sie noch Joggeli schliefen bald und wohl . Nicht weit von da war ein ander Gespräch . Meist teilten Elisi und Vreneli das Schlafgemach , wenn es Elisi nicht in Sinn kam , die Vornehme zu machen und ins Stöckli zu gehen , wo sie allerdings ein sehr schön ausstaffiertes Zimmer hatte . Kaum waren sie diesmal in ihrem Stübchen , so fing Elisi an : » Jä gell , wenn du öppis wüßtest ! Aber ih säg drs nit , du bruchst das emal einist nit z ' wüsse . « Vreneli meinte , es sei von einem neuen Tschöpli die Rede oder einem neuen Kittel , und gab sich zum Erraten viele Mühe nicht . Aber in allen möglichen Redeformen forderte ds Elisi das Vreneli zum Erraten auf , bis das Letztere sagte : Es hätte jetzt des Gstürms genug , entweder solle es schweigen oder sagen , was es habe . » Was sagst du , « sagte Elisi endlich , » wenn einer kommt in einer schönen Chaise und mich will ? « » Was wollte ich dazu sagen ? « sagte Vreneli , » frag du Uli , was der dazu sagt . « » Den hab ich nicht zu fragen und der hat mir nicht zu befehlen ; du kannst ihn meinethalb jetzt haben , ihr werdet ohnehin die Köpfe brav zusammengesteckt haben , während ich fortgewesen bin « , sagte Elisi . » Aber es ist mir jetzt gleich , was frag ich einem Knecht nach , und wär er noch einmal so hübsch ; du kannst ihn jetzt haben , du hast doch schon lange um ihn nötlich getan , ich habe jetzt einen Andern . « » Schäme dich , « sagte Vreneli , » so etwas zu sagen . Sag , wann bin ich dem Mannenvolk nachgelaufen , Knechten oder Anderen ? Sags doch , wenn du kannst . Wenn ich schon keine reiche Tochter bin , so hätte ich mich doch geschämt . Ich habe nie einen gelockt , bin nie so anlässig an einem herumgestrichen und lasse mir daher nichts derlei vorhalten , am wenigsten von dir . Behalte , was du hast , ich begehre nichts davon , weder deinen Uli noch etwas anderes ! « » Meinen Uli ! Ich habe keinen Uli , was geht mich unser Knecht an ? Hast nicht gehört ? Ich habe einen Andern und bin mit ihm versprochen . Ach , so einen Schönen , so einen Reichen hast du wohl noch nie gesehen ! Er kommt die nächsten Tage , da wirst du luegen ! « » Rede doch nicht so dumm , « sagte Vreneli . » Glaubst , du könnest mich zum Narren halten ? Glaubst du , ich wisse nicht , daß du mit dem Uli versprochen bist ? « » Schweig mir doch mit deinem Tüfels Uli ! Hast du nicht gehört , daß ich nichts von ihm will ? Es ist mir ja nie Ernst gewesen . Ach nein , einen so Schönen und Reichen hast du sicher nicht gesehen . Ich gehe dann mit ihm in die Stadt , lasse mich anders kleiden . Das Abgende von meinen bäurschen Kleidern kannst du dann alles haben . « » Schweig doch mit deinem Gstürm , « sagte Vreneli , » ich merke dich schon . Ich soll dir nur etwas über Uli sagen und dir glauben mit dem Andern , daß du es dann morgen Uli sagen kannst und Streit anstellen , ich kenne dich . « » Du machst mich bald taub , daß du meinst , es sei nicht wahr « , sagte ds Elisi . » Wir wollen die Mutter fragen , die wird dir sagen , ob es wahr ist oder nicht . « » Aber und Uli ? « fragte Vreneli , » was willst du denn mit dem ? « » Was geht mich Uli an ? « sagte Elisi , » du hasts schon gehört . Es wäre öppe bös , wenn man einen jeden , den man angesehen hat , gleich heiraten müßte . « » Aber du hast nicht bloß ihn angesehen , du hast ihm vom Heiraten gesagt und es versprochen « , antwortete Vreneli . » Warum hats der Narr geglaubt ! Was kann ich dafür ? Es halten so viel Buben Meitscheni zum Narren ; es wird doch wohl auch erlaubt sein , daß hie und da ein Meitschi einen Buben zum Narren hält . « » Du bisch e Uflat , « sagte Vreneli , zog das Dackbett über die Ohren , gab keine Antwort mehr , was ds Elisi auch noch dämperlen mochte . Am folgenden Morgen war Waffenstillstand , keine der streitenden Partien ließ sich mit der andern ein . Die Mutter ging umher , jedem Hausgenossen ihren Kram insgeheim abzugeben , und verbot jedem , denselben den Andern zu zeigen , sie könnten sonst schalus werden - und nach einer Stunde wußte ein jeder , was die Andern empfangen , und manch saures Gesicht entstand , manch Stichwort wurde gewechselt , denn beim besten Willen , es allen zu treffen , ists unmöglich . Elisi packte aus und verkehrte dabei viel mit den Mägden , die ihm alle Augenblicke Handbietung leisten mußten . Nachdem es ihnen alles gespienzelt , was es heimgebracht , verfiel es in seine verblümte Redeweise und gab zu verstehen , daß sie bald noch etwas viel Köstlicheres , Schöneres zu sehen kriegten , das es im Gurnigel sich erworben . Es redete mit ihnen so verblümt , daß sie die Wahrheit blinzligen greifen konnten , und in einigen Stunden wußte es das ganze Hauspersonal : ds Elisi hätte einen , einen Reichen und Vornehmen , und von Uli wolle es nichts mehr wissen . Dieser hatte arglos seine Arbeit gemacht , den Nachmittag in der Schmiede zugebracht , wo er Pferde beschlagen ließ . Abends heimkommend , sah er allerlei Gesichter , hörte hier