, wenn sie sich anmuthig in der Form bewies , empfänglich war . Eitel , meinte die Herzogin , Sie eitel machen , Cousin ? Aber Sie sind es ja schon jetzt , Cousin ! Waren Sie denn ganz allein von Hause fort ? War nicht mein Bruder , war nicht Monsieur Herbert abwesend so gut wie Sie ? Sie vermißten also den Marquis ? fragte der Freiherr . Als ob man einen Bruder vermissen könnte , wenn er über Land geht ! bedeutete die Herzogin . Also war es Monsieur Herbert , der Ihnen fehlte , dessen Abwesenheit Ihre Sehnsucht wach rief ? scherzte der Freiherr . Aber , mein theurer Baron , neckte die Herzogin , ich war ja nicht allein zu Hause , oder glauben Sie , daß die Gedanken der Baronin , unwandelbar wie die Magnetnadel , nur an Ihnen hangen ? Könnte nicht unsere liebe Angelika Jemand anders als Sie vermissen ? Ist der Marquis nicht liebenswürdig ? Versichern und beweisen Sie uns nicht alltäglich , daß Ihr Architekt ein geistreicher , ein schöner Mann sei ? Wie wäre es , wenn wir Ihnen endlich Glauben schenkten , wenn wir , nur aus Unterwürfigkeit gegen Ihre bessere Einsicht , uns endlich überzeugen ließen ? Der Freiherr küßte ihr die Hand . Sie sind aufgeräumt , sagte er , Sie haben sich also wohl unterhalten , und ich muß mir daher Ihren Scherz gefallen lassen ! Doch kann ich von mir sagen , was ein junger deutscher Dichter in seinem schönen Trauerspiele den König Philipp von Spanien sagen läßt : Wo ich zu fürchten angefangen , hab ' ich zu fürchten aufgehört ! - Beruhigen Sie sich also , meine schöne Freundin - zur Eifersucht bin ich nicht gemacht , sie ist die Leidenschaft der niedern Stände , der Menschen ohne Selbstgefühl , sie ist unter unserer Würde ! Und doch hatten die neckenden Aeußerungen der Herzogin ihn verletzt , und doch tadelte er sich innerlich zum ersten Male darüber , daß er den Architekten so viel und so ungehindert mit Angelika verkehren lasse , denn Herbert war in der That ein schöner Mann , und der Freiherr kannte die Beweglichkeit des Frauenherzens ! Siebentes Capitel Herbert hatte seinen Vorsatz , graden Weges nach dem Amthause zu gehen , nicht ausgeführt . Er war , von dem schönen Tage verlockt , eine tüchtige Strecke in der Gegend umhergerannt , und die Sonne stand beinahe schon im Mittag , als er nach dem Amthofe kam . Dort war der Feiertag schon von Weitem zu erkennen . Die Arbeitswagen , die Eggen und Pflüge standen wohlgeordnet vor den großen Scheunen , ein paar Stadtkinder kletterten auf den Deichseln herum und genossen die Feiertagsfreiheit . Der Hof war sauber gekehrt wie eine Tenne . Langsam zogen im Teiche die Enten umher , während am grasigen Ufer der glänzend gefiederte Hahn unter seinen Hühnern umherstolzirte und selbst eifrig die Körner aufpickte , welche heute die Hand der fremden Kinder und Mädchen dem Federvieh verschwenderisch gestreut hatte . Unten vor der Thüre saßen trotz der frühen Stunde die Männer schon beim Tarockspiel . Es waren städtische Freunde des verstorbenen Amtmanns und daneben der Herr Oberförster und der Herr Pfarrer von Neudorf , welcher nach der Kirche zum Essen mit hinübergekommen war , weil am Nachmittage sein Neffe aus der Stadt für ihn die Predigt hielt . Sie achteten auf Herbert ' s Ankunft nicht . War doch so viel junges Volk über den Hof und durch das Haus gegangen , seit sie hier die Erntefeste feiern halfen ! War es doch auch allmählich älter geworden , hatte seine Kinder hergeschickt und war zum Theil gestorben ! Das kam und ging , und ging und kam ! Wer konnte die Menschen alle kennen ? Aber die große zinnerne Kanne , in der das Bier frisch vom Fasse auf den Tisch kam , und den zinnernen Leuchter und den Fidibus-Becher von Zinn , die neben dem Tabackskasten standen , die kannten die Männer , wie sie einander kannten ; die waren mit ihnen alt geworden und hatten sich nicht verändert . Es ist auch immer noch das gute , alte Bier und der gute , gelbe Knaster , bemerkte einer der Städter ; der Adam hält auf seines Vaters Art ! Ei , warum sollte er denn nicht ? meinte der Förster . Er ist in der Welt herumgewesen , weiß zu leben und ist wohl auf ! Er ist der Mann für den Platz ! Der Pfarrer , welcher immer erst bedächtig den Dampf aus der holländischen Kalkpfeife blies , ehe er vor einer so gemischten Gesellschaft eine Meinung abgab , nickte dem Oberförster beistimmend zu . Ja , sprach er , ja , Herr Oberförster , sie sind gut eingeschlagen , alle beide , unseres werthen seligen Amtmanns Kinder ! Selbst meine Frau , die das nicht von einer Jeden sagt , weil sie es genau mit solchen Dingen nimmt , nennt die Eva eine Wirthin , welche es mit mancher älteren aufnehmen könne , und was man hier davon im Hause sieht und was gelegentlich von hier zum Pfarrhofe kommt , das läßt nichts zu wünschen , gar nichts zu wünschen übrig ! Wir halten viel auf sie , ich und meine Frau ; und auch mein Sohn hält in der Stadt , und trotz seiner Studien , die alten Spielgenossen werth ! Wollte nur unser Herrgott , es wäre auch sonst hier Alles noch so bei dem guten Alten geblieben ! Er seufzte , der Oberförster schien ihn zu verstehen , aber sie mochten vor den Fremden mit der Sprache nicht weiter heraus , und hätten sie es auch gewollt , sie hätten ihre eigenen Worte kaum noch vernehmen und verstehen können vor dem Lärmen um sie her . Denn kaum war man oben in der Giebelstube , wo Eva ' s Gäste , die jungen Mädchen , wohnten , des Architekten ansichtig geworden , so war auf Eva