Näschen , ein verwegnes Rosenmäulchen , das alle Augenblicke ein paar Reihen Perlenzähne verrieth , und ein rundes , aber unbeschreiblich leichtfüßiges Figürchen - das alles , mußte ich mir gestehen , machte freylich kein regelmäßig schönes , aber doch ein höchst anziehendes Ganzes aus . Sie setzte sich , und winkte mir , mich neben sie zu setzen . Jetzt wollte ich reden ; aber sie bedeutete mir Stillschweigen , und betrachtete mich fortwährend mit einer sonderbaren , gespannten Aufmerksamkeit . Aeußerst verlegen , wie ich diese Aufnahme deuten sollte , ergriff ich ihre Hand und ließ meine Blicke für mich sprechen , als zwey schwarze sehr prächtig gekleidete Mädchen , das Eine mit dem Frühstück , das andre mit einer Laute hereintraten . Die Laute begann und das schwarze Mädchen unterhielt uns , während des Frühstücks mit einigen sehr angenehmen Liedern , welche durch ihre schöne Stimme außerordentlich gehoben wurden . Aber jetzt winkte Gräfin B. , und beyde Mädchen verschwanden . Viertes Kapitel » Ich habe Sie vorhin nicht reden lassen - hub sie an - weil ich es nicht leiden kann , daß man mich unterbricht , wenn ich etwas überlege . « Sie gefallen mir und ich denke eine Ausnahme mit Ihnen zu machen . » Ich habe zwar über sie gelacht , « und habe Ihnen auf diese Weise als Mann Gerechtigkeit widerfahren lassen , aber es schmerzt mich und ich mag nun ein für alle Mahl nicht , daß mich etwas schmerzt . « - Hier hielt sie einen Augenblick inne ; aber plötzlich fuhr sie mit einer possierlichen Heftigkeit heraus : » ich kann Ihnen nicht helfen ! Sie müssen Ihre Frisur abschaffen ! « » Wie gern ! « - antwortete ich - » wenn ich Ihnen dann besser gefalle . « » O verstehn Sie doch ! « - rief sie ungeduldig - » Sie gefallen mir ja recht sehr ! aber die Erinnerung an die fatale Scene mißfällt mir . « » Es war mir unmöglich , bey ihrem komischen Ernste das Lächeln zu unterdrücken . « » Ja ja ! ich weiß es wohl ! « - fuhr sie fort - » daß man gewöhnlich das nicht so gerade heraus sagt ; aber das Leben ist zu kurz , und ich bin des Zwangs zu wenig gewohnt , als daß ich mich da bey langen Wenns und Abers aufhalten sollte . « » Die Hauptsache ist nun « - indem sie vor einen Spiegel trat , und ihre Haare noch etwas höher steckte - » ob ich Ihnen gefalle ? « - Jetzt setzte sie sich wieder , stützte den Kopf auf ihren schönen Arm , diesen auf ihr Knie , und ihre großen , brennenden Augen ruhten unverwandt auf mir . » Theure Gräfin ! « rief ich - » gebe der Himmel , daß ich Ihnen so sehr , und so lange gefalle , als Sie mir gefallen werden ! « » Wahrhaftig , Sie haben Recht ! « - antwortete sie ; und eilte das Zimmer auf und ab - » doch wenn ich