nicht mehr Gras hätten , als dort sei , auch so viel Brand im Korn , auch so schönes Werch . » Lueg , lueg ! « sagte sie endlich , » dort sieht man unsern Kirchturm , jetzt sind wir in einer Viertelstunde daheim . « Als sie den ersten bekannten Menschen sah , lachte ihr das Herz im Leibe und sie sagte : » Wenn ich gewußt hätte , daß wir den zuerst antreffen würden , ich hätte ihm auch etwas gekramet . Wenn ich noch einmal so lang fort sollte , was aber , so Gottswill ist , nicht mehr geschehen wird , so kaufe ich etwas , um es dem ersten bekannten Menschen zu geben , der mir beim Heimfahren begegnet . « Endlich bogen sie ein gegen ihr Gut . Vor Blangen hielt sich die Mutter am Fußsack , und eine Bemerkung nach der andern über jeden Baum und jeden Plätz entrann ihr unwillkürlich , und daß die Spatzen in den Erbsen seien , beschäftigte sie so , daß sie es fast nicht merkte , als sie zum Hause fuhren . Dort kam aus der Küche Vreneli gesprungen , aus dem Futtergang Uli , und am Stecken im Schopf stand Joggeli . Er sah doch seine Mutter gerne wieder kommen , wenn er es schon nicht sagte . Schon lange hatte die Mutter die Hand am Fußsack gehabt , wollte ihn jetzt abheben , allein er steckte sich , Uli mußte ihn emporreißen . » So , « sagte die Mutter , » aber vergiß doch recht nicht , morgen ein Gschüch in die Erbsen zu stellen , die Spatzen machen ihnen sonst viel zu wüst . « Drunten gab sie Vreneli die Hand und sagte freundlich : » Ist alles gut gegangen und hast gut Sorg getragen zu allem ? « Dann eilte sie , nachdem sie das Fürtuch glatt gestrichen , dem Joggeli zu , streckte ihm schon von weitem die Hand dar und sagte : » Gottwilche ! Wie ist es dir gegangen ? Ich bin doch so froh , daß ich wieder daheim bin , so bald bringt mich niemand mehr fort . « Uli hatte Elisi herausgehoben , und das hatte ihm guten Abend gewünscht und gesagt , er solle nicht unerchannt machen beim Auspacken und die Sachen hineinbringen , sie müßten ausgepackt sein von wegen den Rümpfen . Drinnen war das Kaffee schon zweg , und die Mutter konnte nicht genug rühmen , wie das eins sei . Wenn man schon meine , man habe den besten Kaffee , so fehle eim doch die Nidle , und die sei doch die Hauptsache . Es hätte sie manchmal dünkt , sie gäbte die Plättleni alle für ein Tröpfli guten Kaffee . » Gib mir noch ein Kacheli , « sagte sie zu Vreneli , » alle guten Ding sind drei ; es dünkt mich ich könne gar nicht aufhören . « Dann rühmte sie auch das Brot und den Käs und erklärte endlich : Es sei doch alles nüt gege daheim . Wenn man schon manchmal auch etwas zu klagen habe , » es ist einem doch endlich immer am wöhlsten daheim . « Sie konnte nicht satt werden , zu erzählen , was sie alles gesehen und wie wohl es ihr jetzt sei . Zweiundzwanzigstes Kapitel Von innern Kriegen , welche man mit einer Verlobung beendigen will Als Elisi wieder kam , hatte Uli ungefähr das Gefühl , wie wenn auf einmal eine Wolke vor die Sonne kömmt , oder wie es einem ist , wenn mitten in traulichem Gespräch eine Person , vor der man sich in acht nehmen muß , in die Stube tritt . Und doch sah er im Elisi sein Glück heimkommen , freute sich seiner , und es nahm ihn wunder , wie lange er jetzt wohl noch warten müsse . Sonderbar schien es ihm , daß Elisi diesen Abend nicht aus dem Hause kam , ihn nicht beim Brunnen , nicht im Stall , nicht im hintern Gängli suchte . Er grämte sich aber darüber nicht , sondern dachte , es werde ihm etwas Wunderliches durch den Kopf gefahren sein , es werde aber schon wieder zufrieden werden , und schlief getröstet ein . Drinnen aber ward nicht so bald Ruhe . Die Mutter hatte den ganzen Abend erzählt und Joggeli Bericht geben müssen über alles , denn er war auch schon im Gurnigel gewesen . Eins aber hatte sie noch nicht gesagt , und wenn sie auch von allen Personen redete , die sie droben angetroffen , der Baumwollenhändler kam nicht über ihre Zunge . Joggeli war lange nicht so teilnehmend gewesen , hatte lange nicht so ohne Muckeln zugehört , daß es sie dünkte , sie könne ihm nichts verheimlichen , sie müsse ihm das Hinterste her , vorgeben . Besonders als sie unter dem heimeligen Dackbett so behaglich sich streckte und es ihr so wohl ward in ihrem warmen , wohlbekannten Bette , schien es ihr eine eigentliche Sünde , wenn sie ihm nicht alles sage . » Los , « sagte sie , » ich muß dir noch etwas sagen , ich kann sonst nicht ruhig schlafen , es kömmt mir sonst vor in der Nacht . « » Was wird das öppe sein ? « sagte Joggeli , » hast du das Geld alles gebraucht ? « » Fast , « sagte sie , » aber wenn es nur das wäre , so machte es nichts ; es ist etwas ganz anderes , ich darf es fast nicht sagen . « Endlich nahm sie das Herz zusammen und sagte : » So stehts : ds Elisi hat einen , und der wird die nächsten Tage kommen und es dir abfordern , es mit dir richtig machen , zwischen ihnen ist schon alles ausgemacht und richtig . « » Das wäre mir der Teufel , « fuhr Joggeli auf , » da will ich auch noch dabeisein , aus