zu sehen waren , erklärt der letztere ( unstreitig ein elegans spectator formarum ) eine in den sogenannten Gärten außer den Mauern von Athen aufgestellte Venus , welche über eine andere , vom Agorakritus zu gleicher Zeit mit ihm in die Wette gearbeitete , den Preis erhielt , und von so hoher Schönheit war , daß die Sage ging , Phidias selbst habe ihr die letzte Vollendung gegeben . Diese Sage konnte aber wohl keinen andern Grund haben , als die Meinung : Alkamenes könnte ein so vollkommenes Kunstwerk nicht ohne Beistand seines Meisters zu Stande gebracht haben . Sie zeugt also bloß für das große Talent des Alkamenes , und die vorzügliche Schönheit seiner Venus ; denn daß Phidias wirklich die letzte Hand an sie gelegt habe , ist schlechterdings unglaublich , wenn die Anekdote von seiner außerordentlichen Vorliebe zum Agorakritus wahr ist . In diesem Falle würde Phidias sich beeifert haben , der Arbeit seines Lieblings den Vorzug zu verschaffen , und also das , was er für Alkamenes gethan haben soll , vielmehr zum Vortheil des Agorakritus gethan haben . Eine von diesen beiden Sagen ( deren auffallenden Widerspruch der Römische Compilator nicht zu bemerken scheint ) muß also nothwendig grundlos seyn ; und so ist es um die meisten , wo nicht um alle die Sagen beschaffen , die unter den Griechen über ihre vorzüglichsten Personen beiderlei Geschlechts herumliefen . Das Schlimmste ist , daß beinahe alles vorgeblich Historische , was uns die alten Biographen , Anekdotensammler und Compilatoren , Diogenes von Laërte , Athenäus , Suidas u.s.w. von diesen Personen erzählen , aus solchen Sagen besteht , welche größtentheils aus der unreinen Quelle der alten Komödien- und Sillen-Schreiber geflossen zu seyn scheinen . W. 14 Freundin , bei uns - Freudenmädchen . Daß sie in der Handelsstadt Korinth , wo ein berühmter Tempel der Venus ( Aphodite ) war , unter dem besondern Schutze dieser Göttin standen , erinnert an die Sitte orientalischer Handelsplätze , wo es zum Tempeldienst gehörte , daß die Jungfrauen ihre Jungfräulichkeit einem - Fremden opferten , wofür die Einkünste in den Tempelschatz flossen . 15 Die Auftauchende , heißt Venus , weil sie aus dem Meer entsprang , und als neugeborne Göttin zum Entzücken des ganzen Olymps daraus emporstieg . Eins der schönsten Gemälde des Apelles war unter diesem Namen bekannt . 16 Epopten , hießen diejenigen , die nach gehöriger Vorbereitung zum Anschauen der großen Mysterien zugelassen worden . W. 17 Iris ( Regenbogen ) - Die Votin der Götter und insbesondere Dienerin der Götterkönigin - für Zofe überhaupt gebraucht . W. 18 Eine unter dem König Darius zuerst geprägte . Persische Goldmünze , ungefähr vier Thaler sechs oder acht Groschen unsers Geldes werth . W. 4. Brief . 19 S. Wielands erste Anmerkung zu Horazens sechstem Brief im ersten Buche . 20 Sieg - Durch die Siege bei Marathon und Salamin retteten die Griechen ihre Freiheit , die von Persiens Uebermacht bedroht war . 21 Nach denen die alle vier Jahre sich erneuernden Olympiaden als die gewöhnliche Zeitrechnung der Griechen angenommen wurden , sind nach Einigen von Jupiter selbst oder den Kureten gestiftet , und nach einer Unterbrechung erst von Hercules , dann von Pelops , und zuletzt von Iphitus und Lykurgus , gegen 800 Jahre v. Chr. erneuert . Des Iphitus Verordnungen darüber waren auf einem Diskus eingegraben , den man im Junotempel zu Olympia aufbewahrte . Fünf Tage in unserm Monat Julius waren dazu bestimmt , die ersten zum Ringen und Faustkampf , der dritte zu den sogenannten Fünfkämpfen ( Pentathloi ) , Ringen , Faustkampf , Laufen , Werfen der Wurfscheibe ( Diskus ) und des Wurfspießes , der vierte zum Wettlaufe zu Fuß und zu Roß , der fünfte zum Wagenrennen . Die Beschuldigungen , welche Aristipp hier vorbringt , sind allerdings durch manche Zeugnisse bestätigt , und doch war . 22 Man sehe Manso ' s Abhandlung über den Antheil , welchen die Griechen an den Olympischen Spielen nahmen , in der N. Bibl . der sch . Wiss . Bd . 47. Vergl . Böttigers Kunstmythologie S. 55. Abgerechnet alles , was sie als eine National-Versammlung wichtig machte , hatten sie auch im Geist ihrer Einrichtung viel Aehnliches mit den Turnieren , und verschafften einen Gottesfrieden , den man sogar symbolisch angedeutet hatte , denn beim Eintritt in den Tempel Jupiters erblickte man zur Rechten die Bildsäule des Iphitus , den die Ekechereia bekränzte , d.i. der Stillstand aller Feindseligkeiten zwischen allen Griechen , welcher während dieser Tage eintrat . Nichtsdestoweniger hätte man vieles zweckmäßiger einrichten können ; dachte aber vielleicht daran , daß das Alte den Meisten heilig und das Gewohnte das Liebste ist ; kurz , wie der Eleer , welchen Wieland nachher einführt . 23 Eryx - ein gewaltiger Sicilischer Faustkämpfer ( pyktes ) der heroischen Zeit , welcher zuletzt , von Hercules überwältigt , dem Berge Eryx in Sicilien , wo er begraben wurde , den Namen gab . W. 24 » Der schönste der Männer , die gegen Ilion zogen . « Il . II. 671 . W. 25 Ein seiner Schönheit und Stärke wegen berühmter Athlet . W. 26 Cestus , hieß bei den Römern eine Art von Fechthandschuh aus dicken rindsledernen Riemen um den Arm und die Faust gewunden ( auch wohl mit Blei gefüttert ) , womit die Faustkämpfer ( Pikten ) ihre Hände bewaffneten . Die Griechen nannten dieß xeires oplismenai , ohne einen besondern Namen für den Cestus zu haben . W. 27 Die Griechen nannten alle nicht Griechisch redenden Völker Barbaren , ohne auf ihre mehrere oder mindere Cultur und Policirung dabei Rücksicht zu nehmen ; wiewohl sie sich auch hierin großer Vorzüge über die übrigen Erdebewohner bewußt waren , und mit einer gewissen Verachtung auf alle Nicht-Griechen herabsahen . W. 28 Athleten , hießen mit einem gemeinsamen Namen alle Wettkämpfer , welche bei öffentlichen Spielen in den fünferlei Kampfübungen , die unter dem pentathlos begriffen waren , um den Preis