auch nie das Essen zu der Zeit haben könne , sondern wenn es der Köchin gelegen sei , und oft nichts als die Tellerräumeten der Fremden . Bei ihm hätte er goldene Ruhe und ausgesuchtes Essen , welches er befehlen könne nach Belieben ; wolle er Gesellschaft , so könne er auslesen nach Belieben ; im Orte , wo er wohne , seien neununddreißig Wirtschaften , allenthalben finde er ausgesuchte Gesellschaft , und wolle er Ruhe , so finde er sie daheim , da solle er Herr sein und kommandieren , wie er wolle , gehorcht solle ihm werden , wie wenn er der Napoleon wäre . Das waren die Präliminarien , von denen kamen sie immer tiefer in die Materie hinein , zerrten erst die Weiber gegenseitig im Maul herum , daß wenig gute Fetzen an ihnen blieben , dann sich selbst , und fast wäre es zum tätlichen Abschluß gekommen , wann Joggeli nicht selbst gemahnt hätte , was die Leute sagen würden , wenn man sich sozusagen über der Mutter Grab prügle . Das endliche Resultat war , daß Joggeli bleiben durfte , so gleichsam auf neutralem Boden , und so war es Joggeli wirklich auch am liebsten , denn wenn er auch über niemand mehr zu klagen wußte als über Vreneli , so vertraute er sich ihm doch am liebsten an ; er wußte , er hatte es hier am besten und ruhigsten . Sein Aufbegehren war eigentlich nichts als der Ärger darüber , daß er der hohen Natur untertan sein müsse , während nach der äußern Stellung das umgekehrte Verhältnis stattfinden sollte . Indessen traute weder Johannes noch der Tochtermann dem Handel ; jeder dachte , sobald er glaube , der Andere sei fort , so komme er wieder her und mache mit Joggeli , was er gut finde . Begreiflich aber dachte er zugleich , der Andere werde es auch so machen , der verfluchte Schelm sei nicht zu gut dafür . Jeder suchte daher bei Vreneli eine Privataudienz so versteckt als möglich , versprach ihm , man werde ihm daran denken , wenn es aufpasse , was der Andere mache , wenn er kommen sollte . Sobald es was Verdächtiges merke , solle es Bescheid machen , plötzlich , sein Schade solle es nicht sein . Vreneli aber wollte sich mit solchen Aufträgen nicht befassen ; zum Vetter wolle es sehen , daß es es einmal verantworten könne bei der Base , wenn sie wieder zusammenkämen , sagte es . Daneben würde es ihm übel anstehen , wenn es bei ihm den Landjäger machen wollte . Es werde ein jedes Kind das Recht haben , mit dem Vater zu reden , ohne daß jemand anders dabei sei ; einstweilen sei er bei gutem Verstand , und trauten sie nicht , sollten sie ihn bevogten lassen , da seien sie Kummers ledig . Aber das wollte Keiner , dieweil jeder von ihnen Privatabsichten hatte , welche unausführbar wurden , sobald ein Vogt oder Vormund Joggeli beschirmte und selbst verantwortlich war . Ob aber den Leuten hier zu trauen sei ? frug der Baumwollenhändler , dem diese Abfertigung verdächtig vorkam und der Verdacht auftauchte , sie könnten Joggeli selbst melken wollen . Gutsprechen wolle er für niemand , sagte Johannes , indessen traue er den Leuten mehr als den nächsten Verwandten , denn bis dahin hätte er noch nichts Schlechtes von ihnen gehört . Übrigens würde der Vater es bald genug klagen , wenn sie an ihm rupfen wollten . Der Schwager nahm die Prise . Also aufgepaßt , dachte er , jedenfalls tue ich den ersten Zug ; dann macht jeder , was er kann . Elisi mochte nicht warten , bis es mit seinen Sachen fort konnte , sie in Sicherheit bringen vor Trinettes gierigen Blicken , und hatte doch wieder Freude daran , alles so recht vor Trinettes Augen herumzuziehen , hatte eine leise Hoffnung , sie sterbe vielleicht vor seinen Augen an Neid und Ärger . Da hatte sich Elisi verrechnet , Trinette mochte mehr ertragen . Trinette paßte auf , ob Elisi nicht unter den Sachen der Mutter Dinge fortschaffe , welche zum Haushalt gehörten , und hatte den festen Entschluß , wenn das geschehe , Elisi tüchtig zu prügeln , kratzen , raufen ; denn Trinette wußte sich die Stärkere , hatte sich nicht umsonst Speise und Trank ungemessen behagen lassen , während es bei Elisi oft knapp genug zuging . Indessen es ging gerecht zu ; Trinette kam so wenig dazu , Elisi zu prügeln , als Elisi , Trinette sterben zu sehen . Drauf und dran war es einige Male , besonders als endlich alles geladen war , ein ziemlich groß Fuder , schwer genug für zwei Pferde , im Hofe stund und Elisi Trinette spöttisch fragte : » Willst mich etwa begleiten und mit Auspacken helfen ? Es käme mir kommod ! « Da wars gut , stund Elisi im Hofe und war sonst noch jemand da , das Ding hätte gefährlich werden können . Das gute Elisi hatte niemand nötig zum Auspacken . Uli war mit dem Fuder vorausgefahren ; der Baumwollenhändler fuhr mit Frau und Kindern nach , säumte sich unterwegs ebenso oft und lange , und Elisi hatte allenthalben so viel zu er , zählen von den Schätzen , welche es bei seiner Mutter gefunden , daß Uli längst auf dem Heimweg war , als sie anlangten . Uli hatte Kasten und Kisten ihnen ins Haus gestellt , wo er Platz dazu fand , und dort ließ man sie stehen . Die kurze Zeit vor dem Schlafengehen mußte Elisi verschwatzen , noch hier und dort Bericht geben , wie es gegangen und was es mitgebracht ; das war eine notwendige Erleichterung , ohne welche es nicht hätte schlafen können . Elisi hatte zwei gute Dinge an sich , Appetit und Schlaf , selbst die Freude über sein Heimgebrachtes trieb ihns nicht aus dem Bette . Längst war acht Uhr vorüber , als es