sich durch Treten oder Beißen befreien - denn bis der Besiegte nicht sein » enough « - genug - ruft , wird der Kampf nicht für beendet angesehen - so sucht der Obenliegende den schon so weit Ueberwundenen zu gautschen - das heißt , er drängt ihm einen oder auch beide Daumen in die Augenhöhlen hinein , aus denen er , wenn nicht daran verhindert , die Augäpfel herauspreßt . Nicht selten wickelt er dabei mit raschem geschickten Griff die an den Schläfen wachsenden Haare des Opfers um seine Zeigefinger , um dadurch in seinem fürchterlichen Geschäft nicht allein mehr Sicherheit zu gewinnen , sondern auch den Niedergeworfenen zu verhindern , sich die ihm Blindheit drohenden Daumen in den eigenen Mund zu ziehen und mit verzweifelter Wuth abzubeißen . Hunderte können bei solchem Kampfe gegenwärtig sein , Keinem wird es einfallen , das gräßliche Resultat zu verhindern , ausgenommen , der Eine gesteht mit dem Ruf » genug « seinem Gegner den Sieg zu . Dann müssen augenblicklich alle Feindseligkeiten eingestellt werden . Das Gouchen bedingt übrigens nicht jedesmalige Blindheit , zu Zeiten können die Augen wieder in ihre Höhlen , ohne ihre Sehkraft zu verlieren , zurückgeschoben werden ; nur zu oft zieht es jedoch seine entsetzlichen Folgen nach sich , und Hunderte sind , die so , theils halb , theils ganz erblindet , die Wirkung eines natürlichen Kampfes durch ' s ganze Leben schleppen . Der Verlust eines Auges gilt auch dabei als vollkommen hinreichende Entschuldigung , einen angebotenen Kampf auszuschlagen , ohne dabei in den Verdacht der Feigheit zu gerathen , da man es erklärlich findet , der also Verkrüppelte wolle nicht gern auch sein zweites Auge gleicher Gefahr aussetzen . 23. Die unerwartete Verhaftung . Tom schritt ungeduldig in Frontstreet auf und ab . Dem Richter hatte er versprechen müssen , auf ihn zu warten , und der kam jetzt nicht zurück . Seine Jolle befand sich zur Abfahrt bereit , dicht neben dem dort noch immer vor Spring- und Sterntau liegenden Dampfboot Van Buren , das seine Schäden so weit ausgebessert hatte , um am nächsten Morgen elf Uhr wieder abfahren zu können , und zweimal schon war er die vom Fluß abführende Wallnutstreet in aller Ungeduld hinauf und herunter gelaufen , und immer noch wollte sich der Squire nicht sehen lassen . Der Abend brach dabei mehr und mehr herein , und Tom blieb plötzlich mitten in seinem Marsch stehen , stampfte ärgerlich mit dem Fuße und rief : » Ei so hol ' ihn der Henker , ich gehe wieder zum Fluß hinunter , und läßt er dann noch nichts von sich sehen , dann fahr ' ich ohne seinen Wisch ab . Wetter noch einmal , der Constabler in Victoria muß mir überdies beistehen , wenn ich gerechte Sache habe , und wenn ich die nicht habe , kann mir auch die Empfehlung nichts helfen ! « Er schritt Wallnutstreet wieder hinab und bog eben scharf um Frontstreet-Ecke , als ihm auch ganz unerwartet ein Mann entgegenkam , der , den Fremden kaum bemerkend , sein Taschentuch schnell vor das Gesicht hielt , als ob er Zahnschmerzen habe , und dann rasch , aber den Kopf gesenkt , an ihm vorüberschritt . Nebel und Abenddämmerung vergönnten dem scheidenden Tageslicht nur noch einen schwachen Strahl . Dennoch war er dem Scharfblick des jungen Mannes hinreichend , in dem schnell verhüllten Antlitz des Fremden die Züge eines Mannes zu entdecken , die sich , außer ihren ganzen Eigenthümlichkeiten , ihm auch noch mit einer Schärfe in Herz und Gedächtniß eingegraben hatten , um ein Vergessen unmöglich zu machen . Es war Eduard Hawes - die blonden , flatternden Locken ließen ihm keinen Zweifel , wenn auch der grobe Farmersrock den für einen Moment erweckt haben mochte . - Es war der Mann , der ihn damals , als er in der Nähe der reizenden Marie Morris sein ganzes irdisches Glück zu finden glaubte und wirklich fand , aus all ' seinen süßen , seligen Träumen riß und wieder in die kalte Welt hinausstieß . Ach , Marie hatte ja nicht einmal geahnt , mit welcher Gluth und Leidenschaft der rauhe Jäger an ihr hing ! - Wie einen Bruder hatte sie ihn geliebt , und als Hawes , mit Reichthum , Schönheit und dem einfachen Kinde imponirenden Geist dazwischentrat , reichte sie ihm , des Schrittes kaum sich bewußt , den sie that , die Hand . Erst als Tom jetzt in Verzweiflung floh und sie beim Abschied seinen tiefen , kaum bezwungenen Schmerz erkannte , mochte ihr eine Ahnung seiner Gefühle dämmern . Da war es aber zu spät - schon am andern Tage legte der alte Friedensrichter Morris , der Onkel der Braut , der Tom Barnwell wie einen Sohn liebte und auf dessen Verbindung mit seiner Nichte schon als auf den Trost seines Alters gehofft hatte , die Hände der beiden Verlobten in einander und drückte dann die weinende zitternde Braut , selbst mit Thränen im Auge , an sein Herz . Dieser Hawes , dessen Bild sich Tom Barnwell ' s Seele mit unauslöschlichen Zügen eingeprägt hatte , stand plötzlich vor ihm , und das ganze Wesen und Benehmen desselben mußte in Tom den fast unwillkürlichen Gedanken erwecken , Jener wolle nicht gesehen sein . Mit Blitzesschnelle stiegen da all ' die wirren und fürchterlichen Vermuthungen wieder in ihm auf , die er , seit er Marie gefunden , oft hatte fast gewaltsam zurückdrängen müssen . Hawes hier , wo ein Brief an ihn auf das Land hinausgeschickt war , in einem ganz andern Theile der Stadt , als in dem sich Marie befand ! - Wollte er wirklich unerkannt sein , oder war diese Bewegung nur Zufall ? All ' diese Gedanken zuckten pfeilschnell durch Tom Barnwell ' s Hirn , als er stehen blieb und der Gestalt des rasch Davoneilenden nachsah . Im Augenblick hatte er sich aber auch wieder insoweit gesammelt , einen festen Entschluß zu