ein Feuer drinnen und ward stark gehämmert . Da rief ich den Schmied herfür , daß er mein Roß beschlage , und wie sich niemand rührte , tat ich einen Lanzenstoß nach der Tür , daß sie sperrweit auffuhr , und tat dazu einen starken Fluch mit Mord und Brand und allem Bösen : so stund plötzlich ein Mann vor mir mit zottigem Haar und schwarzem Schurzfell , und war ich sein kaum ansichtig , so war auch schon meine Lanze niedergeschlagen , daß sie zersplitterte wie sprödes Glas , und eine Eisenstange über meinem Haupt geschwungen , und an des Mannes nackten Armen sprangen Sehnen herfür , als könnt ' er einen Amboß sechzehn Klafter tief in die Erde hineinschmettern . Da vermeinte ich , unter solchen Umständen möcht ' ein höflich Wort nicht vom Übel sein , und sprach daher : Ich wollt ' Euch nur um die Gewogenheit ersuchen , daß Ihr mein Roß beschlaget . Drauf stieß der Schmied seine Stange in den Erdboden und sprach : Das lautet anders und schafft Euch Rat . Aber Grobheit gilt nichts in Welands Schmiede , das mögt Ihr in Eurer Heimat weiter sagen . Er beschlug mein Roß und ich sah , daß er ein ehrenwerter Schmied war , und ward ihm gut befreundet und ließ das Rößlein in seinem Stall stehen und blieb bei ihm in der Nachtherberge . Und wir tranken scharf bis in die Nacht hinein , der Wein hieß Terlaner und er schenkte ihn aus einem Schlauche . In währendem Trinken befrug ich den rußigen Gastfreund um Gelegenheit und Namen seiner Schmiede . Da lachte er hell auf und erzählte die Geschichte vom Schmied Weland . Fein war sie nicht , aber schön . « Herr Spazzo hielt eine Weile an und warf einen Blick auf den Tisch , wie einer , der sich nach einem Trunk Weines umschaut , trockene Lippen zu feuchten . Aber es war keiner zur Hand und man verstand den Blick nicht . Da fuhr er fort : » Woher der Weland gekommen , sprach der Mann von Gothensaß damals zu mir , ist hierlands nicht bekannt . Sie sagen , in nordischen Meeren , im Land Schonen sei der Riese Vade sein Vater gewesen , seine Großmutter aber eine Meerfrau , die kam aus der Tiefe , wie er geboren ward , und saß eine lange Nacht auf der Klippe und harfte : jung Weland muß ein Schmied werden ! Da brachte Vade den Jungen zu Mimer , dem Schmiedungsverständigen , der hauste im dunkeln Tann zwanzig Meilen hinter Toledo und lehrte ihn viel mannigfache Kunst . Wie er aber sein erst Schwert geschmiedet , hieß ihn Mimer selber weiter ziehen , auf daß er die letzte Meisterschaft bei den Zwergen erringe . Und Weland ging zu den Zwergen und gewann viel Ruhm . Da brachen die Riesen ins Zwergenland , daß Weland weichen mußte , und blieb ihm nichts als sein breites Schwert Mimung , das schnallte er über den Rücken und kam ins Land Tirol . Zwischen Eisack , Etsch und Inn aber saß dazumal der König Elberich , der nahm den Weland freundlich auf und wies ihm die Waldschmiede zu am Brenner , und Eisen und Erz und was sonst in des Gebirges Adern verborgen ruht , sollte all des Weland sein . Und dem Weland ward ' s wohl und fröhlich ums Herz in den Tiroler Bergen ; die Wildwasser rauschten zu ihm heran und trieben das Radwerk , der Sturm blies ihm das Herdfeuer an und die Sterne sprachen : wir müssen uns anstrengen , sonst glänzen die Funken , die Weland schlägt , heller denn wir . So gedieh Welands Arbeit wohl . Schildesrand und Schwert , Messer und Pokal und was an Kleinod eines Königs Hofburg ziert , wirkte der Sinnige , und war kein Schmied , so weit die Sonne auf Alpenschnee glänzt , sich mit Weland zu messen . Elberich aber hatte viel böse Feinde , die einten sich und setzten den einäugigen Amilias zu ihrem Führer und brachen ins Land ein . Und Elberich trug großes Herzeleid und sprach : » Wer mir des Amilias Haupt brächte , mein einzig Töchterlein sollt ' ihn dafür küssen als Ehgemahl ! « Da löschte Weland sein Schmiedfeuer , schnallte sein breites Schwert Mimung um und zog aus gegen Elberichs Widersacher . Und das Schwert war brav und schlug dem Amilias das Haupt ab , daß aller Feind über Joch und Klausen heimlief . Weland aber brachte seinem König das Haupt . Da sprach der zürnend : » Was ich von meiner Tochter angelobet , das hat der Wind verweht ; ein Schmied kann nicht mein Sohn sein , des würden meine Hände rußig , wenn er den Gruß mir bieten wollt ' . Aber als Lohn sollst du drei Goldpfennige haben , dafür kann ein Mann turnieren und stechen , reigen und tanzen , zieren und pflanzen und eine Dirne sich kaufen am Markt . « Weland warf ihm die drei Goldpfennige vor die Füße , daß sie unter den Thron rollten , und sprach : » Behüt ' Euch Gott , auf Nimmerwiedersehen ! « und wandte sich , aus dem Lande zu gehen . Der König aber wollte den Schmied nicht missen , darum ließ er ihn niederwerfen und die Sehnen am Fuß durchschneiden , daß er hinkend ward und ungemut und des Fliehens vergessen mußt ' . Und Weland schleppte sich traurig in die Waldschmiede heim und zündete sein Feuer wieder an , aber er pfiff und sang nimmer , wenn er mit schwerem Hammer das Eisen schlug , und sein Gemüt ward ingrimmig . Da kam einsmals des Königs Sohn , der war ein rotwangiger Knab ' und war allein in den Wald gezogen und sprach : » Weland , ich will dir zuschauen . « Da sprach der Schmied tückisch : » Stell ' dich an Amboß , so schaust du alles am besten «