t Ihr nicht errathen , wen das E B bedeutet in dem Ring ? « » Darüber habe ich nicht nachgedacht , « antwortete Ulrich . » Ei , was hieße es denn anders , als Elisabeth Behaim ? « schmunzelte der Jude . » Ich will ihr ihn wieder ausliefern und will sagen , daß Ihr ihn gefunden . « » Das ist nicht nöthig , « sagte Ulrich , und im Augenblick mit ganz andern Dingen beschäftigt , fuhr er fort : » Hab ' t Ihr da nicht einen Mantel und ein Sammetbaret in Eurem Bündel ? Wolltet Ihr es mir verkaufen , ohne Jemanden davon zu sagen - so würde ich daran Euren Dank erkennen . « » O , Schweigen gehört zum Geschäft ! « rief Ezechiel . Und Rachel fiel ihm in ' s Wort : » Von verkaufen ist nicht die Rede : wählt Euch aus , was Ihr von den Sachen wünschet - es ist Alles zu Eurem Dienst ; aber Geld nehmen wir nimmer von Euch ! « » Nein , gewiß nicht ! « murmelte der Vater . Ulrich wählte ein Baret und einen langen schwarzen Mantel aus , und bat Rachel , es ihm recht fest in ein weißes Leinentuch zusammen zu wickeln . Er ließ sie ungewiß , ob er sie in der Verkleidung erkannte oder nicht . Sie willfahrte dienstfertig seinem Wunsch . Er gab ihr zum Danke die Hand - sie drückte sie erglühend und demüthig an ihre Lippen ; dann ging er . Er eilte mit dem Päckchen in seine Zelle und verbarg es unter das Stroh seines Lagers . Dann ging er an die Arbeit . Konrad flüsterte ihm zu : » Heute Nacht ! « Er wußte genug ; es war auch die höchste Zeit - denn morgen hatten die Baubrüder ihr Werk vollendet und sollten wieder zurückkehren . Wie das erste Mal gingen Konrad und Ulrich stumm durch die Klosterhallen bis zu den unterirdischen Gewölben . Ulrich trug außer dem Kleiderpäckchen auch die Maurerkelle und Kalk bei sich , den er sich gleichfalls heimlich verschafft . Konrad zündete am Ziele die Lampe an und rief : » Amadeus ! « Niemand antwortete . » Amadeus ! « rief Ulrich lauter . Alles blieb stumm . » O Gott , wenn wir zu spät kommen - wenn er todt ist ! « wehklagte Ulrich . Mit starker Hand griff er in die Oeffnung und riß die nächsten Steine heraus . Es ging leicht - Amadeus mußte sie von innen mit dem Meißel gelockert haben . Bald war das Loch so groß , daß ein Mensch hindurch konnte . Ulrich griff mit der Hand hinein - und fuhr zurück ; etwas Naßkaltes hatte sie berührt - eine Ratte war darüber gesprungen . War es der Schrei , den er dabei ausstieß , oder das Geräusch der fallende Steine , oder die Berührung seiner Hand - jetzt begann Amadeus sich zu regen und zu röcheln . Ulrich beugte sich zu ihm hinein und flößte ihm Wein ein . Nach einer Weile kehrten die halbentschwundenen Lebensgeister zurück . » Amadeus ! « rief Ulrich , » wir kommen Dich zu befreien . Flüchte aus diesem Loch , aus dem Kloster - komm ! « Konrad und Ulrich reichten ihm die Hände - sie zerrten ihn heraus . Der Sohn hielt den Vater in den Armen . » Ulrich ! « rief dieser jetzt , » ich soll wieder leben ? « » Ja , Dein Ulrich ist nicht Dein Mörder , sondern Dein Befreier - aber eile ! wir haben keine Zeit zu verlieren . Konrad geleitet Dich und beredet das Uebrige mit Dir - ich mauere indeß Dein Gefängniß wieder zu . « Konrad zog den halbbewußtlosen Amadeus zur Eile treibend mit sich fort . Indeß mauerte Ulrich die aufgerissenen Steine wieder ein und harrte bei der Arbeit Konrad ' s Rückkehr . Zwölftes Capitel Rückkehr Es war wieder still geworden in Nürnberg . Der Reichstag hatte diesmal nicht viel über einen Monat gedauert . Da man das voraus sah , da nicht alle Stände berufen und auch die berufenen nur höchst unvollzählig erschienen waren , so war diesmal überhaupt das Zuströmen der Fremden geringer gewesen als sonst , und darum war so schnell wie der Schnee auch die Fremdenmenge geschmolzen und dann verschwunden , die sich eine Zeitlang durch Nürnbergs Straßen bewegt hatte . Gerade an dem Tage , an welchem Kaiser Friedrich und König Max aus Nürnberg zogen , kehrten die Baubrüder zurück aus dem Kloster und begegneten noch dem Zug . » Beinah ' ist es , « sagte Hieronymus , » als wären wir , gerade so lange der Reichstag währte , aus Nürnberg verbannt gewesen - vielleicht hätte sonst unser königlicher Baubruder von Dir noch einmal die Wahrheit zu hören bekommen ! « Ulrich schüttelte traurig den Kopf . So lange der alte Kaiser Friedrich noch lebt und des Reiches Haupt ist , der an nichts denkt als an die Vergrößerung der Hausmacht der Habsburger durch eine kleinliche und eigensüchtige Politik , die immer nur rechnet und speculirt , aber niemals offen handelt und entscheidet mit selbstbewußter That , noch weniger aber daran denkt , daß er das deutsche Reich zu einer Macht erheben sollte , sondern nur zusieht , wie Deutschland seiner Familienmacht zu Ansehen verhelfen könne : so lange sind auch Maximilian ' s Hände gebunden . Seit fünf Jahren ist er nun römischer König und sieht sich die deutsche Kaiserwürde gesichert ; er hat nicht nöthig sich erst auszuzeichnen , um ihr Bewerber zu werden . Hätte er sie aber damals gleich mit empfangen , wo er zum römischen König gekrönt ward , und wäre damals gleich das Reich den alten energielosen Kaiser los geworden ; so hätte Max wohl mit frischer ritterlicher Jugendkraft den Scepter ergriffen und eine neue Aera für Deutschland heraufgeführt . Aber er konnte nicht , wie er wollte - daran schon hat