je einer Prinzessin dienet , und ihr Herz ist in heimlicher Minne entbrannt , und sie kann den nicht sehen , den sie begehrt , so müsset ihr schlau sein und bedachtsam wie die Kammerfrau Herlindis , da der König Rother um des Kaiser Konstantinus Tochter geworben . Und wenn wir im Frauensaal beisammensaßen , da ward gewispert und geflüstert , bis Glycerium , die Alte , erzählte vom König Rother . « » Vor alten Zeiten saß in der Meerburg am Bosporus der Kaiser Konstantinus , der hatte eine wunderbar schöne Tochter , und die Leute sprachen von ihr , sie sei strahlend wie der Abendstern und leuchte unter allen Maiden wie der Goldfaden in der Seiden . Da kam eines Tages ein Schiff gefahren , daraus stiegen zwölf edle Grafen und zwölf Ritter und ritten in Konstantinus ' Hof ein , und einer ritt voran , der hieß Lupolt . Und alles Volk der Hauptstadt staunte über sie , denn Mäntel und Gewande waren schwer von Edelstein und JachantenA1 besetzt , und an den Sätteln der Rosse klang ' s von goldenen Schellen . Das waren die Boten des Königs Rother von Wikingland , und Lupolt sprang vom Roß und sprach zum Kaiser : Uns schickt unser König , geheißen Rother , der ist der schönste Mann , der je vom Weibe kam , ihm dienen die besten Helden und an seinem Hof ist Ball und Schall und Federspiel , so viel das Herz begehrt . Er aber ist unbeweibt und sein Herz steht einsam : Ihr solltet ihm Eure Tochter geben ! « Konstantinus aber war ein zornmütiger Herr ; grimm warf er seinen Reichsapfel zu Boden und sprach : » Um meine Tochter hat noch keiner geworben , der nicht den Kopf verloren , was bringt Ihr mir solchen Schimpf über das Meer ? Ihr seid alle gefangen ! « Und ließ sie in einen Kerker werfen , da schien weder Sonne noch Mond drein , und bekamen nur Wasser , sich zu laben , und weinten sehr . Wie die Kunde zum König Rother kam , da ward ihm sein Herz sehr traurig und er saß auf einem Stein und sprach zu niemand . Dann faßte er den Entschluß , in Reckenweise über Meer zu fahren , um seinen getreuen Sendboten beizuspringen . Und er war verwarnt vor den Griechen , daß man dort die Wahrheit übergülden müsse , so man etwas beschaffen wolle , darum hieß er seine Recken eidlich angeloben , daß sie alle vorgäben , er heiße nicht Rother , sondern Dietrich , und sei landflüchtig vor dem König Rother und gehre Hilfe bei dem Griechenkaiser . Also fuhren sie über Meer . Und Rother nahm seine Harfe an Schiffes Bord , denn bevor seine zwölf Gesandten die Anker gelichtet , war er mit der Harfe an den Strand gekommen und hatte drei Singweisen gegriffen , das sollte ihnen ein Angedenken sein : und kommet ihr je in Not und höret die Weisen erklingen , so ist Rother helfend euch nah ! Es war ein Ostertag und der Kaiser Konstantin war nach dem Hippodrom ausgeritten , da hielt Rother seinen Einzug . Und alle Bürgersleute von Konstantinopel liefen zusammen ; das war noch nie erschaut , denn Rother brachte auch seine Riesen mit sich : der erste hieß Asprian und trug eine Stahlstange , die war vierundzwanzig Ellen lang , der zweite hieß Widolt und war so wildwütig , daß sie ihn in Ketten mitführen mußten , der dritte hieß Abendrot . Und viel tapfere Degen kamen mit Rother geritten , und zwölf Wagen mit Schätzen fuhren an , und war solche Pracht , daß die Kaiserin sprach : » O weh , wie dumm sind , wir gewesen , daß wir unsere Tochter dem König Rother versagten ; was muß der für ein Mann sein , der solche Helden vertreibt über die Meere ! « König Rother trug einen güldenen Harnisch und einen purpurnen Waffenrock und zwei Reihen schöner Ringe am Arm und beugte sein Knie vor dem Griechenkaiser und sprach : » Mich Fürsten Dietrich hat ein König in Acht getan , der heißt Rother , nun ist alles , was ich gearbeitet , zu meinem Schaden . Ich biet ' Euch meine Dienste an « . Da lud Konstantinus die Helden alle zum Hippodromushof und hielt sie in hohen Ehren und hieß sie zu Tisch sitzen . Es lief aber da ein zahmer Löwe herum , der gewohnt war , den Knechten das Brot wegzufressen . Der kam auch an Asprians Teller , ihn aufzulecken . Da griff Asprian den Löwen an der Mähne und warf ihn an des Saales Wand , daß er zerbrach . And die Kämmerer sprachen zueinand ' : » Wer nicht an die Wand fliegen will , lasse dieses Mannes Teller unberührt « . König Rother aber teilte den Griechen viel schöne Geschenke aus ; jedem , der ihn auf der Herberge besuchte , hieß er einen Mantel verehren oder ein Stück Gewaffen . Es kam auch ein landflüchtiger Grafe daher , dem schenkte er tausend Mark Silber und nahm ihn in Dienst , also daß viel hundert Ritter in sein Gefolge traten . So war in aller Munde des vermeinten Dietrichs Preis , und unter den Frauen hob sich ein Wispern und Raunen , es war keine Kemenate , daß die Wände nicht Herrn Dietrich rühmen hörten . Da sprach die goldlockige Kaiserstochter zu Herlindis , ihrer Kammerfrau : » O weh mir ! wie soll ich es anfangen , daß ich desselben Herren ansichtig werde , den sie alle preisen ? « Herlindis aber entgegnete : » Nun bitte deinen Vater , daß er ein Freudenfest gebe am Hofe und den Helden dazu lade , so magst du ihn am besten ersehen « . Die Kaiserstochter tat nach Herlindis ' Rat und Konstantinus nickte ihr zu und entbot seine Herzoge und Grafen zum Hippodromushofe und die fremden Helden dazu . All '