, deren Ziel war , statt des jungen Herzoges , den sie fröhlich und eitel meinten , schalten und herrschen zu können , so war es unvermeidlich , daß komme , was gekommen ist . Die zwei Meinungen mußten zerfallen . Wir sind bei der besseren Meinung des Wohles des Landes und bei dem Rechte des Herzogs . Wenn die andere Meinung siegte , hätten wir gar keinen Herzog , sondern nur die Macht vieler einzelner , und der Streit wäre unauslöschlich . Darum muß der jetzige ausgestritten werden . Solche Streite kommen wie Gewitter , die Wehe und Unheil bringen , das getragen werden muß . Väter verlieren ihre Söhne , die Kinder verlieren ihren Vater , ein edles Weib wird eine Witwe , eine alte Mutter überlebt den jungen Sohn , und das Geschenk Gottes , die Liebe in den Banden des Blutes wird zerrissen . Ich rede nicht von dem Verluste der Habe ; denn Habe kann wieder zu dem Menschen kommen ; aber das Blut , das verloren ist , bleibt verloren . Damit das Unglück nicht noch unglücklicher werde , und durch den Sieg der Feinde erst recht unglücklich , ergreift zum schnellen Ende jedes christliche Mittel , das geboten wird , dann , sage ich auch , macht ein Nachfolgegesetz . Zu seiner Hilfe aber streuet den heiligen Glauben aus , daß sich die Menschen zähmen , und nicht nach Unrecht trachten . So rede ich wie viele , die gewußt haben , was kommen wird , und sich ihm , da es gekommen ist , gestellt haben . « Er nahm nach diesen Worten seinen Platz wieder ein . Ctibor stand auf , und sprach : » Und wenn sie sollten doch herein kommen , die sich jetzt den Mauern nähern , so werden sie uns erst recht alles nehmen , Weib und Kind und Hab und Gut , und wir sind verloren . Das bedenkt . « Nach ihm erhob sich der Kmete des rechten Burgfleckens , und sagte : » Hoher Herr , ich bin noch dabei gewesen , als der Herzog Boriwoy Prag gegen deinen guten Vater überfiel , da sind viele Menschen desselben Blutes gegen einander gestanden , Dinge unerhörter Art geschehen , so entsetzlich , daß sich die Greise die Haare ausrauften , und die Frauen ihren Leib verfluchten , daß er geboren hat . Gehe zu dem erlauchten Könige Konrad , hoher Herr , wir werden in der Zeit die Stadt mit unserm Leben verteidigen , daß kein Stein in die Hände der Feinde geraten soll . Dann aber erscheine , und rette alles , daß nicht das größte Unglück geschieht . « » Ja , es ist wahr , die großen Unheile dürfen nicht kommen « , » sie dürfen nicht kommen « , riefen mehrere Stimmen . Der Kmete setzte sich wieder auf seinen Platz . Nun erhob sich noch einmal mühsam von seinem Stuhle der alte Wsebor , und sprach : » Ich bin ein alter Mann , und kann nicht mehr viel vollbringen , ich kann auch nicht ansagen , welche Mittel außer den Fremden helfen würden , und weil sie unvermeidlich sind , wie Bolemil gesagt hat , so füge ich mich ; aber ich beklage es . « Er suchte wieder seinen Platz einzunehmen . Da stand auch Bozebor noch einmal auf , und sprach : » Ich beklage es auch ; aber ich füge mich nicht . Wenn das , wovon ihr redet , unvermeidlich ist , so ist es doch schlimm , und ich will nicht helfen , daß das Schlimme geschehe . « » Rufe nicht den Zwiespalt hervor « , schrie Zwest . » Du stiftest Hader « , rief Odolen . » Keine Uneinigkeit « , » nicht Uneinigkeit « , riefen mehrere Stimmen , und ein Teil der Männer sprang von den Sitzen empor . Der Herzog winkte mit seiner Hand . Und als sich die Ruhe wieder nach und nach eingefunden hatte , fragte er , wer weiter sprechen wolle . Es sprach niemand . Nach einer Weile stand er auf , und sagte : » Es hat hier ein jeder die Freiheit , zu reden , wie sein Herz denkt . Es soll nicht gesagt werden , ich höre meine Räte nicht ; aber es soll gesagt werden , daß ich nicht in der Gewalt meiner Räte bin . Wer in unserem jetzigen Streite gerufen wird , ist nicht ein Fremder . Es ist der Bruder , welcher zu der geliebten Schwester , es ist der Schwager und Freund , welcher zu dem Schwager und Freunde kömmt . Es ist bei der Menschheit so , daß der Mensch dem Menschen , der Nachbar dem Nachbar , der Freund dem Freunde hilft . Wessen Haus brennt , dem stehen die bei , die um ihn sind . Und es werden die Zeiten kommen , daß die Völker nicht mehr allein sind , daß sie sind , wie Mensch und Mensch , wie Nachbar und Nachbar , wie Freund und Freund . Und dessen Hilfe ich heute brauche , der braucht die meinige morgen . Es wäre uns besser , wenn wir unser brennendes Haus selber löschen könnten , aber ehe wir mit dem Löschen fertig sind , verbrennt es . Es ist mir in das Herz gegangen , als Bolemil gesagt hatte , daß er in den früheren Kämpfen gewesen ist , und daß er in dem jetzigen wieder ist , als Lubomir gesagt hatte , was getragen werden muß , und als mein Kmete gesagt hatte , was geschehen ist , da mein Vater um den Fürstenstuhl ringen mußte . Ich rufe : es sei Gott vor , daß sich solche Dinge bei mir erneuern . Konrad wird in das Land kommen . Ich werde meine Männer mit den seinigen vereinen , und ich , der Herzog , werde es sein , der die Schlacht schlägt . Er wird sich wieder entfernen ,