beschäftigte sich angelegentlich mit der Theemaschine und erwiderte keine Silbe . Frau Almers bemerkte das mit Mißfallen , sie hielt es natürlich für Schüchternheit , aber diese seltenen Annäherungen durften doch nicht so aufgenommen werden , es war Zeit , daß man da mit einer Aufklärung zu Hilfe kam . Ulrich wußte sich dies Schweigen besser zu deuten . Er sah , daß ihm seine » Unbarmherzigkeit « gegen Zarzo noch nicht verziehen war , machte aber keinen Versuch , wieder einzulenken , sondern stand auf und erklärte , er müßte noch ausreiten , um einen Forstbestand zu besichtigen . Er verabschiedete sich kurz von den Damen und ging . – Der Gutsherr war bereits fertig zu dem Ausritt und hatte eben Befehl gegeben , sein Pferd vorzuführen , als er das Notizbuch vermißte , das im Salon liegen geblieben war . Er ging also noch einmal hinüber , um es zu holen ; aber als er die Thür des Vorzimmers öffnete , klang ihm Paulas Stimme entgegen , in so erregtem Laute , daß er betroffen stehen blieb : » Sie sind im Irrtum , gnädige Frau ! Herr von Berneck hat mir das nie mit einem Worte oder auch nur mit einem Blick verraten . Sie müssen im Irrtum sein ! « Ulrich begriff sofort : seine Tante hatte die Sache , die , ihrer Meinung nach , nicht von der Stelle kam , selbst in die Hand genommen und nach seiner Entfernung zur Sprache gebracht . Daß sie dabei seinem Wunsch und Willen direkt entgegen handelte , kam für sie nicht in Betracht , sie war es gewohnt , eigenmächtig zu handeln . Sie wollte ihrem Neffen den Weg ebnen , den er sich eigensinnig selbst verschloß , und griff nun mit voller Energie ein . Ihre kühle , gelassene Stimme bildete den vollsten Gegensatz zu der Erregung des jungen Mädchens . » Ich weiß es , daß du keine Ahnung davon hattest , mein Kind , dennoch ist ein Irrtum hier ausgeschlossen . Ich habe die Sache mit meinem Neffen bereits erörtert und halte es jetzt doch für nötig , dich vorzubereiten , damit du nicht so fassungslos , so förmlich bestürzt bist wie in diesem Augenblick , wenn er mit seiner Werbung vor dich hintritt . « Es erfolgte keine Antwort , das junge Mädchen schien in der That fassungslos zu sein . Ulrich Berneck hätte sich sonst nie mit dem Lauschen abgegeben , sondern sich sofort bemerklich gemacht , aber was war aus ihm geworden in den letzten Wochen ! Wie oft hatte er nicht da draußen auf der Terrasse gestanden , unter dem hängenden Weinlaub verborgen , und zugehört , wenn Paula mit dem alten Ullmann lachte und plauderte . Da allein sah und hörte er sie ja , ohne den Zwang , den seine und der Tante Gegenwart ihr auferlegten , da hatte auch er den » Sonnenschein « kennen gelernt , und auch für ihn war es hell geworden in Restovicz . Nun konnte er es ja erfahren , wie seine Werbung aufgenommen wurde , noch ehe Ueberredung und Beeinflussung sich geltend machten , und das entschied . Er trat leise einen Schritt seitwärts , wo die geöffnete Thür ihm einen Einblick in den Salon gestattete . Frau Almers saß noch am Theetische , der Thür den Rücken zuwendend , und Paula stand vor ihr , ganz umflimmert vom Lichte der Abendsonne , aber trotzdem eigentümlich bleich , mit großen , erschrockenen Augen . » Ich begreife deine Ueberraschung vollkommen , « hob die Dame wieder an , die dies völlige Verstummen vor dem » großen , unverhofften Glück « ganz natürlich fand . » Ulrich hat dir allerdings bisher seine Gefühle nicht verraten , er ist eben kein Jüngling mehr , der da schwärmt und schmeichelt , doch dem Ernste seiner Neigung darfst du trauen . Das hättest du dir wohl nicht träumen lassen , daß dein künftiges Geschick sich hier in Restovicz entscheiden würde ? « » Nein , gnädige Frau ! « kam es gepreßt von den Lippen des jungen Mädchens . Paula hatte ihre Beschützerin nie anders genannt und war auch nie aufgefordert worden , es zu thun . Jetzt wurde es ihr gnädig zugestanden : » Du wirst mich fortan › Tante ‹ nennen , mein Kind . Die Braut meines Neffen hat ein Recht darauf , und ich billige seine Wahl vollkommen . Ulrich braucht eine Frau , eine Gefährtin in seiner Einsamkeit , damit er sich der Welt und den Menschen nicht ganz entfremdet . Du bist mein Schützling und ich habe es deiner Mutter versprochen , für deine Zukunft zu sorgen . Daß sie sich so glänzend gestalten würde , hast du wohl nicht gehofft , aber ich bin überzeugt , du wirst dankbar dafür sein und dem Manne , der dir mit seiner Hand so viel bietet , nun auch mit voller Hingebung und Aufopferung lohnen . « Das klang trotz des gütigen Tones doch sehr gönnerhaft . Es fiel der Dame gar nicht ein , nach der Einwilligung des jungen Mädchens zu fragen . Für sie war diese Verbindung bereits eine vollendete Thatsache , die selbstverständlich in Demut und Dankbarkeit hingenommen wurde . Paula stand noch immer vor ihr , blaß und bestürzt ; endlich sagte sie leise , mit hörbar bebender Stimme : » Ich hatte in der That keine Ahnung davon , daß Herr von Berneck mir seine Neigung zuwendet . Sie sind sehr gütig , daß Sie mich bereits als Verwandte begrüßen , aber ich – ich kann das nicht annehmen . « » Was kannst du nicht ? « fragte Frau Almers ruhig , denn sie verstand die Antwort gar nicht . » Das Ja aussprechen , das Sie und Ihr Neffe erwarten – ich kann nicht , gnädige Frau ! « Jetzt fuhr die Dame vom Stuhle auf . » Was soll das heißen ? Willst du ihn etwa zurückweisen ? « » Ich liebe Herrn