, um alle , die hier vorüberkamen , zu kontrollieren . Der » junge Adler « ritt uns voran und still grüßend an ihnen vorbei . Ihn ließen sie passieren , uns aber hielten sie an . » Wohin wollen meine weißen Brüder ? « fragte der Aelteste von ihnen . » Nach dem Mount Winnetou , « antwortete ich . » Was wollen sie dort ? « » Wir wollen zu Old Surehand . « » Der ist heut nicht dort . « » Und zu Apanatschka , dem Häuptlinge der Kanean-Komantschen . « » Auch der ist nicht dort . Sie sind beide miteinander fortgeritten . « » So werde ich dort warten , bis sie wiederkommen . « » Das ist unmöglich . « » Warum ? « » Es dürfen jetzt keine Bleichgesichter nach dem Mount Winnetou . « » Wer hat es verboten ? « » Das Komitee . « » Wem gehört der Mount Winnetou ? Gehört er dem Komitee ? « » Nein , « antwortete er verlegen . » So hat dieses Komitee auch nichts zu befehlen und nichts zu verbieten ! « Ich trieb mein Pferd zum Weitergehen an . Da griff er mir in die Zügel und sagte : » Ich muß Euch anhalten . Ich darf Euch nicht vorüberlassen . Ihr habt umzukehren ! « » Versuche es ! « Bei diesen Worten nahm ich mein Pferd vorn hoch und schüttelte ihn ab . Die drei andern wollten Pappermann und das Herzle zurückhalten . Mein Pferd tat einen Satz mitten zwischen sie hinein und trieb sie auseinander . Pappermann rief lachend aus : » Mich zurückweisen ! Den Maksch Pappermann festhalten ! Hat man schon einmal so etwas erlebt ? Wer es wagt , mich anzufassen , den steche ich auf der Stelle nieder ! « Er ließ sein Maultier einige Sprünge dorthin tun , wo die vier Lanzen in der Erde steckten . Im nächsten Augenblick war ich auch dort . Zwei rasche Griffe , und die Lanzen befanden sich in unseren Händen . Er nahm die eine durch die Lederschlinge an den Arm und senkte die andere zum Stoße . Ich tat ganz dasselbe . » So ! « lachte er . » Wer nicht erstochen sein will , der mache sich aus dem Wege ! Vorwärts ! « Wir ritten weiter . Die Komantschen waren junge Leute . Der älteste von ihnen zählte gewiß noch nicht dreißig Jahre . Sie stammten also nicht aus der alten kriegerischen Zeit . Sie wußten vor Verlegenheit nicht , was sie machen sollten . Sie schwangen sich auf ihre Pferde und kamen hinter uns her . Sie baten uns , ihnen ihre Lanzen wiederzugeben und ja nicht weiterzureiten , sondern zu warten , bis sie uns nach vorn gemeldet hätten . Dann würden wir erfahren , ob wir unsern Weg fortsetzen dürften oder nicht . Da es nicht in unserer Absicht liegen konnte , sie vor ihren Kameraden zu blamieren , so gaben wir ihnen ihre Lanzen wieder , setzten unsern Weg aber ununterbrochen fort . Sie getrauten sich nicht mehr , dies zu verhindern , und ritten hinter uns her , denn ohne Beaufsichtigung durften sie , wie es schien , uns nicht lassen . Nach ungefähr einer Stunde kamen wir an einen zweiten Posten , der auch aus vier Personen bestand . Diese machten denselben Versuch , uns anzuhalten . Wir weigerten uns , zu gehorchen . Die ersten vier fühlten sich jetzt stärker als vorher . Da stieg ich vom Pferde , ging zu dem Maultier , welches meinen Koffer trug , öffnete ihn , nahm die beiden Revolver nebst Munition heraus , steckte die letztere zu mir , spannte die Revolver , ging fünfundzwanzig Schritte zur Seite , zielte und gab schnell hintereinander acht Schüsse ab . Jeder der Komantschen bekam einen Ruck in den Arm , in dem er die Lanze hielt . Ich hatte alle acht durchlöchert . Ich lud wieder , kehrte dann zu meinem Pferde zurück , stieg auf und sagte : » Jetzt habe ich nur auf die Lanzen gezielt . Von jetzt an aber ziele ich auf die Männer . Merkt euch das ! « Wir ritten weiter . Sie blieben eine kleine Weile , leise miteinander sprechend , halten ; dann kamen sie hinter uns her , alle acht , ohne es aber zu wagen , sich uns mehr , als wir wünschten , zu nähern . Nach wieder einer Stunde erreichten wir den nächsten Posten , der ebenso wie die vorigen aus vier Mann bestand , die nur Lanzen trugen . Auch sie wollten sich uns in den Weg stellen ; als sie aber sahen , daß wir begleitet wurden , wichen sie zur Seite , ließen uns vorüber und schlossen sich ihren hinter uns reitenden acht Stammesgenossen an . Das machte dem Herzle Spaß . » Nun ist es genau ein Dutzend ! « sagte sie . » Und wir sind nur drei Männer und eine Frau ! Sind das jene kühnen Rothäute , von denen man liest und erzählt ? Sind das jene Komantschen , die man als die verwegensten unter allen Indianern schildert ? « » Irre dich nicht , « antwortete ich . » Sie sind jung , sind ungeübt . Gib ihnen eine Handvoll Erfahrung , so wirst du sehen , daß sie ihren Vätern nichts nachgeben . Wir haben sie einfach verblüfft ; das ist alles ! « Jetzt hatten wir anderthalb Stunden zu reiten , ehe wir den nächsten Posten erreichten . Da stand eine geräumige Blockhütte , bei der zahlreiche Holzklötze lagen , die als Sessel dienen sollten . Hier waren mehr Menschen als nur vier . Ich zählte zehn : acht Indianer und zwei Weiße . Der Pferde waren ebenso viele . Den beiden Weißen schienen die Roten nicht vornehm genug zu sein . Sie hatten sich abseits von ihnen gesetzt . Sie frühstückten aus ihren Satteltaschen und tranken