wert gewesen . « Er wollte sich kleiden . Es war reichliche Auswahl da . Nur das Hemd fehlte . Malimmes kramte im Zwerchsack der Knechte . Umsonst . Die hatten nur das Hemd , das sie am Leibe trugen . Im Bündel der Traudi fand er ein langes , grobleinenes Weiberpfaid . Das zog er an . Und lachte , während er so dastand und sich anguckte . Den feuchten Bausch des eigenen , zerfetzten Hemdes stopfte er zwischen die paar Habseligkeiten des Mädels . Mit allem anderen ging ' s flink . Stattlich und doch ein bißchen sonderbar gewandet , wie ein Mischling aus zwei Dritteln Herr und einem Drittel Soldknecht , stand Malimmes vor dem Zelt , als der Feldscher mit seiner Tasche und der Altknecht mit dem Weinkrug kamen . » Gib her ! « Malimmes packte den Krug . » Jetzt duck dich , arme Seel ! Die Sündflut kommt ! « Er soff , daß die zwei anderen zu lachen begannen . Nun saß er auf einer Baumwurzel und hielt unter dem Lichterspiel der Sonne geduldig den Kopf hin , während der Feldscher die kitzlige Arbeit begann . Ein Hautlappen , den man wegschneiden mußte , flog ins Moos . » So ! « sagte Malimmes . » Da kriegen die Mäus was . Der liebe Herrgott teilt ' s allweil so aus , daß jedes Schwänzlein Leben zu seiner Notdurft kommt . « Heiter meinte der Feldscher : » Nit jeder laßt seine Haut so willig wie du ! « » Was liegt an einem Läpplein Haut ? Wer gut durch die Welt kommen will , muß sieben Haut haben . Da schält sich bei jedem Elend eine weg von ihm . Die wo nachwachst , muß allweil die bessere sein . « Ohne Zusammenhang mit diesen klugen Worten lachte Malimmes plötzlich wild hinaus . Dann preßte er den Arm an die Stirn und sagte bekümmert : » Sonst vertrag ich nit wenig . Aber heut - die Hitz halt , weißt - « Er atmete schwer . Der Feldscher nähte mit festem Zwirn , den er zuvor in Essig tauchte . Über die Naht kam das Pflaster . Malimmes griff hinauf . » Jetzt mußt mir noch die Haar über das Pflaster kampeln . Ich mag nit merken lassen , daß ich ein Loch hab , wo keins hingehört . « Über den neuen Scheitel , der ihm angebürstet wurde , zog er eine gesteppte Seidenkappe , die er im Pack des Herrn Grans gefunden . Aus dem Säckel holte er den Dank für den Feldscher heraus : » Vergelt ' s Gott , Mensch ! « Und dem Altknecht befahl er : » Jetzt futter meinen Gaul ! Er hat verschnauft . « Eine freudig schrillende Weiberstimme im tieferen Wald . Malimmes guckte gottergeben drein . Atemlos kam Traudi durch den Wald heraufgewirbelt , vergaß aller Eifersucht und überschüttete den Malimmes mit einer ausreichenden Mahlzeit von Sorge und Zärtlichkeit . Stumm ertrug er ' s , während schon die Wirkung des schweren Trunkes in seinen Augen zu blinkern begann . Daß er anders aussah als sonst , das merkte die Traudi nicht . Der Malimmes war da , war gut zu ihr , und ihr Glück hatte keinen Wunsch mehr . Als ihre Freude sich ausgetobt hatte , faßte er sie am Handgelenk : » Dich hab ich gesucht . Bloß um deintwegen bin ich gekommen . « » Ist ' s wahr ? « Sie glich in diesem Augenblick dem seligsten Geschöpf der Erde . » Aber , Maidl , jetzt mußt du beweisen , daß du mich lieb hast . « » Dir tu ich alles . « » Zu meiner Mutter mußt du , in die Ramsau , jetzt gleich . Die Mutter tut Not leiden . « Er schüttelte den Inhalt des Säckels vor sich hin und schob ein paar Silberstücke in seinen Hosensack : das übrige teilte er nach dem Augenmaß und gab dem Altknecht die eine Hälfte : » Das schieb in des Herren Zwerchsack . Ist für uns alle . « Die andere Hälfte gab er wieder in den Sack . » So , Maidl , das bring der Mutter , jetzt gleich ! Und bei der Mutter bleibst du , bis ich komm . Dein Kind muß ein Heimatl haben , weißt ! « Ihre Augen strahlten . » Wann kommst ? « » So bald wie ' s geht . Hast meinen Goldpfennig noch ? « » Wohl ! An einem Schnürl um den Hals . « » Da laß ihn nur hängen derweil . Jetzt kannst du die Mutter auch grüßen - von mir . Mach weiter ! Das Ding hat Eil . « Sie wagte keinen Widerspruch , sprang in das Zelt , holte ihr Bündel und wollte den Malimmes halsen . Er sagte : » Schon gut ! « Mit Tränen in den Augen sprang die Traudi davon . Er sah ihr nicht nach , sondern starrte vor sich hin auf den Waldboden , und in seinem Gesicht war der Ausdruck eines peinvollen Grams . Mit schweren Schritten ging er ins Zelt und preßte die Lippen , an den zierlichen Helm , wie ein inbrünstiger Beter die Reliquie eines Heiligen küßt . Wieder jenes wilde Lachen . Dann warf er sich auf die Pferdedecken , die in einem Winkel des Zeltes lagen . Noch einmal hörte er die Stimme der Traudi . Das Mädel war dem Runotter und dem Jul begegnet und sprach mit ihnen . Nun kamen die beiden . Jul war ohne Kettenhaube , barhäuptig . Wie ein dickes , schweres Mäntelchen hing das schwarze Haar um das erhitzte Gesicht . Runotter , völlig gewaffnet , schlug den Tuchlappen des Zeltes zurück . » Gott sein Dank ! Da ist er . Mir geht ein Stein von der Seel . « Malimmes lag unbeweglich auf den Decken , mit geschlossenen Augen . Als Jul zu ihm hinspringen