gelegner Zeit , und selbst zu Wiesbaden und an Willhild ' s Wohnorte die Waffen suchen , deren ich bedarf , um Margarethen zu vernichten . Denn - falsch ist ihr Spiel ; wie sollte ich den Buben nicht kennen ? Warum wäre er so scheu und furchtsam gewesen , da er mich nur sah ? Welch ein seltsam Verhängniß ihn auch hieher , gerade in dieses Haus geführt haben mag ..... ich will es benützen . Zuerst diene er mir als Hebel zum Sturze meiner Feindin ; dann erst soll auch ihn meine verzögerte Rache ereilen . Ehe ich aber die Fahrt antrete , die mir Gewißheit verschaffen soll , wo Margarethens Sohn hingekommen , muß ich noch ein Gift bereiten , das ich in Diether ' s Wunde streuen kann , um sie nie verharrschen zu lassen . « » Um Gottes Barmherzigkeit willen , laßt mich zu ihr ! « jammerte eine flagende Stimme draußen , und Bilger ' s Gattin stürzte mit aufgelöstem Haar und zerrütteten Gewändern zu Wallraden herein . » Ich konnte sie nicht aufhalten ! « versicherte die zagend nachfolgende Zofe , da sie in Wallradens finsterm Blicke den Zorn über die unverhoffte und unwillkommne Störung las . Verweint , bleich , mit wankenden Knien nahte sich Katharine dem Fräulein , das durch einen Wink die Dienerin entfernte ; sie ergriff des Fräuleins Hand und sah sie mit dem Ausdrucke unaussprechlicher Wehmuth an . - » Was willst Du , Katharine von der Rhön ? « fragte Wallrade hart und abgeschlossen . - » Verbirg mich vor meiner eignen Schande ! « schluchzte Katharine , » und nenne den unglücklichen Namen nicht , der mich einst selig machte , und nun meine ganze Zukunft vergiften wird . « - » Wie soll ich Dich denn also nennen , Unselige ? « fragte Wallrade wie zuvor . - » Hab ich denn mein Recht auf Deine Freundschaft verloren ? « klagte Katharine : » An Deinem Busen fand ich Trost über des Gatten Verlust , als er mich und sein Kind so schnöde verlassen hatte : Deinem Zureden folgte ich , als ich unsers gnädigsten Kaisers Gnade von mir verwies , die für meine Zukunft sorgen wollte . Deiner ernstlichen Zuneigung vertraute ich , als Du mich auffordertest , mit Dir zu ziehen , um des treulosen geliebten Flüchtlings Spur zu verfolgen . O , steh mir auch jetzt bei in den schwersten Stunden meines Lebens ! Hilf mir in diesem Sturme meines empörten Herzens ! « - » Wie soll ich ? « sprach Wallrade mit Kälte und unverkennbarem Widerwillen . - » Werde mir nicht fremd ; « fuhr Bilger ' s Gattin dringender fort : » zürne nicht meiner Scheu , zu glauben , was meine Seele durchschneidet wie ein Schwert . Ist es auch sichre lautre Wahrheit , was Du mir berichtet ? « - Wallrade richtete sich stolz in die Höhe : » Wozu diese Frage ? « sagte sie mit einem Tone , der die arme unschuldige Katharine beben machte : » Ich lüge nicht . Beruhigt Dich aber ein Eid mehr , als mein Wort , so schwöre ich den theuersten , daß ich Wahrheit sprach . « - » Und wer .... wer ist die , die er zuerst umfing , um sie zu meiden für meinen Besitz ? « fragte Katharine , wie von Eiseskälte geschüttelt weiter . - » Die Unglückliche ist hier geboren , aus edelm Geschlechte stammend ; « entgegnete Wallrade zögernd : » sogar nahe - nahe mit mir befreundet . Ihren Namen , wie den Ort , den sie bewohnt mit ihren vaterlosen Waisen , hoffe nicht von mir zu erfahren . « - » O nenne mir ihn ! « bat Katharine flehend , und außer sich : » Nenne mir das Weib , nenne es ! « - » Mit nichten ! « höhnte Wallrade : » Etwa , damit Du , die leidenschaftlichste aller Frauen , die ein lodernd Feuer unter harmlosem Antlitz birgt , die stille Zurückgezogenheit der Ärmsten stören mögest durch Deine Klagen , Deine Verwünschungen ? « - » O , wie hart urtheilst Du von mir ! « versetzte die Frau von der Rhön : » ich habe für ihn , den falschen Verräther , den sündigen Mann keine Verwünschung , und ich sollte jener zürnen , die früher von ihm betrogen wurde , denn ich ? « - » Du sprichst gut ; « antwortete Wallrade gleichgültig : » nur Schade , daß Deine Rede gleißender ist , als die That es seyn würde . Das Weib ist heftiger in seinem Haß , als der Mann selbst . Überdies kehrst Du die Waffen gegen Dich selbst , sobald Du ruchtbar machst , daß Du den in Bann Verfallnen in verbrecherischer Ehe umschlungen . So wie Du die Sünde mit ihm theiltest , so müßtest Du auch die Strafe mit ihm theilen . Gelüstet ' s Dich , mit geschornem Haupt und nackten Füßen , die gelbe Kerze in der Hand vor der Kirchenpforte zu knien , Buße zu thun vor den Augen der Gemeinde , und jeden Vorübergehenden um Vergebung anzubetteln im Namen des barmherzigen Gottes und seiner Heiligen ? Gewährte es Dir Luft etwa , als Verführerin des ruchlosen . Mannes , der , sich selbst feig der Gefahr entziehend , Dich darinnen umkommen läßt , Dein Leben in einem dumpfigen Kerker bei Wasser und Brod zu vertrauern , während Dein Mägdlein im Schlamm der Schande und des Mangels untergeht ? Und doch wären dieses die Folgen Deiner Unbesonnenheit . Das Geschlecht der rechtmäßigen Gattin von der Rhön ' s würde Dich auf ' s grausamste verfolgen . Du würdest unbezweifelt das Opfer seyn . « - » Du entfaltest ein erbärmlich Loos vor meinem Blicke ; « seufzte Katharine mit Thränen der Angst in den schönen Augen : » wohin ich sehe , droht mir Schande . Meinen Namen wage