des Präfekten von Rom an diesen hat dargetan , daß Du mit Gothelindis geheim der Königin Verderben geplant . Die Kaiserin hat den Kaiser auch hierin überzeugt . Dein Vermögen ist eingezogen : die Kaiserin aber läßt Dir sagen « - hier flüsterte er in des Zerschmetterten Ohr - , » du habest in Deinem klugen Brief ihr selbst den Rat erteilt , Mitwisser von Geheimnissen zu verderben . Trierarch , Du führst den Verurteilten sofort an seinen Strafort ab . « Und Alexandros ging auf die » Thetis « zurück . Die » Nemesis « aber drehte rauschend ihr Steuer , wandte dem Hafen von Byzanz den Rücken und trug den Sträfling für immer aus dem Leben der Menschen . Achtes Kapitel . Wir haben Cethegus , den Präfekten , seit seiner Abreise nach Rom aus den Augen verloren . Er hatte daselbst in den Wochen der erzählten Ereignisse die eifrigste Tätigkeit entfaltet : denn er erkannte , daß die Dinge jetzt zur Entscheidung drängten ; er konnte ihr getrost entgegensehen . Ganz Italien war einig in dem Haß gegen die Barbaren : und wer anders vermochte es , der Kraft dieses Hasses Bewegung und Ziel zu geben , als das Haupt der Katakombenverschwörung und der Herr von Rom . Das war er durch die jetzt völlig ausgebildeten und ausgerüsteten Legionare und durch die nahezu vollendete Befestigung der Stadt , an der er in den letzten Monaten Nachts wie Tages hatte arbeiten lassen . Und nun war es ihm zuletzt noch gelungen , wie er glaubte , ein sofortiges Austreten der byzantinischen Macht in seinem Italien , die Hauptgefahr , die seinen ehrgeizigen Plänen gedroht , abzuwenden : durch zuverlässige Kundschafter hatte er erfahren , daß die byzantinische Flotte , die bisher lauernd bei Sizilien geankert , sich wirklich von Italien hinweggewandt und der afrikanischen Küste genähert habe , wo sie die Seeräuberei zu unterdrücken beschäftigt schien . Freilich sah Cethegus voraus , daß es zu einer Landung der Griechen in Italien kommen werde : er konnte derselben als einer Nachhilfe nicht entbehren . Aber alles war ihm daran gelegen , daß dies Auftreten des Kaisers eben nur eine Nachhilfe bleibe : und deshalb mußte er , ehe ein Byzantiner den italischen Boden betreten , eine Erhebung der Italier aus eigner Kraft veranlaßt und zu solchen Erfolgen geführt haben , daß die spätere Mitwirkung der Griechen nur als eine Nebensache erschien und mit der Anerkennung einer losen Oberhoheit des Kaisers abgelohnt werden konnte . Und er hatte zu diesem Zweck seine Pläne trefflich vorbereitet . Sowie der letzte römische Turm unter Dach , sollten die Goten in ganz Italien an einem Tag überfallen , mit einem Schlag alle festen Plätze , Burgen und Städte , Rom , Ravenna und Neapolis voran , genommen werden . Und waren die Barbaren ins flache Land hinausgeworfen , so stand nicht mehr zu fürchten , daß sie bei ihrer großen Unkunde in Belagerungen und bei der Anzahl und Stärke der italischen Festen diese und damit die Herrschaft über die Halbinsel wieder gewinnen würden . Dann mochte ein byzantinisches Bundesheer helfen , die Goten vollends über die Alpen zu drängen : und Cethegus wollte schon dafür sorgen , daß diese Befreier ebenfalls keinen Fuß in die wichtigsten Festungen setzen sollten , um sich ihrer später unschwer wieder entledigen zu können . Dieser Plan setzte nun aber voraus , daß die Goten durch die Erhebung Italiens überrascht würden . Wenn der Krieg mit Byzanz in Aussicht oder gar schon ausgesprochen war , dann natürlich ließen sich die Barbaren die in Kriegsstand gesetzten Städte nicht durch einen Handstreich entreißen . Da nun aber Cethegus , seit er die Sendung des Petros durchschaut hatte , bei jeder Gelegenheit Justinians Hervortreten aus seiner drohenden Stellung erwarten mußte , da es kaum noch gelungen war , Belisar wieder abzuwenden von Italien , beschloß er , keinen Augenblick mehr zu verlieren . Er hatte auf den Tag der Vollendung der Befestigungen Roms eine allgemeine Versammlung der Verschworenen in den Katakomben anberaumt , in der das mühsam und erfindungsreich vorbereitete Werk gekrönt , der Augenblick des Losschlagens bestimmt und Cethegus als Führer dieser rein italischen Bewegung bezeichnet werden sollte . Er hoffte sicher , den Widerstand der Bestochenen oder Furchtsamen , die nur für und mit Byzanz zu handeln geneigt waren , durch die Begeisterung der Jugend zu überwältigen , wenn er diese sofort in den Kampf zu führen versprach . Noch vor jenem Tag kam die Nachricht von Amalaswinthens Ermordung , von der Verwirrung und Spaltung der Goten nach Rom und ungeduldig sehnte der Präfekt die Stunde der Entscheidung herbei . Endlich war auch der einzige noch unfertige Turm des aurelischen Tores unter Dach : Cethegus führte die letzten Hammerschläge : ihm war dabei , er höre die Streiche des Schicksals von Rom und von Italien dröhnen . Bei dem Schmause , den er darauf den Tausenden von Arbeitern in dem Theater des Pompejus gab , hatten sich auch die meisten der Verschworenen eingefunden , und der Präfekt benutzte die Gelegenheit , diesen seine unbegrenzte Beliebtheit im Volk zu zeigen . Auf die jüngeren unter den Genossen machte dies freilich den Eindruck , welchen er gewünscht hatte ; aber ein Häuflein , dessen Mittelpunkt Silverius war , zog sich mit finstern Mienen von den Tischen zurück . Der Priester hatte seit lange eingesehen , daß Cethegus nicht bloß Werkzeug sein wollte , daß er eigene Pläne verfolgte , die der Kirche und seinem persönlichen Einfluß sehr gefährlich werden konnten . Und er war entschlossen , den kühnen Verbündeten zu stürzen , sobald er entbehrt werden konnte ; es war ihm nicht schwer geworden , die Eifersucht so manches Römers gegen den Überlegenen im geheimen zu schüren . Die Anwesenheit aber zweier Bischöfe aus dem Ostreich , Hypatius von Ephesus und Demetrius von Philippi , die in Glaubensfragen öffentlich mit dem Papst , aber geheim mit König Theodahad , in Unterstützung des Petros , in Politik verhandelten , hatte der kluge