Geschieht das , so folgst du den Damen so unbemerkt als möglich ; du bringst mir Nachricht , wohin sie gehen - ventre à terre . Allez ! « Baptiste verdiente es , einem so guten Herrn zu dienen ; er pfiff nach einer halben Stunde und kam nach einer andern halben Stunde mit der Botschaft heim : die gnädige Tante habe sich mit dem gnädigen Fräulein im Niklaskloster verloren . Leon von Poppen zog den Überrock und die Handschuh an , setzte den Hut auf und ging zum Bankier Wienand , indem er brummte : » Wirklich , die Geschichte mit diesem jungen Waldteufel tritt aus dem Stadium der Lächerlichkeit in das der Langweiligkeit . Machen wir ein Ende . « Er hatte eine kurze , aber lebendige Unterhaltung mit dem Bankier , und zehn Minuten später fuhren die beiden Herren ebenfalls dem Nikolauskloster zu . Auf dem Hofe des alten Gebäudes griffen sie ein altes Weib mit einer Laterne auf und gelangten unter ihrer Führung zur Tür des Sternsehers . Heinrich Ulex öffnete ihnen , und sie fanden sich inmitten der kleinen Versammlung . Wild suchend blickte der Bankier umher ; doch ungemein verbindlich grüßte Leon und schien sich im geheimen sehr an der peinlichen Erstarrung , die sich auf den Gesichtern der überraschten Freunde malte , zu ergötzen . » Bitte die Herrschaften tausendmal um Entschuldigung , wenn wir stören ! « lächelte er und machte sogar Miene , der Tante die Hand zu küssen ; aber er erhielt für diesen Versuch eine so gut angebrachte Ohrfeige , daß das Lächeln von seinen Lippen ganz verschwand und peinliche Erstarrung auch seinen Zügen sich mitteilte . Auf seine Tochter ging der Bankier zu und faßte heftig ihren Arm : » Was geht hier vor ? Weshalb bist du hier ? Bist du toll geworden , daß du dich in solcher Weise von mir suchen lassest ? Komm fort - auf der Stelle ! « » O mein Vater ! « schluchzte Helene ; aber der Bankier unterbrach sie und sagte mit berechneter Betonung seiner Worte : » Wer es auch sei , der dich gegen meinen Willen , ohne mein Wissen an solche Orte , in solche Gesellschaft lockt , ich habe nicht die Verpflichtung , ihm dafür dankbar zu sein . Leon , geben Sie dem albernen Geschöpf , dem törichten Mädchen Ihren Arm ; ich meine , es ist nichts mehr zu sagen , und wir können gehen . « » Es wäre noch recht viel zu sagen , wenn Sie Vernunft annehmen wollten , Wienand ! « sprach das Freifräulein . » Aber Unglück und Krankheit haben Sie verblendet ; Sie können nicht sehen , nicht hören . Wienand , Sie sind ein beklagenswerter Mann ! « Zornig schrie der Bankier auf : » Wessen Mitleid verlange ich ? Wer wagt es , mich zu bedauern ? Gnädiges Fräulein , was verlangen Sie eigentlich von mir ? Sie haben mir Gutes - Dienste - erwiesen , Sie haben sich meines Kindes angenommen zu einer Zeit , wo ich in einiger Verlegenheit war . Ich habe das immer anerkannt , und ich erkenne es auch jetzt noch an ; aber ich habe auch von Ihnen mehr ertragen , als ich von irgendeinem andern Menschen erduldet haben würde . Sie haben oft , sehr oft in meinem Hause die Tyrannin gespielt , und ich habe mich Ihnen gefügt , ohne ein Wort darüber zu verlieren . In diesem Fall aber leide ich es nicht , daß Sie meinen Wünschen , meinem wohlbedachten Willen so schroff entgegentreten . Sie haben mir einen großen Teil der Neigung meines eigenen Kindes entfremdet - wollen Sie mir alles nehmen ? Ich sage Ihnen , im Notfall überlasse ich Ihnen die Liebe der verzogenen Dirne , den Gehorsam derselben halte ich aber fest . « » Vater , Vater , o höre mich ! « rief Helene jammernd . » Still , Mädchen ! Zu Hause will ich zu dir reden . Fräulein von Poppen , weshalb führen Sie meine Tochter ohne mein Vorwissen zu diesem Orte ? Wer sind diese Herren ? Wer ist dieser junge Mensch ? Ich bitte gehorsamst um Antwort ; die Auskunft wird mir sehr interessant sein . « » Dieser Ort « , sprach Juliane von Poppen ernst , fast feierlich , » dieser Ort ist für Leute Eures Schlages heiliger Boden ; Ihr habt im Grunde doch großen Respekt davor , wie Ihr Euch auch stellen mögt . Und hört , Wienand ; wenn das Schicksal es wollte , daß ein neuer Windstoß abermals Euer armes buntes Kartenhaus umstieße , und der böse Geist - Ihr wißt , was ich meine - abermals die Hand nach Euch ausstreckte : so klopft schnell , schnell an diese Tür und bittet um Einlaß , und wenn der Euch gewährt wird , so ziehet die Schuhe von den Füßen und tretet ein . Erinnert Euch daran , daß damals nichts Euch vor dem schwarzen Dämon schützen konnte : hier an diesem guten Ort findet Ihr vielleicht die Sicherheit , welche Euresgleichen die ganze weite Welt versagt , Sooft der Herr der Wasser und der Erden Die Krämer beugt , daß sie nicht Fürsten werden . Was diese Männer anbetrifft , so sind es meine Freunde , und bessere , treuere sind nimmer zu finden . Gott gebe Ihnen solche Freunde , Wienand , und dazu die Macht , sie zu erkennen und hochzuhalten . Gib mir deine Hand , Robert Wolf ; - sehen Sie hier , Herr Bankier Wienand , diesem jungen Mann habe ich einst verboten , sich Ihrer Tochter , meinem Pflegekind , zu nähern , ich habe ihm meine Gründe dafür gesagt , und er hat gehorcht , obgleich er Helene liebte . Jetzt hab ich selber mein Kind , Ihre Tochter , ihm entgegengeführt , um es zu erretten vor jenem klugalbernen Laffen , Leon von Poppen , meinem Neffen , welchem Sie