« » Ganz recht ! « nickte ich . » Aber denkst du dabei auch an die Feuer ? « » Soll ich das ? Wozu ? « » Wozu ? Welche Frage ! Um nicht zu ersticken oder durch immerwährendes Räuspern und Husten dich wenigstens zu verraten ! Es werden fünf Feuer brennen , vier Stammes- und ein Altarfeuer . Diese Feuer werden mit Holz , Reisig usw. genährt . Das gibt , zumal wenn dieses Material nicht ganz trocken ist , einen so bedeutenden Rauch und Qualm , daß es da oben , wohin du steigen willst , gar nicht auszuhalten ist , außer wir finden einen Platz , wo dieser Qualm und Rauch uns nicht erreicht . « » Denkst du , daß es einen solchen gibt ? « » Ich hoffe es . Unten können wir uns freilich nicht verstecken ; wir müssen hinauf . Aber auch nicht zu hoch , weil wir da nichts hören würden . Es gilt , die Windrichtung zu kennen und den Luftzug zu berechnen . Das Tor und alle Fensteröffnungen stehen offen . Es wird also Luftzug mehr als genug vorhanden sein . Aber nach welcher Seite geht er ? Ich schlage vor , daß wir probieren ! Wir haben fast noch eine Viertelstunde Zeit , ehe es Abend wird . Gehen wir schnell nach dem Hause , um ein Feuer anzuzünden und zu sehen , wohin der Rauch entweicht . « » Und dabei erwischt zu werden ! « warnte Pappermann . » Es kommt niemand , « versicherte Kakho-Oto . » Wir können es unbesorgt tun . « Mein Vorschlag wurde also ausgeführt . Wir begaben uns nach dem alten Bauwerke und sammelten unterwegs so viel dürres Holz , wie nötig war , den geplanten Versuch zu machen . Die Leiter wurde wieder hervorgeholt . Als das Feuer brannte , blieb Pappermann unten , um es zu schüren ; wir vier andern aber stiegen hinauf und beobachteten die durch die Wärme verursachte Luftbewegung und den abziehenden Rauch . Hierdurch entdeckten wir die für uns am besten geeignete Stelle und stiegen wieder hinab , um das Feuer auszulöschen und jede Spur desselben sorgfältig zu vertilgen . Dann kehrten wir nach unserem Lagerplatz zurück . Kakho-Oto aber verabschiedete sich von uns , um sich zu ihren Kiowa zu verfügen und am nächsten Morgen zeitig wiederzukommen . Während meine Frau uns am Lagerfeuer das Abendessen bereitete , gossen wir uns mit Hilfe des vorhandenen Bärenfettes und einer aufgedrehten , ungefärbten Baumwollenschnur einige kleine Kerzen , die wir nötig hatten , um bei unserem nicht ungefährlichen Aufstiege in die Höhe des Hauses nicht ganz und gar im Dunkeln zu sein . Denn gefährlich war es immerhin , auf den frei aus der Mauer ragenden Stufensteinen , die keine Spur von Brüstung oder Geländer hatten , ohne hellere Beleuchtung emporzuklimmen . Jedem Ausgleiten mußte unbedingt der Absturz folgen . Darum wollte ich mit dem jungen Adler allein hinauf . Das Herzle war da eigentlich recht überflüssig , zumal sie von den Verhandlungen , die ganz selbstverständlich indianisch geführt wurden , kein Wort verstehen konnte . Aber gerade , weil sie die Gefahr erkannte , bestand sie darauf , uns begleiten zu dürfen , weil sie mehr Besorgnis für mich als für sich selbst hatte und die Ueberzeugung hegte , daß ich in ihrer Gegenwart vorsichtiger sein würde als ohne sie . Als die elfte Stunde nahte , brachen wir auf und hinterließen unserem Pappermann die Weisung , falls wir gegen Morgen noch nicht zurück sein sollten , vorsichtig nachzuschauen , was uns im Haus des Todes festgehalten habe . Wir nahmen unsere Revolver mit , obwohl wir keineswegs glaubten , sie brauchen zu müssen . Im Hause angekommen , zündeten wir die drei Kerzen an . Der Aufstieg war noch schwieriger , als ich vorausgesehen hatte , und zwar der Leiter wegen . Wir brauchten sie , um zur untersten Stufe hinaufzukommen , und da wir sie unmöglich stehen lassen konnten , weil sie uns verraten hätte , mußten wir sie mit hinaufnehmen . Ich stieg voran ; dann folgte das Herzle , der » junge Adler « hinter ihr her . Indem ich vorn und er hinten die Leiter wagrecht faßte , bildete sie für meine Frau ein mitwandelndes Sicherheitsgitter , an dem sie sich im Falle der Not zu halten vermochte . Wir gelangten langsam , sehr langsam , aber doch glücklich hinauf . Da schoben wir die Leiter in die tiefe Fensteröffnung , so daß sie in ihr vollständig verschwand , löschten unsere kleinen , fast ganz unzureichenden Lichte aus und stiegen durch die Oeffnung , welche auf den künstlichen Felsensturz mündete , hinaus ins Freie . Es gab über uns einen hellen Sternenhimmel . Das von ihm niederfallende Licht reichte hin , uns den See als eine mattsilberne Fläche zu zeigen , die im Schattenrahmen der Ufersträucher lag . Wir brauchten nicht lange zu warten , so bewegte es sich da vorn . Es kamen Gestalten , langsam und einzeln , eine hinter der andern . Je näher sie kamen , um so deutlicher konnten wir sie erkennen . Freilich , ihre Gesichtszüge nicht . Auch die Gestalten waren nicht scharf konturiert . Aber daß es Indianer waren , darüber gab es keinen Zweifel . Auch die Bahre sahen wir , auf welcher der Häuptling der Kiowa getragen wurde . Sie bestand aus einer Decke , welche zwischen zwei Stangenhölzern befestigt war . Andere trugen große Holz- und Reisigbündel . Wir zählten vierunddreißig Personen . Wir warteten , bis die letzte von ihnen im Innern des Hauses verschwunden war , und schlüpften dann auch hinein . Wir hatten da eine undurchdringliche Dunkelheit vor uns und setzten uns nieder . Geheimnisvolles Geräusch ließ sich in der Tiefe unter uns hören , weiter nichts . Niemand sprach , kein Ruf , kein Befehl , kein Kommando erscholl . Es schien alles sehr genau vorherbesprochen worden zu sein . Da sprang irgendwo