. Man nahm ihn mit , als es zur Bierverteilung kam . So gelangte er zu Bier und Zigarren , er wußte nicht wie ! - Das hatte ihm gefallen ! Am nächsten Vormittag lief er schon wieder nach Saland , gegen Theresens Willen . Er hoffte im stillen auf einen ähnlich glücklichen Zufall , wie ihn der vorige Abend gebracht . Diesmal fiel zwar nichts für ihn ab , aber er wurde Zeuge eines merkwürdigen Schauspiels . Im gräflichen Park befand sich eine Wiese , beschattet von prächtigen Eichen und Linden . Hier auf ebener Rasenfläche überraschte Karl eine wunderliche Gesellschaft . Eine Anzahl Burschen sprang da herum , wie die Müller anzusehen , von oben bis unten weiß . Auf den Köpfen trugen sie bunte Mützen , um die Hüften farbige Gürtel . Sie hielten in ihren Händen Dinger , großen Fliegenklatschen nicht unähnlich , damit warfen sie sich kleine Bälle zu , über ein Netz weg , das quer über den Rasenplatz gespannt war . Dazu schrien sie unverständliche Worte , gestikulierten eifrig und liefen manchmal wie besessen hin und her . Das war sehr possierlich mit anzusehen . Die Burschen selber aber schienen die Sache mit großem Ernst und Eifer zu betreiben . Karl hatte die Spielenden von weitem für Knaben gehalten , die sich mit dergleichen Narreteien die Zeit vertrieben . Als er näher kam , erkannte er jedoch , daß es erwachsene Männer seien . Er schloß sich einer Gruppe von Dorfleuten an , die , hinter einem Boskett stehend , dem Treiben der Vornehmen zusahen . Auf der Parkwiese war eine größere Gesellschaft versammelt : Herren und Damen . Man saß und lag umher auf Korbstühlen und Bastmatten . Zwischen den Bäumen waren Hängematten gespannt . Eine Dame , die sich in einer solchen hin und her schaukelte , nahm sich wie ein roter Farbenklecks aus gegen das Grün des Rasens . Man trank , rauchte , nahm Erfrischungen zu sich , stand in Gruppen beieinander , lachte und schwatzte in nachlässiger Weise . Ein Konzert fremdartiger Formen und Farben , die Damen in hellen Toiletten wie exotische Blumen ! Ein üppiges , farbenschillerndes Bild von niegesehener Eigenart entrollte sich vor den Augen des Landvolkes . Karl stand da und riß große unverständige Augen auf . Eine Frau , die gelegentlich auf Scheuerarbeit ins Schloß kam , machte die Erklärerin . Sie wußte , welcher der Bräutigam sei : dort der kleine mit dem schwarzen Schnurrbärtchen . - Karl hatte sich einen Prinzen bis dahin auch ganz anders vorgestellt . Jetzt hörten sie auf zu spielen . Großes Durcheinander herrschte auf dem Platze . » Nu hat eene Parte gewunnen ! Desderwegen tun se su brillen , « erklärte die Frau , sichtlich stolz , daß sie so gut über die Sitten der Großen unterrichtet sei . » Itze wern de Frauensmenscher och glei losmachen , paßt a mal uff ! « Richtig ! es traten zwei Damen mit auf den Plan . » Saht ack , das is se ! das is unse Wanda - das is de Braut ! « Nun sah man auch die Damen voll Eifer auf dem Rasen hüpfen . Es wurde viel gelacht und gejubelt . Das Brautpaar spielte auf einer Seite ; sie verloren . Wanda tadelte den prinzlichen Partner oft genug und ließ ihn nach den verlorenen Bällen springen . Ein kleiner Alter , mit einem Leinwandsack auf den Rücken , hatte lange wortlos dem Spiele zugesehen aus matten rotumränderten Augen . Dann sagte er plötzlich : » Die sein verrickt im Koppe ! « Damit ging er kopfschüttelnd von dannen . » Racht hat ' r ! « sagte ein anderer . » De Grußen sen alle verrickt , alle mitenander sen die verrickt , de Grußen ! Hot ees suwas gesahn ! Die mechten wos Gescheitres macha , als dohie su rimkalbern un an lieben Herrngutt de Zeet stahlen . « Die Frau , welche vorher Erklärungen gemacht hatte , widersprach . » Nu is ' s etwan nich asu ? « hieß es da . » Gabt der Art eene urndtliche Arbeet ei de Hand und ' r sollt sahn , wie se sich daderzut astellen wern ! « Karl blieb noch eine ganze Weile dort stehen . Das Treiben gefiel ihm , wenn er den Sinn auch nicht verstand . Auf dem Rückwege kehrte er ein . Bei dieser Gelegenheit traf er einen Bekannten , der ihm erzählte : morgen sei Jagd auf dem Herrschaftlichen , da gebe es gute Bezahlung und gewöhnlich auch Anteil am Jagdfrühstück für die Treiber ; es würden noch Treiber gesucht . Karl , den besonders das Jagdfrühstück lockte , ging auf die nahe Oberförsterei und meldete sich als Treiber . Am nächsten Morgen fand bei klarem Frühherbstwetter die Jagd statt . Es galt vor allem den Fasanen , aber auch Birkwild , Rebhühner , Rehböcke und Hasen sollten zum Abschluß kommen . Karl Büttner ging in einer langen Reihe von Treibern , mit einem Stocke bewaffnet . Der Fasane wegen , die sich gern übergehen lassen , gingen die Treiber so eng , daß sie sich fast die Hände reichen konnten . Sie waren angewiesen , ganz langsam , schrittweise , vorzugehen , wenig Lärm zu machen und mit ihren Stöcken auf die Büsche und jungen Bäumchen zu klopfen , um das Wild locker zu machen . Von Zeit zu Zeit ertönten , von einem am Flügel marschierenden Forstbeamten geblasen , Signale ; dann machte die ganze Kette Halt , um auf ein neues Signal wieder loszuschreiten . Die Fasanen waren zahlreich , da im Herbst zuvor wenig abgeschossen worden war . Bei dem warmen Wetter lagen die Vögel fest , oft flogen sie den Treibern unter den Füßen auf . In einem fort ertönte das Gackern der Hähne ; dann , sobald die Vögel über die Schützenkette strichen , Schüsse , oft ganze Kanonaden ! Es war ein herzerquickendes Schauspiel für das Auge des