hier gabst Du mir das Geleit , « sprach der Fürst . » Kehre zurück , rede mit den Deinen und morgen erwarte ich Dich im Schloß an der Spree . Heut bist Du noch ein Freier , Hans Jürgen , morgen mein Mann . Hast Du noch was auf dem Herzen , was Du als Freier sagen willst , so sprich es aus . « » Die Eva hat gewiß geplaudert , Durchlaucht ? « » Das Fräulein Eva Bredow steht unter meinem besonderen Schutz , das merke Dir . Ich werde seiner Zeit sorgen , daß die brave Jungfrau einen guten Mann bekommt , wie sie verdient . Den will ich ihr zuziehen . Du aber , mein Dienstmann , der noch viel thun muß , um die Sporen sich zu verdienen , darfst sie nicht anders als mit Ehrfurcht ansehen . « Die Eva mit Ehrfurcht ansehen , das kam Hans Jürgen kurios vor . Aber der Fürst schien zu erwarten , daß er etwas erbitten solle . Für sich ? Er war ja nun des Fürsten Mann . Für seine Pflegemutter ? Die sorgte für sich selbst . Aber sein Pflegevater , Herr Gottfried ? Was hatte denn er davon , daß Joachim in seiner Burg geschlafen , derweil er fort gewesen ? Er fing es etwas ungeschickt an , aber Joachim verstand ihn und sagte freundlich : » Meine Gedanken kamen Dir zuvor . Er soll Ehre haben wie der Mann verdient , der sich freiwillig selbst einer bösen That zieh , um die Strafe von einem Andern abzulenken . Wenn er verschmäht , ein Amt in meiner Nähe anzunehmen , wo ich der rechtlichen Männer bedarf , denk ' ich ihn zum Landtags-Marschall von den nächsten Ständen wählen zu lassen . Er ist nicht immer meiner Meinung , aber er liebt die Ordnung . « Hans Jürgen war schon weit zurück , von wunderbaren Dingen geschaukelt , als dem Fürsten und seinen Begleitern ein lediges Pferd in den Weg kam , das ihnen entgegen wieherte , gleichwie sich freuend , Gesellschaft in der Einsamkeit zu finden . Als es sie begrüßt , ging es wieder an sein Geschäft und grasete . » Das bedeutet ja wohl Unglück ! « » Nur einen abgeworfenen Reiter , « entgegnete der Holzendorf . » Das Pferd ist fromm . Es hat ihn wohl nicht abgeworfen , der Reiter mag darauf eingeschlafen sein . « An einem sonnigen Abhang fanden sie ihn wirklich . Er lag sanft gebettet im weichen Sande und der Friede der Natur ruhte auf dem vollen freundlichen Gesichte . Die Augen fest zu , schien er doch zu lauschen auf die Lieder , welche die Kieferwipfel über ihm rauschten , und die Gedanken des Schlafenden schienen Versteck zu spielen mit der Sonne , welche durch die Zweige ihn jetzt anblinkte und jetzt wieder verschwand . » Seht ob der Mann nicht zu Schaden gekommen , « sagte Joachim . Ein tiefer Ton zwischen Schnarchen und Gähnen , der aus der vollen Brust sich arbeitete , gab eine beruhigende Antwort . Er drehte den Kopf um , weil die Sonne ihn belästigte , und wie er den Arm behaglich von sich streckte , ward Jener inne , wie wohl dem Manne war , der auf dem Sande lag . » Es scheint ein guter Mann zu sein . « » Hilf Himmel , so mich mein Aug ' nicht trügt , « entgegnete der von Holzendorf , » ist ' s unser Wirth , Herr Gottfried von Ziatz . Freilich , das sind ja seine Elennshosen . « Joachim hatte selten in seinem Leben gelächelt . Als aber der Ritter fragte , ob er den Mann wecken sollte , verzog sich sein Mund , da er den Kopf schüttelte : » Er schläft so süß ! Was ich ihm sagen und bieten könnte , wäre doch nicht besser als seine Träume . « » Aber sein Pferd ihm fangen , daß er es hat , wenn er aufwacht , wäre doch Christenpflicht , « meinte der Andere . Das Pferd kam von selbst , als würde ihm die Zeit lang , ob sein Herr noch nicht aufwachte . Lächelnd ritten sie fort . Der Kurfürst wies auf einen Mann , der mit einem leeren Wagen des Weges kam . Dem wollten sie die Sorge für den Schlafenden anempfehlen . » Fort , Katze ! « sprach Herr Gottfried , als das Pferd ihn anschnupperte , und gab ihm einen sanften Schlag mit der Hand . Ob das Roß wohl auch sah , daß Herr Gottfried lachte ? Wie rauschte es in den Bäumen über ihm , wie knisterten die Kiefernadeln unter ihm , wie dufteten ihm die Heidelbeersträucher , die für keinen Wachenden einen Duft geben ; wie schlürften seine ausgestreckten Glieder die Sonnenstrahlen , die immer wärmer wurden . Er sah durch die geschlossenen Augen die Ameisen , die auf seinen Beinen vergebens mit Schaufeln und Rüsseln durch die Elennshaut zu dringen versuchten . Herr Gottfried träumte einen süßen Traum ; ich will ihn nicht verrathen . Als er die Augen aufschlug , saß neben ihm Einer , der sich ' s auch behaglich gemacht . » Kaspar , was machst Du da ? « fragte er . » Ich esse . « Das war kein Traum mehr . Kaspar schnitt sich mit seinem Zulegemesser Scheiben vom Rettig , vom Käse und vom Brod . Aber neben ihm lag ein aufgemachter Kober mit Würsten . » Kaspar ! Du hast ja auch Wurst da ? « » Ja , Herr . « » Kaspar , ist ' s Essenszeit ? « » Je nachdem , Herr . Wen hungert , der ißt , wen schläfert , der schläft . « Das war die Frage . Herr Gottfried hätte wohl gern noch geschlafen , aber da stand doch die Sonne vor ihm und sah ihn so groß an , wie seine Frau , wenn sie