beide wieder hinauf mußten in die Zimmer - daß er alle Kisten und Schachteln wieder abpacken hieß und daß er die Landschafts-Direktors-Tochter nach ihren l0000 Bitten - wiewohl ihr schon die zweite auf der Lippe erfröre - freundlich mit ganz spaßhafter Gleichmut als einsame Konklavistin im zugemachten Wagen nach Hause würde ziehen lassen . Gewisse Menschen und er ist ihr Generalissimus - wissen sich kein süßeres Labsal , als den Ihrigen die Gartentüre irgendeines Arkadiens , wozu sie ihnen nicht die Reiseroute und die Landkarte aufgesetzt , vor der Nase ins Schloß zu werfen und solche gerichtlich zu versiegeln . Kurz vor einer Lustfahrt setzen ohnehin die meisten Eltern Galle ab ; konnte Froulay vollends eine verriegeln , so war ihm das so viel , als komm ' er von einer rot und munter nach Hause . - Nachmittags um 3 Uhr gingen unsere Freunde unter dem schönsten Himmel spazieren - alles war schon geordnet , Karl wollte morgen nachgehen , Albano erst nach der allgemeinen Rückreise , am Montag ( seine zarten Rücksichten und fremde harte entschieden ) - und es zog durch das ganze gewölbte Blau kein Nebel als Karls Besorgnis , die zweite Lokation der Fürstenleichen ziehe seinen Vater noch heute her - - als er plötzlich herausfluchte : dort fahr ' er . Er kannt ' ihn an dem Tiger-Postzug und noch mehr an den lang vorgespannten Vorderpferden . Eine Fegfeuer-Lebens-Minute ! - Der Wagen fuhr rasch die Straße herab - die Vorderpferde zogen noch länger ganz unförmlich voraus - man wunderte sich - endlich wurde die Ziehweite einen Acker lang - das schien ganz unmöglich - als Albanos Adlerauge keine lederne Verbindung zwischen dem Postzug und zuletzt gar entdeckte , daß bloß ein fremder Kerl mit zwei Pferden zufällig vor dem Wagen herreite . Und in dieser Minute sahen sie den offnen Triumphwagen mit der weiblichen Dreieinigkeit langsam die Blumenbühler Höhe hinaufziehen , und das vermengte Tulpenbeet der drei Sonnenschirme schimmerte ihnen lange zurück . Vierzehnte Jobelperiode Albano und Liane 64. Zykel In unserer innern Welt fliegen so viele zarte und heilige Empfindungen herum , die wie Engel nie den Leib einer äußern Tat annehmen können ; so viele reiche gefüllte Blumen stehen darin , die keinen Samen tragen , daß es ein Glück ist , daß man die Dichtkunst erfunden , die alle jene ungebornen Geister und den Blumenduft leicht in ihrem limbus aufbewahret . Mit dieser fass ' ich , lieber Albano , deinen herrlich verduftenden Sonntag auf und halte den unsichtbaren Weihrauch fest für die Schneidersche Haut der Welt ! Am Sonntage bezog er das Donnerhäuschen in Lilar . Der Lektor hielt sich mit der Hoffnung aufrecht , der Graf werde das Blumenparterre des neuen Genusses schon bald so platt und welk zusammentreten wie einen Kreuzweg . Es war ein schöner Morgen vom Tau ganz beregnet - ein frischer Wind wehte von Lilar über das blühende Korn - und die Sonne brannte allein in einem kühlen Himmel . Auf der Blumenbühler Straße zog ein Menschengewimmel hinan , und niemand ging lange allein ; auf der Morgenhöhe sah ' er seinen Freund Karl mit dem gebognen Federbusch der Sonne entgegensprengen . Lilars Lüfte flogen Orangenduft-ausatmend entgegen und wehten die Asche weg , die auf den glühenden Altarkohlen jenes ersten herrlichen Sonntags stand . Er ging die Brücke hinab , und der früh geputzte Pollux trieb ihm einen aufgeblätterten Truthahn entgegen . Eine Soeur servante des alten Speners kochte schon eine Stunde lang bei der Chariton , bloß um ihn vorbeigehen zu sehen . Diese lief festlich-geschmückt aus dem Häuschen , das sich heiter mit allen Fenstern dem ganzen Himmel öffnete , ihm entgegen und brach in der Verlegenheit der Freude mit der Hauptsache zuerst heraus , es sei nämlich droben im Häuschen alles schön parat , und ob er das Essen hinaufhaben wollte . Sie wollte mitten im Gespräch Polluxen aus des Grafen - Fingern ziehen , aber er ließ ihn zum Kusse aufschweben und erntete damit jedes Herz , auch das alte hinter der Küchenflamme . Indem er nach seinem Häuschen durch den westlichen Triumphbogen hinausging , fühlt ' er unbeschreiblich stark und süß , daß die holde Jugendzeit unser Welsch- und Griechenland ist voll Götter , Tempel und Lust - ach und welches so oft Goten mit Tatzen durchstreifen und ausleeren . - Seine blühende Bahn lief endlich in die Tiefen- und Hohentreppe , die er mit Spener bestiegen - einzelne Tages-Streifen brannten sich dem nassen Boden ein und färbten zerstreuete Zweige feurig und golden . - An der mystischen Laube , wo vor ihm der tote Fürst in der Seitenhöhle geschritten war , fand er diese nicht , sondern nur eine leere Nische . Er trat oben heraus wie aus der Hüfte der Erde . Sein Häuschen lag auf dem herumgebognen Bergrücken . Drunten ruhten um ihn die Elefanten der Erde , die Hügel , und das sich in Blüten herrlich blähende Lilar , und er schauete aus seinen Fenstern in das Lager der Riesen der Natur . Inzwischen konnt ' er jetzt nicht auf dem Fensterstocke bleiben , oder neben der begeisternden Äolsharfe , oder im Augenkerker , den Büchern ; durch Ströme und Wälder und über Berge zu schweifen verlangte die frische Natur . Das tat er . Es gibt zwischen den Alltags-Tagen des Lebens - wo der Regenbogen der Natur uns nur zerbrochen und als ein unförmlicher bunter Klumpe am Horizont erscheint - zuweilen einige Schöpfungstage , wo sie sich in eine schöne Gestalt ründet und zusammenzieht , ja wo sie lebendig wird und wie eine Seele uns anspricht . Heute hatte Albano diesen Tag zum erstenmal . Ach es gehen Jahre dahin , und sie bringen keinen . Indem er so auf dem Bergrücken auf beiden Seiten dahinwandelte , flutete der Nordost ihm immer voller entgegen - ohne Wind war ihm eine Landschaft eine steife festgenagelte Wandtapete - und wühlte das feste Land zum flüssigen um . Die nahen Bäume schüttelten sich wie Tauben süß-schauernd in