und Hüte . Überdies ein paar Fäßlein edlen Weines . Das alles bringen wir heim , mit unsern Waffen erbeutet . Wie wir nämlich zwischen Warmbrunn und Hermannsdorf unsere Straße ziehen , kommt einer von meinen Kundschaftern dahergeloffen und meldet : Vom Kynast nahen drei Planwagen mit zwanzig Reitern . - Mit denen werden wir fertig ! sag ich und lasse alsogleich meine Leute an einen Ort zurückgehen , wo der Weg von Wald umgeben . Hier machen wir unsere Feuerrohre fertig und kauern im Hinterhalt . Wie nun die Wagen kommen , strecken unsere Schüsse gleich fünf Reiter zu Boden , die übrigen schlagen wir nieder . Nur einen Mann haben wir verloren . Leicht ist es freilich nicht gewesen , die Beute herzuschaffen , ohne von der Kynastbesatzung erspäht zu werden . Wir mußten einen Umweg durch Waldung nehmen . Nun aber sind wir hier und möchten unsern Sieg feiern . « » Vivat Maiwald ! « schrien die Leute . » Viktoria ! « Da man mich fragend anblickte , nahm ich das Wort : » Ich danke dir , Dreßler , daß du nach meinem Auftrag getan und im Gebirge verkündet hast , was wir wollen . Auch dir , Maiwald , weil du Soldaten bringest , danke ich . Was aber das Beutemachen anlangt , so kann ich es nicht billigen . Wenn wir ein neues Reich gründen , besser als die alte Haderwelt , dürfen wir nicht mit Mausen beginnen . Merket ihr alle ( und meine Stimme ward scharf ) : daß mir keiner ein Gartbruder werde ! Unrechten Gutes bedürfen wir nicht . Erhaltet ihr nicht reichen Sold ? Und können wir nicht genung Lebensmittel kaufen mit dem Golde , das ich schaffe ? « Maiwald riß vor Überraschung Aug und Maul auf , Murren erhub sich unter den Leuten . Ich aber befahl mit Strenge : » Maiwald , sorge sofort , daß keiner sich an dem Gut vergreife . Das gehört den Kindern unseres armen Herrn Schaffgotsch , den seine Widersacher ausplündern möchten . Morgen soll ein Bote nach Kemnitz zu Herrn Gottwald , ihrem Vormund , und melden , daß wir den Kaiserischen Wagen genommen , die zum Gute der jungen Schaffgotsche gehören . Weil ihr es aber gut vermeinet habt , ihr neuen Soldaten , so gebe ich jedem von euch ein Goldstück , eurem Anführer Maiwald aber zehn . Wohlan , nun ist es gut , lasset uns mitsammen fröhlich sein , ihr seid zum Feste geladen . « So war denn alles begütigt . Dreßler hielt Maiwalds Arm gefaßt und redete auf ihn ein : » Unser Johannes hat ganz recht , aber freilich du bist ein Hauptkerle , ein kecker Fuchs . « Drauf so hub die Musika wieder an , und die Angekommenen nahmen teil am Schwatzen , Trinken und Tanzen . Ich zog Maiwald , der noch immer betreten war , zum Marketender und ließ Wein geben . Bald stimmte er mir bei , und seine Verdrossenheit bezog sich nur darauf , daß er sein prächtig Herrengewand wieder lassen solle . Aber Dreßler meinte : » Was willst du mit dem Pfauenkleid in unsern Bergen ? Mach dir ein Lederwams ! « Mein Aufmerken ward jetzo auf eine Gruppe von Soldaten gelenkt , die einem der mitgebrachten Soldatenweiber lauschten . Von Magdeburg ging das Gerede : » Wie die Magdeburger sollten auch wir ' s machen . Dann kann unsere Burg nicht eingenommen werden . « - » Was sollen wir wie die Magdeburger machen ? « sprach ich hinzutretend . Da eiferte das Weib : » Die Magdeburger haben ein Stadttor uneinnehmbar gemacht . « - » Uneinnehmbar ? « entgegnete ich ; » weiß Sie denn nicht , daß Magdeburg längst über und zerstört ist ? Ich selber bin Magdeburger und hab unter Falkenberg die Stadt verteidigen helfen . « - » Das weiß ich wohl . Mein Mann war ja einer von den Pappenheimern und hat mir gute Beute ins Lager von Neu-Haldensleben gebracht . Aber das Krökentor ist doch beim Sturme festgeblieben , ist nur durch Umzingelung eingenommen ; die Pappenheimer sind durch die Hohe Pforte in die Stadt gedrungen , und da blieb dem Krökentor freilich nichts übrig als zu kapitulieren . « Düster starrte ich drein : » Solch toller Aberglaube darf hier nicht aufkommen . Daß Sie davon fürder schweige ! « Das Weib zuckte die Achsel und murrte frech . Abseits wandte ich mich , lieber bei säuselnden Tannen war ich als bei diesen Menschen ; meine Verdrossenheit galt es zu beschwichtigen . War das ein neues Reich , was also anhub ? Ein Lichtreich , wie es Berthulde nannte ? Durfte es sich gründen auf dieselbigen Mängel und Laster , die es doch bekämpfen wollte ? Waren mir rechte Helfer zur Seite , und war ich selber meines Unternehmens würdig ? Hatte ich nicht mit Gaukelei begonnen und mit meinem Golde dies Gesindel an mich gelockt ? Wo ein Aas ist , da sammeln sich die Raben . Und nun was weiter ? Wie bessere ich das Verfehlte ? » Herr Johannes ! Eine Freudenpost ! Viktoria ! « rief es hinter mir , und zween Männer hasteten herbei ; der eine war Christianus , der Preislerin Sohn , mit einem Papier winkte er , als bringe er wichtige Botschaft . Ich stutzte , und etwas sprach in mir : Wie deine Leute knöcheln , so wirft eine dunkle Hand die Würfel deines Geschickes , und da ist nun wieder ein Wurf geschehen , einstweilen verdeckt durch den Würfelbecher , sogleich aber offenbar ; vielleicht sind die Würfel dir zum schwärzesten Unheil gefallen ... doch nein , wohl eher zum Glück ... Freudig blickt Christianus . » Sie lebt ! « ruft er - und es durchzuckt mich die Hoffnung , Thekla sei gemeint . Vor Beklommenheit kann ich kaum sprechen : » Wer lebt ? « - Nun ist Christianus bei mir und