graue Wolken und erstickenden Dunst giebt - ist denn nicht sie auch gerade unser Element ? So wollen wir es machen mit dem Lichte der Aufklärung der Radicalen und sie sollen , ohne daß sie selbst es bemerken , uns noch dazu vortrefflich in die Hände arbeiten . Also : divide et impera ! Reform ! ist jetzt das allgemeine Loosungswort des Tages geworden . Alle , die dem Fortschritte huldigen , verlangen Reform - darin sind die Parteien einig - aber höchst uneinig sind sie über die Begriffe , welche sich mit diesem allgemeinen Ausdruck verbinden lassen . « Die Liberalen wollen Volksvertretung , den sogenannten constitutionellen Fortschritt - sie wollen neben einer Reform des Staates auch eine Reform der Kirche . Die Radicalen wollen Volksherrschaft - Glaubensfreiheit - nach der Kirche fragen sie weiter nicht . Die Sozialen wollen Reform der Gesellschaft - und die Eifrigsten unter ihnen nicht erst Reform , sondern Aufhebung des Staates und der Kirche - allgemeine Gleichheit . Das sind die Communisten . Mit den Communisten müssen wir es halten . In den Communisten müssen wir unsere Helfershelfer suchen , die unsere Sache am Besten fördern helfen - es giebt keine andere Partei , von welcher wir gleiche für uns segensreiche Dienste erwarten könnten . Gelingt ihr Werk , so ist auch das unsere gelungen - so ist die Zeit nicht fern , da wir uns abermals verjüngen werden wie Adler . Gerade unter diesen Menschen , welche als unsre fürchterlichsten Gegner erscheinen , indem sie die heilige Kirche selbst , in der ja bisher all ' unser Heil und der Grund unserer Herrschaft und Macht ruhte , nicht erst bekämpfen - sondern auf eine gotteslästerliche , abscheuliche Weise geradezu negiren und deshalb aufheben wollen - gerade unter diesen werden wir unsere Erretter suchen und finden - man denke an das alte Wort : daß die Extreme sich berühren . Diese Communisten gehen damit um , die Ordnung der bestehenden Dinge umzukehren . Nun ! Bielleicht ist auch für uns die Zeit gekommen , wo wir dies wünschen müssen - wo es mit all unsrer Kraft ein vergebliches Bemühen ist , den Rossen der Zeit , die wir so lange glücklich zurückhielten , noch länger in die Zügel zu fallen und ihren Lauf und den Fortschritt aufzuhalten . Trotz unseres unermüdlichen Widerstandes sind sie dennoch unmerklich vorwärts gegangen und haben uns selbst mit nahe bis an einen Abgrund gezogen . Nun denn ! Man muß sich in Alles zu schicken wissen . Wollen die Rosse nicht wieder zurück , wollen sie nicht sich wieder einfangen lassen , um noch länger still zu stehen - : so hetzen wir sie selbst nur um desto schneller vorwärts , daß sie wilde Sprünge machen , Alles zerschlagen und zerstampfen und , das rechte Ziel verfehlend , endlich todtmüde niederstürzen - dann sind wir wieder schnell und dienstfertig bei der Hand , die gestürzten Rosse aufzurichten und zu ewigem Stillstand wieder zurückzuführen in den alten Stall . Um nun auf das Nähere und auf Thatsachen überzugehen : der Communismus predigt das Himmelreich auf Erden . Und mit dieser Predigt wendet er sich an alle Diejenigen , welchen freilich bis jetzt die Erde nichts weniger sein kann als ein Himmel ! An die Armen , Niedriggeborenen , Unerzogenen , Entsittlichten wendet man sich zuvörderst mit dieser neuen Lehre - mit einem Wort an die niedrigsten Classen , an die untersten Schichten der Gesellschaft , deren Hefe : die Proletarier , den Pöbel . Also an die Mehrzahl der Menschen - an den großen Haufen . Und an den Orten , wo sich dieser in der tiefsten Erniedrigung , Verwahrlosung , Rohheit und Unwissenheit befindet , wird es am leichtesten sein , ihn zu alle den Dingen aufzureizen , welche endlich - wenn auch auf langen Umwegen - zu uns führen . Wir haben bisher unsere Herrschaft doch meist auf die Macht und den Glanz der Hochgestellten gebaut - jetzt müssen wir sie neu gründen , auf das Elend , auf den Schlamm der in Gemeinheit und Erniedrigung Versunkenen . Einzelne passende Werkzeuge für unsere Zwecke mußten wir uns immer unter ihnen wählen - aber jetzt gilt es mehr , jetzt gilt es nicht bloß Einzelne passend zu verwenden , jetzt gilt es , sich der Menschen zu bemächtigen , durch die Massen zu wirken . Es ist keine Frage : die Massen leiden - Alles Unglück macht die Menschen zu Verbrechen fähig , von denen sie im Glück sich nimmer Etwas träumen ließen - der Hunger aber vollends macht die Menschen zu reißenden Thieren . Trachten wir also uns allen Reformen zu widersetzen - gleichviel , ob sie von weisen Regierungen oder von schwärmerischen Oppositionsparteien ausgehen - welche sich damit beschäftigen , den Nothstand der armen Arbeiter zu lindern und durch Volkserziehung und eben so milde als weise Gesetze auf eine allmähliche Hebung der untern Classen hinzuwirken . Führen wir in der Stille Krieg mit diesen Regierungen , mit dieser Opposition und halten wir es nur mit einer Partei - mit den Communisten . Aber diese dürfen nicht ahnen , daß wir ihre Freunde sind , so wenig als jene , daß wir ihre Feinde . Es gilt , sich jetzt mehr als jemals in undurchdringliches Dunkel zu hüllen . So groß als die Communisten sie schildern wollen , ist die allgemeine Noth nicht - besonders sind die Massen noch gar nicht zum Bewußtsein ihres Elendes gekommen . Wir müssen also streben , sowohl sie dahin zu bringen , als auch die allgemeine Noth der Armen und Arbeitenden selbst noch in der Wirklichkeit zu vergrößern . Der Communismus predigt das Himmelreich auf Erden . Er will es in seinem Wahnsinn dadurch verwirklichen , daß er Staat und Kirche als von ihm unmenschlich und unnatürlich genannte Einrichtungen aufhebt , daß er Politik , Religion , Volkssitte , Vaterlandsliebe - alle diese Dinge , für welche Jahrtausende lang die Menschen aller Zonen und Zeiten lebten und starben - als Trugschlüsse