, damit sie ihn nachher bei deren Schöpfung lobten - Ich wünscht ' es nicht , sag ' ich , daß Du dem jungen neugebacknen und neubackenden Fürsten die gedachte Ehre antätest und eine annähmest - wahrlich ein Thron wird , wie der Vesuv , gerade höher durch Auswerfen von Höhen und Hohen um ihn her - ; und mein Grund ist dieser : weil Du , gesetzt , Dir würde irgendeine bedeutende männliche oder weibliche Hof- , ja Regierungs-Charge zuteil , doch nicht eher ein ruhiges Leben und eine starke Pension bekämest als nach einem tapfern , verflucht großen Fehltritt oder bei gänzlicher Untauglichkeit zu irgend etwas , worauf der Hofmensch Abschied und Pension begehrt und nimmt , gleich dem verurteilten Sokrates , der sich eine ähnliche Strafe vor Gericht diktierte , nämlich lebenslänglichen Freitisch als Prytan ; wie untüchtig aber Du zu rechter Untüchtigkeit bist , das weißt Du am besten - Kannst du wählen auf deiner Spannen-Reise , so besuche lieber den größten europäischen Hof als die kleinsten deutschen , welche jenen in nichts übertreffen ( in den Vorzügen am wenigsten ) als in den Nachteilen , wie man denn wahrgenommen , daß auch die Seekrankheit ( was sie gibt und nimmt , kennst Du ) viel ärger würgt auf Seen als auf Meeren - Suche dein Heil an Höfen mehr in groben Taten als in groben Worten ; diese werden schwerer verziehen - Ein Hofmann vergibt zwar leicht , aber mit Gift - Auf diesen schlüpfrigen Abhängen des Throns betrage Dich überhaupt ganz trefflich und bedenke , daß man da , wie die Griechen zu Homers35Zeiten , die Verwünschungen nur leise zu tun habe , weil die lauten auf den Urheber zurückspringen - Sage Fürsten , Markgrafen , Erzherzogen , Königen zwar die Wahrheit , aber nicht gröber als jedem ihrer Bedienten , um Dich von republikanischen Autoren zu unterscheiden , die sich lieber vor Verlegern als vor Potentaten bücken - Gegen Malteser-Damen , Konsulesse , Hof- und andere Damen vom höchsten Rang sei kein Pariser Bisamschwein , d.h. keine parfümierte Bestie , kein verbindlicher Grobian , der auf die manierlichste Weise von der Welt des Teufels gegen sie ist - Sei der schönste , langgewachsenste , schlankeste Mann von 30 Jahren , der mir noch vorgekommen - Kurz , bleibe ein wahres Musterbild , bitt ' ich Dich als Bruder ! Überhaupt , sei passabel ! Ich schließe den längsten ernsthaften Brief , den ich seit zehn Jahren geschrieben ; denn es schlägt 10 1 / 2 Uhr , und er soll durchaus noch fort . Himmel aber ! wo magst du jetzt sein ? Vielleicht schon mehr als wersten-weit von unserm Haßlau , und erfährest nun an dir selber , wie leicht es großen Reisen wird , den Menschen auszubälgen und umzustülpen wie einen Polypen , und was es auf sich habe , wenn Häfen und Märkte und Völker vor uns vorübergehen , oder wir , was dasselbe ist , vor ihnen - und wie es einem ziemlich schwer ankommt , nicht zu verächtlich auf Stubenhocker herabzusehen , die vielleicht noch nie über 10 Meilen weit von ihrem Sparofen weggekrochen und für welche ein Urteil über ein paar Reisende wie wir eine Unmöglichkeit ist . Solche Menschen sollten , Freund , nur einmal an ihrer eignen Haut erfahren , wie schwer das britische Gesetz , daß Leute , die aus der Stadt kommen , denen ausweichen sollen , die in selbige reisen 36 , manchem Weltmann moralisch zu halten falle : sie sähen uns beide anders an . - Fahre wohl ! Folge mir , noli nolle ! v. d. H. Postscr . Hebe diesen Brief , im Falle du ihn bekommst - sonst nicht - , auf , es sind Gedanken darin für unsern Hoppelpoppel . « Nr. 45. Katzenauge Eß- und Trink-Wette - das Mädchen Es mag nun hinter dem Traum ein Geist oder ein Mensch stecken , dachte Walt , eines der größten Abenteuer bleibt er immer . Das schwang ihn über die ganze Stube voll Gäste weg ; er fuhr auf dem romantischen Schwanzstern über die Erden hinaus , die wir kennen . Die Friedrichsd ' ore , von denen er viel vertun wollte , waren die goldnen Flügeldecken seiner Flügel , und er konnte ohne Eingriffe in den väterlichen Beutel sich ein Nößel Wein ausbitten , gesetzt auch , der Elsasser Testator komme wieder auf . So froh gestimmt und leicht gemacht , bahnte er sich durch das theatralische Gewimmel der Stube seinen beständigen Hin- und Herweg , wie durch ein Kornfeld , streifte oft an Chemisen vorbei , stand vor manchen Gruppen still und lächelte kühn genug in fremdes Gespräch hinein . Jetzt trat die Blauäugige , welche keine Mannshandschuhe gekauft , ins Zimmer . Der Direkteur der Truppe schnaubte öffentlich Winen ( so verkürzt ' er Jako-bine ) hart an , weil sie ihm zu teuere Handschuhe mitgebracht . Mit Vergnügen entschuldigte Walt innerlich ihren Handelsgeist mit der alten Theater-Einrichtung solcher Truppen , daß sie nichts übrig haben , und daß aller Goldstaub nur Geigenharzpulver ist , das man in ihr Feuer wirft . Das Mädchen heftete , während der rohe Direkteur um sie donnerte , die heitersten Blicke auf den Notarius und sagte endlich , der Herr da möge doch den Ausspruch tun und zeugen . Er tats und zeugte stark . Aber der Donnerer wurde wenig erschüttert . Da trat die Maske wieder ein . Walt scheuete seinen bösen Genius . Sie schien ihn wenig zu bemerken , aber desto mehr den geizigen Prinzipal . Endlich brachte sie es durch leises Disputieren dahin , daß zu einer Wette der Regisseur 10 Taler in Silber auf den Tisch legte und jene ebensoviel in Gold . Eine Flasche Wein wurde gebracht , eine Schüssel , ein Löffel und eine neugebackne Zweipfenning-Semmel . Es wurde nun vor dem ganzen Stuben-Publikum die Wette publiziert , daß der Masken-Herr in kürzerer Zeit eine Flasche Wein mit dem Löffel aufzuessen verspreche