ist euch nicht geschenkt ! « hörte man ihn keuchen , indem er sich aufrichtete . » So geht man nicht heim ; ihr sollt aber merken , wohin ich gegangen bin , und bis dahin will ich nicht mehr in dieser Gemeinde übernachten ; fort , fort ! « Und fluchend eilte er weg , wirklich nicht seiner Heimat , sondern dem Schnepfauer Walde zu . Vierundzwanzigstes Kapitel Wie sich der Andreas rächt und was daraus entsteht Als Hans am Samstag aus der Krone heimging , wo er die Wirtin an ihre Pflicht als Hausmutter erinnert hatte , wurde er vom Krämer , der ihn nicht gern von Dorotheen kommen sah , zu einer Unterredung in die Stube gerufen . Ein Wort gab nun das andere , und man trennte sich nicht mehr , bis Hansens Heirat mit der Zusel eine ausgemachte Sache war . Hans wünschte die Hochzeit noch zu verschieben , der Krämer jedoch war um so weniger dazu geneigt , weil er bei der Unterredung die unentschlossene Rat- und Tatlosigkeit des Burschen aufs neue kennen lernte . Schnell mußte da wohl alles gehen , wenn es nicht wieder vergehen sollte . Daß er Dorotheen besuchte , nachdem diese von Zusels Freundinnen abermals ins Geschrei gebracht wurde , blieb jedenfalls verdächtig . Der Krämer tat nun alles , um die Sache so schnell als möglich ins reine zu bringen . Er versprach dem stolzen Töchtermann sogar , nun als Mitglied einer angesehenen Verwandtschaft seine allerdings zuweilen entehrenden Händelchen , die böse Zungen Wucher zu nennen beliebten , für immer aufzugeben , sobald sein Laden geräumt sei . Hansen wurde schon um vieles leichter , als ihm endlich das Ja glücklich abgeschwätzt war . Nun hatte das Predigen der Mutter ein End ' , und er war doch im klaren darüber , was er zu tun hatte . Man täte nicht recht , es nur dem vom Krämer aufgestellten Weine zuzuschreiben , daß ihm so wohl wurde neben dem schönen , heute seltsam stillen Mädchen und er spät abends in der besten Stimmung das Haus verließ . Den Krämer hatte es etwas nachdenklich gemacht , daß die Gläser des Paares beim Anstoßen keinen Klang von sich geben wollten , obwohl er sah , wie ungeschickt der Bursche sein Glas in die Hand nahm . Schließlich aber lachte er über sich selbst , die gute Stimmung stellte sich wieder ein , und er begann an der Erfüllung des gegebenen Versprechens zu arbeiten . Von jetzt an wollte er ganz ruhig und behaglich leben . Sogleich schrieb er an einige Geschäftsfreunde , um die in letzter Zeit gemachten Bestellungen zu widerrufen , und erfreute sich dabei noch an dem Weine , welchen die Verlobten auf dem Tische hatten stehen lassen . Dann setzte er sich in den Lehnstuhl , kreuzte die Arme und malte sich seine Zukunft mit den lieblichsten Farben , bis Hansjörg kam und um einige Träger zur schnellen Beförderung der Waren bat , die er glücklich bis zur Brunnenstube beim Liggstein gebracht habe . Der Krämer gab ihm drei Taler und sagte : » Da nimm und suche dir deine Leute selber aus , aber zuerst komm und trink . « Erstaunt sah der Schwärzer die Gläser auf dem Tisch . Dann tat er einen herzhaften Schluck . Der Krämer fuhr fort : » Bring ' alles zum Andreas in den Stadel . Ich mag nicht hinein , damit ich weniger verraten werde . Jetzt schon gar nicht mehr , da nun doch alles bald aus ist . Der Vater der jungen Stighoferin treibt keine solchen Händel mehr , und du kannst mir morgen deine Rechnung bringen . « Dem Hansjörg war es im Kopf , als ob ihm jemand unversehens eine recht gottserbärmliche Ohrfeige gegeben hätte . Alles drehte sich surrend um ihn herum , und ohne auch nur noch gute Nacht gesagt zu haben , verließ er die Stube . Mit welcher Lust er nun an die Ausführung des Auftrages ging , den er mit den drei Talern erhielt , kann sich wohl denken , wer noch so wenig als er vergaß , welche Hoffnungen ihm der Krämer einst im Wald ob der Halde gemacht und seither immer mehr oder minder genährt hatte . Trotzdem aber merkten die gedungenen Gehilfen , unter denen auch der Jos wieder war , nichts Besonderes an ihm als seine Ermüdung , die sie natürlich fanden , sobald sie die Lasten sahen , die er den Tag über zur Brunnenstube geschafft hatte . Am Sonntag , während in der Krone der Andreas hinausgeworfen wurde , rechneten Hansjörg und der Krämer , der heute nicht karg war , im Frieden miteinander ab . Kein böses Wort wurde gewechselt . Hansjörg war dem Krämer sogar zu still , zu ergeben , und er hätte ein gesundes Aufbegehren weit lieber gehabt als diese Ruhe , die weiß Gott was verbergen mochte . Es war eine förmliche Herausforderung , als der Krämer schließlich sagte : » Von der Heirat kannst du erzählen , wem du willst . Am nächsten Sonntag wird sie freilich verkündet , aber es ist mir lieb , wenn die Leute schon jetzt wissen , woran sie sind . « » Zu Befehl « , sagte der Soldat trocken und ging . Ihm tat die Geschichte zu weh , als daß er hätte aufbegehren können . Nur Klagen hatte er , Klagen über seine Einfalt , die ihn ins Netz des bekannten Spitzbuben geraten ließ , und über die böse Welt . Aber um alles hätte er seine Gefühle vor dem herzlosen Manne nicht äußern mögen . Nun war der Krämer am Ziel . Er sah seine kühnsten Hoffnungen sich der Erfüllung nahen , und es waren doch elende Kleinigkeiten genug , ihm die Freude zu verderben . Zuerst lag das Klirren der Weingläser ihm in den Ohren , und nun hatte er stets Hansjörgs ernstes Gesicht mit dem unheilverkündenden Schatten vor sich . Schonungslos hatte der Mann jeden getreten oder