Berthold auferzogen ) , indem er berichtete , daß am Morgen der Graf Konrad mit einigen Reisigen sich da umgesehen und die geputzten Bürgerfrauen und Bäuerinnen , die aus- und eingezogen , mit dem Blut einiger Tauben und Krähen , die sie geschossen , besprützt habe , daß dadurch bei dem trüben , schwülen Himmel das Gerede entstanden , es habe Blut geregnet . - » Die Gotteslästerer « , rief Haring , » das neue Kleid meiner Frau so zu verderben ; Blut soll es regnen , aber ihr Blut ! « So endete die Versammlung nach der Messe , es wurde dabei wacker gezecht , daß mancher nicht das Gebot des Schweigens vernahm , das sich auch auf alle erstreckte , die mit Berthold in Verbindung standen . Haring selbst konnte gegen Frau und Kind die Heldentaten nicht verhehlen , die er beabsichtige , wenn ihm einer in den Weg träte . Sein Söhnchen prahlte mit diesen Heldentaten gegen den Reisigen , der dort in Wohnung lag . Der Reisige lief zu seinen Kameraden , ihnen zu erzählen , daß bei dem Feste etwas gegen sie unter den Bürgern im Werke sei . Sie beredeten sich , wie sie einander nahe sein wollten und wie sie sich gegen die Menge stellen wollten , um im Falle ihre Feinde überlegen wären , des Auszugs sicher zu sein . Bei ihnen galt Konrad für ein leichtsinniges , unerfahrnes Grafensöhnchen , das eine Liebschaft mit Frau Anna habe und alles ausschwatzen könne , ihm blieb alles verschwiegen . So erfuhr Anna von keiner Seite etwas von den Besorgnissen , denn alle , die zu ihrem Hause gehörten , waren seit Bertholds Abfall von Herzog Ulrich nicht mehr in den Zünften erschienen , um Vorwürfe gegen Berthold nicht anhören zu müssen . Grünewald und Anton saßen den Morgen einsam in ganz verschiedner Quälerei und Betrachtung . Anton hatte den alten Anno angekleidet , der sich zur Taufe im reinlichen Wams zeigen wollte dann hatte sich der Alte zu seinem Geberbuche hingesetzt und Anton zu seinem Zeichenbuche . Anton hatte lange gebetet , daß eine heilige Mutter mit dem Kinde seiner Seele sich darstelle , die vollkommner und reiner das Wesen derselben zeige , als jene , die er am Hausgiebel gemalt hatte . Aber immer deutlicher schwebte ihm dieselbe Gestalt vor . Schon gab er sich verloren , weil er das Bild nur verderben könne , wenn er es ändern wollte , und wollte sich gar nicht die Mühe geben , es aufzuzeichnen . Aber endlich riß er doch so in Gedanken , um die Hand zu beschäftigen , das Bild auf , wie es ihm vorschwebte . Die Arbeit unterhielt ihn in emsiger Tätigkeit und erst wie es fertig war , erkannte er zu seinem Erstaunen , es sei dasselbe und doch ganz anders wie jenes , das er auf den Giebel gemalt habe . Es war so viel fester , reiner , erdenfreier , als jenes , daß ein gemeines Auge den Ursprung aus jenem übersehen hätte , die Ähnlichkeit war nur noch ihm kenntlich . Seine Seligkeit hatte keine Grenzen , aber je freudiger und reiner er zu dem erhabnen Abbilde , das sich ihm , dem unwürdigen Arbeiter geschenkt , betete , desto unruhiger füllte ihn Annens Bild mit Wünschen , die er nie gefühlt , mit einer Sehnsucht , der er sich gern entzogen hätte . Ihm schauderte vor dem seltsamen Abende , der seiner wartete ! Die harte Arbeit , die er in der Zeit ertragen , machte ihm den Müßiggang des Sonntags gefährlich ; ruht die Mühle , so füllt sich der Mühlteich und tritt über die grüne Wiese , die er bisher nährte . Grünewald saß in der neu erbauten Kapelle , da wo Berthold die Nachricht erlauschte , daß ihm ein Kind geboren werde , und wollte ein Freudenlied auf die Taufe dichten , wie er deren unzählige auf alle Kinder für Geld gemacht . Aber kein Reim wollte sich zu allen unzähligen , freudigen Anfängen finden lassen , die er hinaus stieß . Diese Seltsamkeit rief ihm die Geschicke des Hauses zurück , er gedachte des Bergmanns , er sah um sich und fand eine wunderherrliche , reife Frühbirne unter den Blumen des Grases . Diese nahm er auf und zeigte sie dem Kinde , das von Annen in den Garten getragen wurde , und sprach dazu in Reimen : Nimm auf die abgefallne Frucht , Es ist die süßeste von allen , Es hat sie keine Hand versucht , Weil über ihr die Blumen wallen ; Ich aber sah nach allen Zeichen In dieses Tages Müßiggang , Und konnt ihr nicht vorüber streichen , Mich hielt ihr Duft mit süßem Zwang . Sieh an des Fußtritts Einsamkeit , Der hier zu der Kapelle lenket , Du warst mit dir in stillem Streit , Als ich ein Zeichen dir geschenket , So führt ein Zeichen zu dem andern In meines Glückes Müßiggang , Wir wollen jetzt nicht weiter wandern , Es füllt mein Herz ein naher Klang . Glück auf , so klingt es aus dem Grund , Als wenn ein Bergmann ihn durchdrungen , Es grüßt dies Kind sein frommer Mund , Weil er nach ihm so kühn gerungen . Im harten Fels fand er die Quelle , Zu einer Taufe Freudenbund , Jetzt strahlet sie zur Sonnenhelle , Doch dringt kein Strahl zum schwarzen Grund . Grünewald erschrak einen Augenblick , als er den letzten Reim gesprochen , das Wort hatte sich ihm im Munde umgedreht , er suchte seine Verlegenheit in eine andre zu stürzen , er unterhielt einmal wieder Annen mit seiner Liebe . Anna war wohl nicht so heiter gestimmt , wie sonst , wenn sie über seine Leidenschaft scherzte , sie sagte ihm mit Empfindlichkeit , daß er in einem Alter sei , dem dergleichen Verwirrungen nicht mehr wohl ständen , und in einer Zeit lebe , die mit ernsteren Dingen beschäftigt wäre . Grünewald hatte