diese Verschworenen , so völlig unter seinen Einfluß gebracht . Aber wenn er sie nun hier alle beisammen sah , diese Patrioten , und bedachte , wie den einen die Hoffnung auf einen Titel von Byzanz , den andern plumpe Bestechung , einen dritten Rachsucht wegen irgendeiner Beleidigung oder auch nur die Langeweile oder Schulden oder ein schlechter Streich unter die Unzufriedenen geführt : und wenn er sich nun vorstellte , daß er mit solchen Bundesgenossen den gotischen Heermännern entgegentreten sollte - da erschrak er fast über die Vermessenheit seines Planes . Und eine Erquickung war es ihm , als die helle Stimme des Lucius Licinius seinen Blick auf die Schar der jungen » Ritter « lenkte , denen wirklich kriegerischer Mut und nationale Begeisterung aus den Augen sprühte : so hatte er doch einige verlässige Waffen . - » Gegrüßt , Lucius Licinius , « sprach er , aus dem Dunkel des Ganges hervortretend . » Ei , du bist ja gerüstet und gewaffnet , als ging es von hier gegen die Barbaren . « » Kaum bezwing ich das Herz in der Brust vor Haß und vor Freude , « sagte der schöne Jüngling . » Sieh , alle diese hier hab ' ich für dich , für das Vaterland geworben . « Cethegus blickte grüßend umher : » Auch du hier , Kallistratos - du heitrer Sohn des Friedens ? « » Hellas wird ihre Schwester Italia nicht verlassen in der Stunde der Gefahr , « sagte der Hellene und legte die weiße Hand auf das zierliche Schwert mit dem Griff von Elfenbein . Und Cethegus nickte ihm zu und wandte sich zu den andern : Marcus Licinius , Piso , Massurius , Balbus , die , seit den Floralien ganz von dem Präfekten gewonnen , ihre Brüder , Vettern , Freunde mitgebracht hatten . Prüfend flog sein Blick über die Gruppe , er schien einen aus diesem Kreise zu vermissen . Lucius Licinius erriet seine Gedanken : » Du suchst den schwarzen Korsen , Furius Ahalla ? Auf den kannst du nicht zählen . Ich holte ihn von weitem aus , aber er sprach : Ich bin ein Korse , kein Italier : mein Handel blüht unter gotischem Schutz : laßt mich aus eurem Spiel . Und als ich weiter in ihn drang - denn ich gewönne gern sein kühnes Herz und die vielen Tausende von Armen , über die er gebeut - sprach er kurz abweisend : Ich fechte nicht gegen Totila . « » Die Götter mögen wissen , was den tigerwilden Korsen an jenen Milchbart bindet , « meinte Piso . Cethegus lächelte , aber er furchte die Stirn . » Ich denke , wir Römer genügen , « sprach er laut : und das Herz der Jünglinge schlug . » Eröffne die Versammlung , « mahnte Scävola unwillig den Archidiakon , » du siehst , wie er die jungen Leute beschwatzt ; er wird sie alle gewinnen . Unterbrich ihn : rede . « » Sogleich . Bist du gewiß , daß Albinus kommt ? « » Er kommt ; er erwartet den Boten am appischen Tor . « » Wohlan , « sagte der Priester , » Gott mit uns ! « Und er trat in die Mitte der Rotunde , erhob ein schwarzes Kreuz und begann : » Im Namen des dreieinigen Gottes ! Wieder einmal haben wir uns versammelt im Grauen der Nacht zu den Werken des Lichts . Vielleicht zum letztenmal : denn wunderbar hat der Sohn Gottes , dem die Ketzer die Ehre weigern , unsere Mühen zu seiner Verherrlichung , zur Vernichtung seiner Feinde gesegnet . Nächst Gott dem Herrn aber gebührt der höchste Dank dem edeln Kaiser Justinian und seiner frommen Gemahlin , die mit tätigem Mitleid die Seufzer der leidenden Kirche vernehmen : und endlich hier unsrem Freund und Führer , dem Präfekten , der unablässig für unsres Herrn , des Kaisers Sache , wirkt ... « - » Halt , Priester ! « rief Lucius Licinius dazwischen , » wer nennt den Kaiser von Byzanz hier unsern Herrn ? wir wollen nicht den Griechen dienen statt den Goten ! Frei wollen wir sein ! « - » Frei wollen wir sein , « wiederholte der Chor seiner Freunde . » Frei wollen wir werden ! « fuhr Silverius fort . » Gewiß . Aber das können wir nicht aus eigner Macht , nur mit des Kaisers Hilfe . Glaubt auch nicht , geliebte Jünglinge , der Mann , den ihr als euren Vorkämpfer verehrt , Cethegus , denke hierin anders . Justinian hat ihm einen köstlichen Ring - sein Bild in Karneol - gesendet , zum Zeichen , daß er billige , was der Präfekt für ihn , den Kaiser , tue und der Präfekt hat den Ring angenommen : sehet hier , er trägt ihn am Finger . « Betroffen und unwillig sahen die Jünglinge auf Cethegus . Dieser trat schweigend in die Mitte . Eine peinliche Pause entstand . » Sprich , Feldherr ! « rief Lucius , » widerlege sie ! Es ist nicht wie sie sagen mit dem Ring . « Aber Cethegus zog den Ring kopfnickend ab : » Es ist wie sie sagen : der Ring ist vom Kaiser und ich hab ' ihn angenommen . « Lucius Licinius trat einen Schritt zurück . » Zum Zeichen ? « fragte Silverius . » Zum Zeichen , « sprach Cethegus mit drohender Stimme , » daß ich der herrschsüchtige Selbstling nicht bin , für den mich einige halten , zum Zeichen , daß ich Italien mehr liebe als meinen Ehrgeiz . Ja , ich baute auf Byzanz und wollte dem mächtigen Kaiser die Führerstelle abtreten - darum nahm ich diesen Ring . Ich baue nicht mehr auf Byzanz , das ewig zögert : deshalb hab ' ich diesen Ring heute mitgebracht , ihn dem Kaiser zurückzustellen . Du , Silverius , hast dich als den Vertreter von Byzanz