wirre Dinge , solche Bauernburschen , die ihr Herr vom Pfluge nahm , wo es was galt . Auch mit Andern waren sie wohl ausgeritten ; um ein Handgeld oder auch nicht , die Leute sprachen nicht gern davon . Aber woher kamen die klingenden Guldenstücke in die Tasche der Büdnerssöhne ? Der Kaspar sang , als er den Helmsturz auf dem Ambos festklopfte , ein Spottlied , was sie damals sangen auf Herzog Hans von Sagan , der landflüchtig war und kaum in der Mark ein Unterkommen gefunden : Wer bürgerlichen Krieg anstift , Denselben das Unglück wieder trifft , Und muß das Sein mit dem Rücken ansehn , Wie Herzog Hansen ist geschehen . » Was singst Du für ein häßlich Gassenlied , Kaspar ? « sprach die gnädige Frau . Er erschrak etwas , aber nicht sehr : » Einer stimmt an , der Andere singt nach , Gestrenge . « » Wer muß Alles nachplärren , was die Gassenjungen vorsingen ! - Hat ' s solche Eil ' , Kaspar ? « Der Knecht sah sie seitwärts an und nickte . » Morgen schon , Kaspar ? « Er bedachte sich und nickte wieder . » Kaspar , Du bist ein treuer Knecht ; aber ein treuer Knecht muß Alles thun , daß sein Herr nicht zu Schaden kommt . « » Ein Knecht muß thun , was sein Herr will . « » Wenn der Herr aber - « sie hielt inne . » Der Herr ist anders worden , als er war . « Er nickte . » Wenn ' s nun zum Schlimmen ginge , wenn er auf schlimme Leute gehört hätte , wenn sie ihn wieder fingen ! Kaspar , was würde aus Dir , was würde aus uns Allen ! Das Liedlein vom Herzog Hansen , wenn sie ' s nun auf uns sängen ? « Der Knecht legte den Helm weg und nahm ein Schulterstück , aber das legte er auch weg . Es ging auch in ihm was vor : » Gestrenge , es ist schon wahr , aber wir ändern ' s nicht , es muß sein . « » Warum muß es denn sein ? Kaspar , Du weißt was . « » Ja , Gestrenge . « » Daß es gegen den Kurfürsten losgeht , das darfst Du nicht sagen ? « » Nein , eben das darf ich nicht sagen . « » Auch nicht , daß mein Herr bei ist ? « » Auch nicht , daß er sich versprochen hat und nun nicht los kann . « » Kaspar ! ' S wird nicht , wie damals . Damals war er unschuldig wie ein Lamm im Mutterleib . Kaspar , wer ihn abhalten thäte , der verdiente sich einen Gotteslohn . « Kaspar fuhr mit dem Eisen in die Kohlen , daß die Funken umher flogen . » Ach , Gestrenge , das ist ' s eben . Der Brei ist zu weit eingerührt , nun muß er über ' s Feuer . Was mußten wir ihn auch allein in ' s Havelland reiten lassen - « Die gute Frau zupfte ihn am Hemdsärmel : » Kaspar , wir ziehen ihn wohl noch raus . « » Der Stier rennt gradaus , wenn er ' nen Schlag hat . « » Du und ich ? « » Ich nicht , Gestrenge . « » Ein bischen wirst Du mir schon helfen . « » Nein ! Bin ihm geschworen . « » Kaspar ! ' S ist gottlos , mein ' ich , gegen den Landesherrn ; aber wenn ' s geht , i nu , da drückt Gott schon ein Auge zu . ' S ist ja der liebe Gott . « Der Knecht schüttelte den Kopf : » ' S wird gehen wie dazumalen . Er ist stärker . « » Da muß er in den Thurm , und aus dem Thurm - Unser Haus reißen sie niede , oder schießen ' s nieder , und wir , wir müssen in ' s Elend , die Eva und ich . « Kaspar wischte sich mit dem Aermel über das Auge : » Ich werd ' s nicht mit ansehen . Wenn sie die Herren köpfen , hängen sie die Knechte . « Er ging wieder an die Arbeit , als wollte er die Gedanken forthämmern . Aber Frau Brigitten kamen unter den Hammerschlägen Gedanken . » Du bist ein guter und treuer Knecht , « sprach sie . » An Deiner Stelle thät ich auch wie Du . Aber ich bin seine Frau , ich muß für ihn sorgen , dazu sind wir am Altar geschworen , daß einer das Unglück vom Andern abwendet . Aber was Du weißt , das mußt Du mir sagen , ich bin Deine Frau und kann ' s Dir befehlen ; nämlich , was er Dir nicht verboten hat . Und was Du denkst , damit mußt Du auch nicht hinterm Berge halten , wenn ich Dich frage , denn ein Knecht darf nur für seine Herrschaft denken . « » Freilich , « sagte der Knecht Kaspar . » Morgen früh schon reitet er aus ? « Der Knecht sah sie zweifelhaft an : » Das weiß ich nicht , ob ich das sagen darf . « » Darum frag ich Dich auch nicht . Aber das mußt Du mir sagen : Bleibt mein Herr morgen daheim ? « » Ja das hat er mir nicht verboten . Nein er bleibt nicht daheim . « » Und kommt auch morgen und übermorgen nicht zurück ? « » Das weiß Keiner , wenn er zurückkehrt . « » Nimmt Dich mit , und den Wenzel , und aus dem Dorf den Jürgen , den Stephan , den Hans und die beiden Zwillinge ? « » Nun , so Ihr das wißt , Gestrenge , da braucht Ihr mich ja nicht zu fragen . « »