Und in der Rüstkammer hängen schon die Eisenhemden , Koller , Schirme , Hauben , die Spieße und Aexte , die Ihr anziehen werdet . « » Das wißt Ihr also auch ? « » Was dächtest Du nun , Kaspar , wenn ich den Ruprecht und noch ein paar gute Bursche nähme , und ließe die ganze Rüstkammer raustragen ganz sacht , daß es Keiner merkt , und die Rosse aus dem Stall ziehen ; wir packten Alles was scharf ist und von Eisen auf die Leiterwagen , und damit führen wir in der Nacht nach Golzow . Die Rochow ' s sind mir gut . Heuer wollen sie nicht mit . Bis er aufwachte , wären wir längst über alle Berge , und dann könnte er doch nicht ausreiten . Du sollst nicht dabei sein , Du sollst nur sagen , was Du dazu denkst . « » Straf mich Gott , Gestrenge , da müßt ich ja dabei sein . Wenn ich ' s merken thäte , da sprüng ' ich auf den Hof , und bis Ihr nur halb fertig wär ' t mit Aufpacken , riß ich das Fallgitter nieder und schrie aus Leibeskräften , bis er aufwachen thäte . « » Schreien würdest Du ? Dann müßten wir Dich also knebeln . « » Würde mich aber verflucht wehren . « » Dann müßte man Dich einsperren . « » Ich schriee durch ; ' s ist ja für meinen Herrn . « » Nun , wenn ' s hier unten wäre in der Schmiede , da könntest Du Dir die Lunge ausschreien , bis er ' s hörte . « » ' S hülfe Euch auch nichts , Gestrenge ! Er hat sich in den Handschuh gebissen und geschworen , das kann ich schon sagen vom Handschuh nämlich , das hat er mir nicht verboten . Da muß er ' s thun . Wenn er aufwacht , und die Bescheerung sähe , sobald er nur in den Hosen sitzt , springt er über die Mauer , wenn ' s nicht anders ist . Im Dorfe trifft er Pferde und die liederlichen Kerle da , denn ' s ganze Dorf könnt Ihr doch nicht mitnehmen nach Golzow . Er reitet fort , wie er ist , ich kenne ja meinen Herrn . « » Wie er ist , « wiederholte nachdrücklich die Frau . » Wie ist er denn , Kaspar ? Hat er ' nen guten Rausch ? « » I nu , die Treppe stieg er noch halbwege rauf . Nur auf den letzten Stufen mußte ich ihn unterfassen . « » Hat er noch viel gesprochen ? « » Na ! Nicht wie der Bischof von Brandenburg , wenn er einen guten Rausch hat , aber ' s hörte sich doch so an1 . « » Als Du ihn verließest , schlief er ? « » Wie ein Maulwurf . « » Und wann meinst Du , daß er aufwacht ? « Der Knecht blickte verlegen : » Wenn ihn die Sonne nicht aufweckt , dann - ich weiß nicht , ob ich das sagen darf - « » Dann sollst Du ihn aufwecken . Vergiß das nicht , Kaspar . Aber ist das Deines Herrn Gebot , daß Du hier mit mir plauderst ? Frisch , frisch an die Arbeit . Nicht aufgesehen , hast viel nachzuholen , bis Du ihn wecken gehst . Deine Frau befiehlt ' s ! « Als der Knecht gehorsam die Kohlen schürte und hämmerte , hörte er hinter sich einen Krach , drauf einen schweren Riegel rasseln . » Dacht ' ich mir ' s doch gleich , sie sperrt mich ein . « Schnell war Helm und Hammer fortgelegt , und er kletterte nach dem kleinen Fenster hinauf , das von draußen zu ebener Erde war . Aber auch hier begegnete ihm schon das Gesicht der Burgfrau , welche die schwere Eichenklappe darüber fallen ließ , und die Krammen an der Wand befestigte . » Hast Du zu essen bei Dir ? « fragte sie ihn durch das kleine Lugloch . » Das hab ' ich schon , Gestrenge ; Rettig , Käse und Brod im Kober . « » Dann spar ' s Dir auf , damit Du nicht hungerst . « » Aber schreien , Gestrenge , thu ' ich doch ; ' s ist meine Schuldigkeit . « » Erst arbeiten und dann schreien , « antwortete ihm ihre Stimme , und sie warf ein paar Bund Stroh vor das Loch , und wälzte mit nicht geringer Anstrengung einen großen Stein davor . Die dicke schwere Thür würde er nicht erbrechen ; dessen war sie sicher . In der Nacht war die Frau von Bredow wieder Herrin im Haus , und wehe dem Knecht , der ihr nicht gehorchen wollte . Und wer sich etwa vorhin gefreut , mit auszuziehen mit dem Herrn , der konnte sich jetzt auch freuen , er zog mit der Frau aus . Und wer weiß , ob der Herr so gut hätte einschenken lassen , wie die Frau that , daß sie Muth und Lust kriegten . Bald war es auch , wie ein Fest , wie ein Fastelabendsspaß , wo es Jeder dem Andern wollte zuvorthun in Hurtigkeit und Stille . So schoben sie nicht , nein sie trugen den Wagen aus dem Schuppen ; aus der Rüstkammer und der Halle holten sie die Schilde , Helme , Rüstungen , Spieße und Aexte , daß es keinen Klang gab . Stroh und Decken wurden dazwischen gepackt ; und selbst die Rosse schienen zu merken , was es galt : so sächtchen ließen sie sich aus dem Stall zieh ' n und vor die Wagen spannen und satteln . Kurz , es ging Alles still und schnell ab , wie in einem Mährchen . Nur die Katzen heulten , und dann und wann hörte man Herrn Gottfried vom Giebel schnarchen . Zwar schrie auch