alten Eichen überragte Einfriedigung auf , an deren Front wir , als wir hielten und abgestiegen waren , die Worte » Metas Ruh « lasen und leicht erkannten , daß wir uns hier auf dem Friedhofe der Glashüttenaristokratie dieser Gegenden befinden müßten . Aber » Metas Ruh « ( soviel leuchtete kaum weniger ein ) konnte nicht wohl die Bezeichnung für diesen Begräbnisplatz überhaupt , sondern der Name für jenen seltsamen Bau sein , der sich inmitten dieses Eichenkampes erhob . Hohlwegartig , die Seitenwände gemauert , lief in leiser Schrägung ein absteigender Gang auf eine Gittertüre zu , hinter der wir leidlich bequem in das Dunkel einer rundgewölbten Gruft blicken konnten . Drei , vier Särge waren sichtbar . Über diesen Tatbestand hinaus aber schien unsere Neugier nicht befriedigt werden zu sollen . Wir hatten uns auch bereits darin ergeben , als ein Alter , den wir von Dagow her des Weges kommen sahen , unsere Hoffnung neu belebte . » Der wird es wissen . « Und jetzt war er dicht heran . Guten Tag , Papa . » Goden Dag ook . « Was bedeutet dies » Metas Ruh « ? Wer ist Meta ? » Meta wihr sien ' ihrste Fru . « Die Sache schien sich hiernach nicht allzu rasch entwickeln zu sollen , weshalb wir uns setzten und den Alten einluden , auch Platz zu nehmen . Er blieb aber stehen und erzählte . » Meta , as ick Se all seggt hebb ' , wihr sien ' ihrste Fru . Un as se nu starven deih , doa wihr he ganz van een und bugte ehr disse Gruft . Awers , as dat so geit , int dritte Joar , doa hädd he wedder ne Fru , un noch dato een ' , de he sien besten Frünn wegnoamen hädd . Na , he leevde joa so wiet ganz goat mit ehr , man blot dat he keen Roh nich hädd un nich sloapen künn , und de Lüd ' hier herümmer – he wihr dunn in Strelitz – de seggten : » Dat wihr man bloot , wiel sien ' ihrste Fru nich richtig begroaben wihr . De Doden , de möten in de Ihrd , seggten se , un nich in so ' n Keller . « Und wer war es denn ? Wie hieß er ? » Da weet ick nich . Awers da weet ick , dat he eens Dags hier ankoamen un to sien Verwann ' n seggen deih : › Kinnings , wi wüll ' n dat Dings nu inriten und hunnert Fuhren Ihrd upschüdden . ‹ Awers dat wullen joa nu siene Verwann ' n nich . › Dat kannste nich dohn ‹ , seggten se , › wi hebben joa nu ook all en poar von uns ' mit in . Und denn , wat wühren de Lüd seggen , wenn du dien eegen › Meta ' s Ruh ‹ wedder inriten deist ? ‹ « Und was wurde ? » Nu , he seggte joa vörihrst wieder nix un woahr man bloot noch so veer or fiew Doag hier rümmer ; awers as nu sülwigen Harwst wedder een in de Gruft rinn süll , doa wihr joa Meta nich mihr in . Un nu frögten se so lang , bis et rut kam . Een von de Globsower Glashüttenlüd ' , de all Nacht um Klock een up Arbeit güng , de wiehr niglig west und hädd öwern Tuhn kuckt , und doa hädd he joa siehn , dat Een een ' Sark uttrecken un dat Sark inn ' Graff insetten deih , dat he all vörher moakt hädd . Und nu seggen ' s , dat is he west . Ick weet et nich . Awers dat heww ick immer hührt , dat he von dunu an sloapen künn . « Wir dankten dem Alten und weiter ging es in den bereits dunkelnden Forst hinein . Willkommen waren uns jetzt die lichten Stellen , wo gerodet war , oder aber auf graugelben Sandstrecken nichts anderes wuchs , als niederes , aus dem Samen windverschlagener Kiehnäpfel aufgeschossenes Buschwerk . Eine solche Heidestrecke lag eben wieder hinter uns , als wir in die namengebende Metropole dieser Gegenden , in Groß-Menz , einfuhren . Es fielen Worte wie Burgwall , Ritter Menz , hohles Gemäuer , unterirdischer Gang , alles verlockendste Klänge also , die mich sechs Stunden früher in den Zirkel dieses Dorfes wie in einen Zauberkreis gebannt haben würden . Aber bei dem schon herrschenden Zwielicht siegten allerlei kritische Bedenken , und statt den Forderungen wissenschaftlicher Neugier nachzugeben , ging es in wachsender Hast über den beinah städtisch angelegten Dorfplatz hinweg und an einer lindenumstandenen Oberförsterei vorüber , in die mit jedem Augenblicke reizloser werdende Landschaft hinein . Nicht nur Groß-Menz lag hinter uns , auch die Groß-Menzer Forst . Immer kühler wurde es , wir wickelten uns in unsere Plaids und niemand sprach mehr . Die prustenden Pferde warfen den Schaum nach hinten , und Acker , Sand und Schonung – immer schattenhafter kamen und schwanden sie . Jetzt ein Steindamm jetzt lange Pappelreihen , und nun auch jener wärmere Luftstrom , der uns die Nähe menschlicher Wohnungen bedeutete . Noch eine Biegung , zwischen den Bäumen hindurch schimmerte Licht und – unser Wagen hielt . Eine halbe Stunde später , und der hohe Kamin sah uns im Halbzirkel um seine Flamme versammelt . Die Scheite , echte Kinder der Menzer Forst , brannten hoch auf , auf uns hernieder aber sahen die Ahnen des weitverzweigten Hauses : die Neales , die Oettinger und La Roche-Aymon , und zwischen ihnen das leuchtende Bild des » Saalfelder Prinzen « . Die Rede ging von alter und neuer Zeit . Märchenhaft verschwamm uns Jüngsterlebtes mit Längstvergangenem , und während wir eben noch über den Rheinsberger See hinglitten und das Gekicher schöner Frauen zu hören glaubten , weitete sich plötzlich das stille Wasserbecken und bildete Strudel