, deren Zweige hoch oben sich wölbten , und die kleinen Bäumchen in der Schonung gehörten ihm , wo ein Strohwisch an einer Stange hing , und das trockne Laub gehörte ihm , und die kleinen weißen Blümchen , und die flinke Eidechse und der Vogel auf dem Zweige , die waren in seinem Walde , den er einst seinen Kindern vererbte . Ihm wuchsen die kleinen einjährigen Pflanzen aus dem Samen , die dereinst über seines Enkels Haupte mächtig rauschen sollten , für ihn saugten die Blätter Sonnenschein ein , Luft und Regen . Deshalb forstete er auch nicht mit Kiefern auf , wo Buchen abgetrieben waren , denn er wollte , daß wieder Buchen wuchsen , wo Buchen gestanden hatten ; wenn er alte Bäume mußte schlagen lassen , so war es ihm , als müsse ihm das Herz bluten , und nur , weil er doch Einnahmen wegen der Zinsen nötig brauchte , ließ er abtreiben ; dann schlief er nachts nicht , ging aus Fenster und sah im Mondschein seufzend über den stillen Wald hin ; mit Freuden aber ließ er jungen Bestand ausholzen , wo Licht und Luft geschaffen werden mußten für die Bäumchen . Abends erzählte er , wie er dies machen wolle und das , wie an kahlen Hängen angepflanzt werden sollte , wenn er erst mehr Geld habe , wie in den Bruch Erlenbestand kommen müsse , und wie ein vernachlässigtes großes Gebiet am besten neu bepflanzt werde . Seine schlimmste Sorge war , daß die Haupteinnahme aus einem unsicheren Bergwerksertrage floß , und häufig überlegte er , was zu beginnen sei , wenn dieser Ertrag einmal im Jahre geringer ausfalle . Wohl sagte er sich dann heimlich , es sei leichtfertig von ihm gewesen , daß er nicht bei der Übernahme mehr von dem Besitz verkauft , damit er das übrige desto sicherer halten konnte , aber was er sich auch überlegte , nichts von dem , was er besaß , wollte er hingeben ; ja die beiden Güter , die er damals fortgegeben , und die nun unter einem tüchtigen und wohlhabenden Besitzer schnell gediehen , reuten ihn oft , und gab ihm einen Stich , wenn er in die Nähe ihrer Felder kam und dachte , daß ihm die auch gehört hatten . Deshalb wußte er keinen anderen Ausweg , als daß er immer sparsamer zu wirtschaften suchte , immer eifriger und umsichtiger alles beaufsichtigte . Seine Figur änderte sich ; er wurde hager und vornübergeneigt , und seine Nase stand mit einem scharfen Haken aus dem Gesicht , und sein Gang wurde schnell und weit ausschreitend . So vergingen Wochen , Monate und Jahre im Rechnen und Arbeiten ; aber Rechnen und Arbeiten füllten das Leben der beiden nicht aus . Denn zu seiner Zeit bekamen sie ein schönes und gesundes Kind , ein Knäblein ; dem folgten noch andre Kinder bis zu der Zahl von fünf . Für diese alle mußte die Mutter sorgen , ohne große Hilfe , das tat sie heiteren Gemütes und singend , und die Kinder wuchsen heran in Schnelligkeit , und wenn der Vater des Abends nach Hause kam , so umringten sie ihn , klammerten sich an seinen Beinen an und wollten an ihm hochklettern ; und Maria begrüßte ihn mit lachenden Augen . Sie war immer froh , auch ohne einen bestimmten Grund , und hatte Beruhigung im Herzen und sichere Gedanken . Und auch Hans war beständig froh und sicher , trotzdem er sich viele Sorge machen mußte um Geld und pünktliches Zusammentreffen von Einnahmen und Ausgaben , was für einen Mann sehr schwer ist , der keine Begabung für Geldgeschäfte hat ; bei seinen großen Rechnungen half ihm auch Maria , denn er verzählte und verrechnete sich häufig und geriet dann in große Ängste . Was aber ganz besonders merkwürdig schien , das war , daß er sich gar nicht mehr Gedanken machte über abstrakte Dinge und Fragen , denn ihm war , als sei alles Grübeln plötzlich abgeschnitten und habe gar keinen Liebreiz mehr , und hätte er sich früher so gekannt , so hätte er sicher geurteilt , er sei beschränkt geworden , und doch war es ihm jetzt , wenn er an sein früheres Wesen dachte , als sei er damals töricht und kindisch gewesen . Und ebenso war es Maria , daß alle ihre Mühe und Arbeit , die sie sich früher gemacht , ihr kindisch vorkam ; und wenn es auch gering war , zu bedenken , was ein Kind anziehen sollte und was ein andres essen durfte , und ob an einem Bach Weiden gepflanzt werden sollten für die späteren Korbflechtarbeiten , wenn die Äpfel aus einer neuen Anpflanzung erst versendet wurden , so schien beiden das doch heute viel wichtiger wie solche Fragen nach Freiheit und Verantwortlichkeit und ähnlichem , die sie früher bedacht . Und als sie einmal an einem glücklichen Nachmittag am Sonntag zusammen im Garten saßen und von weitem die jubelnden Kinder hörten und sich über die Wandlung wunderten , kam ihnen eine Zusammenfassung oder Erklärung dieser Erscheinung . Es geschah das aber , indem sie ein Schwalbenpärchen sahen , die Lehm zusammentrugen zu einem Neste für sich und ihre Kinder . Da sagten sie : Wie die Vöglein , so leben auch die Menschen , wachsen , freien sich , kriegen Kinder , ziehen sie groß , und dann sterben sie ; und ihre Kinder tun desgleichen ; und so ist die Erde bevölkert mit lebenden Wesen , auf welche die Sonne scheint . Und jedesmal , wenn Kinder heranwachsen , denken sie , das ist etwas ungemein Merkwürdiges , daß wir auf der Welt sind , und es gibt nichts Merkwürdigeres , und mit uns wird alles neu , und vor uns ist nichts gewesen , nach uns aber wird alles das sein , was wir einmal Großes und Wichtiges schaffen werden . In Wahrheit aber erschaffen sie genau so Großes und Wichtiges wie die Menschen