Deine Verteidigung , wie willst Du die führen , wenn Du keine Waffen hast , fragen die Philister . - » Ich bin Gottathlete , wer mit mir ringen wird , der mag meinen Triumph ohne Waffen um so tiefer fühlen , ich bin dann , und sie sind nicht mehr , die mit mir ringen ; und wen ich nicht überwinde , der reicht auch nicht an mich heran , mich zu bekämpfen . « - Ja , ich fühl ' s deutlich , wie tief recht Du hast , es ist einzig reine und heilige Sprachquelle , die Wahrheit ohne Beweis führen . Sprach und Geist müssen sich lieben , und da braucht ' s keiner Beweise füreinander , ihr gegenseitiges Erfassen ist Liebe , die sich in ewigen Gefühlen zu den Sternen hebt , - Du bist überwunden , Du bist ein Gefangner des Geistes - er besitzt Dich und tritt vor und spricht Dich aus . - Gute Nacht ! Schon sehr spät . - Vor zwei Jahren geschrieben am Pfingstmontag Bäume , die ihr mich bergt , mir spiegelt in der Seele sich euer dämmernd Grün , und von euern Wipfeln seh ich sehnend in die Weite . Dorthin fließt der Strom und hebt nicht zum Ufer die Wellen , und es jagt nicht mit den Wolken seine fröhlichen Schiffe der Wind . Der hellere Tag flieht und mein Gedanke lauscht , ob Antwort vielleicht ein sausender Bote von dir ihm bringe , Natur ! O du ! - du , der ich rufe , warum antwortest du nicht ? - Immer gleich Herrliche ! Allebendige ! Schauder über Schauder flößt mir , Herr ! Herr ! deine Natur ein . Da senkt sich der Wagen des Donnerers , die Berge hallen , es braust und duftet und weht ! - Wohin ihr Nebel ? - Ihr Rauchsäulen ? - Wohin wandelt ihr alle ? - Warum bin ich ! - Warum mich an deinen Busen Natur , wenn nicht erquickend mir ' s quillt aus deinen Tiefen , wie aus den Bergen quellen die rauschenden Wasser . Ich hör dich Donnerer , langsam ziehn am windstillen Tag übers Gebirg , in meiner Seele Saiten tönt ' s nach , sie bebt , die Seele , und kann nicht seufzen . Lust und Hoffnung , ihr habt oft mich gewiegt wie die rauschenden Wipfel , ihr schienet endlos mir einst wie jetzt mein düsterer Tag . Da brechen die Wolken und strömen unter dir , Befreier ! - Und rings trinkt die Erde - und deine Donner - wohin ? - Und ihr atmet wieder , Wiegengesang flüstert , wogt in eurem Laub , das mich umfängt . Und ich will gern wieder leben mit euch allen , ihr Bäume , die ihr trinkt segnende Ströme vom Himmel und fröhlich wieder säuselt im Wind . An die Günderode Heut morgen wach ich auf vom Rufen der Italiener , die Parapluies feiltragen , die wahre Lockstimme für mich , - unwiderstehlich , ich denk gleich , der Italiener mag Regen wittern ; denn sonst gehn sie nicht so früh herum , ich lass ' die Liesbet den Mann heraufholen und lauf zur Meline - die liegt noch im Bett , - ob wir nicht einen Parapluie wollen kaufen , mitzunehmen nach Marburg ? Die Meline kriegt einen Schrecken - sie glaubt , ich hab ' s Fieber , daß ich nach einem Parapluie frag , unterdessen war il signor Pagliaruggi vor der Tür , und ein grünseidner Regenschirm gekauft , den ich auch gleich probieren wollt , so ging ich vors Tor in die Mess am Main , und so blieb ich bei den Klickerfässern stehen und kauft an dreißig Klicker , einer schöner wie der andre , von Achat und Marmor und Kristall , damit ging ich hinunter am Main , wo die Steinergeschirrleut halten , und besuchte die in ihren strohernen Hütten und die Esel , die mit herzlichem Geschrei mich begrüßten , und die kleinen Hemdlosen , die da herumlaufen und klettern - und teilt ihnen meine Klicker aus , sie hatten keine Taschen , weil sie nackend laufen , so mußt ich ihnen meine Handschuh geben , daß sie die Klicker konnten aufheben , die banden sie sich mit Bindfaden um den Leib fest , das war kaum geschehen , so rief mich ein Schiffer an , ob ich nicht wollt überfahren . - Ich frag : » Es wird wohl regnen ? « - » Nun , was schad ' s , Sie haben ja ein Wetterdach bei sich . « Wie ich drüben war , so denk ich , ich will nach Oberrat gehen zur Großmama ihrer Milchfrau und da Milch trinken , wie ich an der Milchfrau ihr Haus komm , so sagen die Leut , alleweil ist die Annemarie fort mit der Milch nach der Gerbermühl , wie ich auf die Gerbermühl komm , so läuft mir die Annemarie schon fort nach Offenbach mit der Milch , ich sag , ich will mit ihr gehen , sie hat ihre zwanzig Gemüskörb auf dem Kopf und ihre Milchkann am Arm , und so schlendert der groß Gemüsturm und ich als hintereinander durch die Hecken , sagt die Annemarie : » Es fängt schon an zu trepele , es werd gleich e dichtiger Schitel komme , warte Se , ich will Ihne ans von dene klene Körbercher gebe , des könne Se uf den Kop setze , do kommt ihne ken Rege an . « - Nun fällt mir ein , daß ich doch das Wetterdach , den Parapluie mitgenommen hab , wo ist der geblieben ? Entweder ich muß ihn haben bei den nackigen Büberchen lassen stehen , oder ich hab ihn im Schiff liegen lassen , beides ist gleich möglich , ich konnt ihn also die Wasserprob nicht halten lassen ; so setzt ich der Milchfrau ihr rundes Gemüskörbchen mit Blumenkohl auf den Kopf . Sie sagt :