, nahm den herzlichsten Abschied von dem alten Manne , Gustav , Eustach , Roland , der gekommen war , verabschiedete mich von allen Bewohnern des Hauses , Gartens und Meierhofes , und reisete zu meinen Angehörigen in die Hauptstadt zurück . Das erste , was ich dort nach dem innigsten und aufrichtigsten Bewillkommen sah , war , daß mein Vater das teils gläserne , teils hölzerne Häuschen , in welchem die alten Waffen hingen , um welches sich der Efeu rankte , und welches im Grunde den äußersten Ansatz oder gleichsam einen Erker des rechten Flügels des Hauses gegen den Garten bildete , in dem vergangenen Sommer hatte umbauen lassen . Er hatte es bedeutend vergrößert , aber die Leisten , Spangen und Rahmen , in denen das Glas befestigt war , hatte er in der früheren Art gelassen , nur waren sie dem Stoffe nach neu gemacht und mit schönen Verzierungen und Schnitzereien versehen . Die Simse des Daches waren nach mittelalterlicher Weise verfertigt , schön geschnitzt und verziert . Der Efeu war wieder an Leisten empor geleitet worden und blickte an manchen Stellen durch das Glas herein . Die Fenster waren nicht mehr nach außen und innen zu öffnen wie früher , sondern zum Verschieden . Die größte Veränderung aber war die , daß der Vater hatte zwei Säulen aufführen lassen , während früher die beiden Wände , welche nach außen geschaut hatten , aus Glas verfertigt gewesen waren . Diese zwei Pfeiler hatten genau die Abmessungen , daß die zwei Verkleidungen , welche ich ihm in dem vorigen Herbste gebracht hatte , auf dieselben paßten . Die Verkleidungen waren aber noch nicht auf ihnen , weil das Mauerwerk zuerst austrocknen mußte , daß das Holz an demselben keinen Schaden nehmen konnte . Der Vater hatte mir nur den ganzen Plan und die Vorrichtungen zu seiner Ausführung gesagt . So wie es mich einerseits freute , daß der Vater das Holzkunstwerk so schätzte , daß er eigens zu dem Zwecke , es anbringen zu können , das Häuschen hatte umbauen lassen , so war es mir andererseits erst recht schmerzlich , daß ich die Ergänzungen zu den Verkleidungen nicht aufzufinden im Stande gewesen war . Ich sagte dem Vater von meinen Bemühungen und von meinem Leidwesen wegen des schlechten Erfolges . Er und die Mutter trösteten mich und sagten , es sei alles auch in der vorhandenen Gestalt recht schön , was verschwunden ist und nicht mehr erlangt werden kann , müsse man nicht eigensinnig anstreben , sondern sich an dem , was eine gute Gunst uns noch erhalten habe , freuen . Das Häuschen werde eine Erinnerung sein , und so oft man sich in demselben , wenn es vollkommen in den Stand gesetzt sein würde , befinden werde , werde einem die Zeit vorschweben , in welcher das Holzwerk gemacht worden sei , und die , in welcher ein lieber Sohn es zur Freude des Vaters aus dem Gebirge gebracht habe . Ich mußte mich wohl , obgleich ungern , beruhigen . Es erschien mir jetzt erst recht schön , wenn die Verkleidungen am ganzen Innern des Häuschens herum liefen , und über ihnen einerseits die Pfeiler und andererseits die Fenster schimmerten . Nach einigen Tagen , in welchen die ersten Besprechungen geführt wurden , die nach einer Reise eines Familiengliedes im Schoße einer Familie immer vorfallen , wenn auch die Reise eine jährlich wiederkommende ist , legte ich dem Vater , da unterdessen auch meine Koffer und Kisten angekommen waren , die Abbildungen vor , welche ich von den Geräten und Fußböden im Rosenhause und im Sternenhofe gemacht hatte . Ich war auf die Wirkung sehr neugierig . Ich hatte einen Sonntag abgewartet , an welchem er Zeit hatte , und an welchem er gerne nach dem Mittagessen eine geraume Weile in dem Kreise seiner Familie zubrachte . Ich legte die Blätter vor ihm auf einem Tische auseinander . Er schien mir bei ihrem Anblick - ich kann sagen - betroffen . Er sah die Blätter genau an , nahm jedes mehrere Male in die Hand , und sagte längere Zeit kein Wort . Endlich ging seine Empfindung in eine unverhohlene Freude über . Er sagte , ich wisse gar nicht , was ich gemacht hätte , ich wisse gar nicht , welchen Wert diese Dinge hätten , ich hätte in früherer Zeit die Schönheit und Zusammenstimmigkeit dieser Dinge mit Worten gar nicht so in das rechte Licht gestellt , wie es sich jetzt in Farbe und Zeichnung , wenn auch beides mangelhaft wäre , beurkunde . Im ersten Augenblicke hielt der Vater die Geräte , welche ich in dem Sternenhofe abgebildet hatte , für wirklich alte ; als ich ihn aber auf die tatsächlichen Verhältnisse derselben aufmerksam machte , sagte er , das müsse ein außerordentlicher Mensch sein , der diese Entwürfe gemacht habe , er müsse nicht nur mit der alten Bauart und Zusammenstellung der Geräte sehr vertraut sein , sondern er müsse auch ein ungewöhnliches Schönheitsgefühl haben , um aus der Menge der überlieferten Gestalten das zu wählen , was er gewählt habe . Und die Zusammenreihung der Geräte sei so aus einem Gusse , als wären sie einstens zu einem Zwecke und in einer Zeit verfertigt worden . Auch die wirklich alten Geräte im Rosenhause seien von einer Schönheit , wie er sie nie gesehen habe , obgleich ihm die vorzüglichsten und berühmtesten Sammlungen der Stadt und mancher Schlösser bekannt wären . Zwei so auserlesene Stücke wie den großen Kleiderschrein und den Schreibschrein mit den Delphinen dürfte man kaum irgendwo finden . Sie wären wert , in einem kaiserlichen Gemache zu stehen . Ich erzählte ihm , um den Mann , der die Entwürfe für den Sternenhof gemacht hatte , näher zu bezeichnen , daß ich viele Bauzeichnungen und Zeichnungen von anderen Dingen in dem Rosenhause gesehen habe , welche weit höhere Gegenstände darstellen , und auch mit einer ungleich größeren Vollendung ausgeführt seien , als ich bei meinen Abbildungen