mich zu kämpfen , wer Ehre hat , wird es nicht tun , der andere wird es nicht lassen , und wenn er in meine Hände fällt , wird er auf einem Baume aufgehängt , wie vor zwei Jahren die Diebe des Landes . Wer geht , erhält morgen das Reisegeld in meiner Kammer , wer aber seine Handlungen gegen mich bereut , und mir dienen will , der melde sich , er wird mit Liebe angenommen werden . Jetzt aber entfernet euch . « Unter den Gefangenen entstand ein Jubelruf ; sie wendeten sich gegen den Herzog ; aber auf den Befehl Predas stellten sie sich , und zogen unter Freudenrufen ab . Unter dem Volke ertönten wie aus allen Kehlen Rufe der Freude und des Vergnügens . In diesem Augenblick aber ritt ein Mann auf den Platz , und meldete , daß die Späher eine Jungfrau mit mehreren Begleitern gefangen hätten , und daß die Jungfrau vor den Herzog wolle . » So laßt sie kommen « , antwortete Wladislaw . Der Mann ritt fort , und kam in kurzer Frist wieder zurück . Es waren nun vier Männer auf kleinen Pferden bei ihm und ein Mädchen auch auf einem Pferde . Die Männer waren in sehr grobe dunkelwollene weite gegürtete Gewänder gekleidet , trugen Schwerter , und auf den Häuptern rauhe Wolfshauben . Das Mädchen saß auf einem schönen braunen Pferde , es hatte ein schwarzes Gürtelgewand an , darüber ein Waffenkleid , das wie Silber glänzte , und an dem Gürtel ein Schwert . Auf dem Haupte trug es eine Spangenhaube , darunter schwarze Haare hervor sahen . Das Angesicht war jung . Der Mann führte seine Begleiter vor den Herzog , wies mit der Hand auf ihn , und sagte : » Das ist der erlauchte Herzog , edle Jungfrau , welcher dir die Huld erweist , mit dir zu reden . « Das Mädchen stellte sich mit seinem Pferde vor die vier Männer , sah den Herzog an , und sprach : » Bist du der Herzog Wladislaw , welcher im Kriege mit den hohen Fürsten ist , die im Lande Mähren einen Bund wider Böhmen geschlossen haben ? « Kaum hatte das Mädchen diese Worte gesprochen , so ertönte aus dem hinteren Geleite des Herzoges ein Laut , der das Wort Dimut ausrief . Es war Rowno gewesen , der den Ruf ausgestoßen hatte , und der nun sein Pferd gegen den Herzog vorwärts drängte . » Rowno « , sagte das Mädchen gegen ihn hin , » ich rede jetzt nicht mit dir , jetzt rede ich mit dem Herzoge , und wenn das Gespräch geendet ist , so komme ich zu dir , und werde mit dir reden . « » Wenn du Rechte gegen die Jungfrau hast , Rowno « , sagte der Herzog , » so übe sie ungeschmälert aus ; jetzt aber erwarte das Ende des Gespräches , um das sie gebeten hat , und das ich ihr gewährt habe . « Rowno zog die Zügel des Pferdes zurück , und blieb stehen . Der Herzog wendete sich wieder zu dem Mädchen , und sagte : » Dimut heißest du , schöne Jungfrau ? « » Ob ich schön bin , reden wir nicht « , antwortete das Mädchen ; » aber Dimut heiße ich . « » Schön bist du , und als dich meine Krieger gefangen nahmen , hast du zu mir verlangt ? « fragte der Herzog . » Nein « , antwortete das Mädchen , » ich bin von meiner Heimat aus zu dir geritten . « » Zu mir ? « fragte der Herzog . » Ja « , sagte Dimut , » in dem Walde im Mittage des Landes steht in einem gereuteten Tale ein Turm , in welchem mein Bruder Rowno herrscht . Er ist der Wladyk seines Stammes , und sein Stamm wohnt um ihn . Ich bin in dem Turme . Als noch der Schnee lag , kam die Kunde , daß reiche und mächtige Herren und Fürsten wider dich in Waffen wären , und das Land Böhmen nehmen wollen . Da beschloß Rowno , und es beschlossen Leute aus unserer Zupe , auszuziehen , um zu sehen , was sich ergäbe . Ich sagte damals : ihr werdet alle ins Feld gehen , die ihr könnt , ihr werdet ergründen , wo das Recht ist , und dafür mit euerm Leben streiten , und , wenn es sein muß , sterben . Ich will tun , was ein Weib vermag . Das Rechte muß geschehen , wie es auf Erden und im Himmel gilt . So sagte ich , und Rowno und Osel und Diet von Wettern und Witiko zogen fort . Und darauf meldete Rowno , daß das Recht bei dir sei , daß die reichen Herren noch reicher werden und noch mehr Zupaneien haben wollen , und daß du die kleineren Männer gegen sie schützest . Und weil die Knaben des Waldes auf Kundschaft liefen , brachten sie die Nachricht , daß eine große Schlacht gewesen sei , in der Herren und Fürsten und niedere Männer und Knechte erschlagen worden sind , und weil ich solche Dinge , so lange ich lebe , nicht gehört habe , so konnte ich nicht mehr bleiben , ich nahm die vier Männer , und ritt fort , und da erfuhren wir , daß die Schlacht erst jetzt gewesen ist , daß du nach Prag gezogen bist , und da ritt ich nach Prag zu dir . « » Wenn alles so ist , schöne Jungfrau , ich muß dich wieder schön nennen « , antwortete der Herzog , » was ist in Prag bei mir dein Begehren ? « » Zu sehen , wie die Sache ist « , antwortete Dimut . » Nun , so siehe , wie die Sache ist « , erwiderte der Herzog ; » aber beeile dich , es könnte bald alles anders werden