, dem Unrecht Unrecht sagt , der Wahrheit aber Zeugnis gibt . So gehts aber oft in der Welt , der Wahrheit trittet Schüchternheit in den Weg , ein leidig Fürchten und Werweisen , während die Unverschämtheit als Vorreiterin der Lüge beständig bei der Hand ist . So geht es gerne Meitschene , deren Herz gefangen ist und befangen ihr Verstand , und wer will von einem armen Meitschi fordern , daß wenn gefangen sein Herz ist , unbefangen sein Verstand bleibe ! So ging es Anne Mareili . O wie gerne hätte es dem Vater angehalten , er solle sich in diese Verhältnisse nicht mischen , alles Gott und guten Leuten überlassen , wie gerne gesagt , es sei mit allem zufrieden , wenn es nur daheim weg und hiehin kommen könnte ; aber es fürchtete , den Vater noch hinterstelliger , hinterhäger zu machen , und die Forderungen des Vaters zu unterstützen , dazu war es eben zu wenig unverschämt , zu wenig radikal , und dessetwegen ward sein Vater ärgerlich und weh tat seine Antwort den Andern ; es verfehlte sich also gegen beide Partieen . » Und dann du , was sagst du dazu ? « frug der Dorngrütbauer den Resli , » dich gehts am nächsten an , und es düecht mich , wie ich meinte , sollte es dir recht sein , du hättest es z ' gnießen . « Resli , dem das Herz weh tat , antwortete , es sei ihm so : Anne Mareili sei ihm lieb , er glaube , es gebe eine Frau wie dMuetter , und über Bösha solle es nie zu klagen haben . Er hätte dessetwegen nie gefragt , was es hätte und wieviel es mitbrächte , und wenn es nichts hätte , so sei es ihm recht . Aber deswegen düeche es ihn , man sollte auch ihnen vertrauen und öppe denke , man mache , wie recht . Übrigens lasse er ihm alles gefallen , aber öppe daß die Andern z ' klagen hätten , begehre er nicht . Gschwisterti seien einmal immer Gschwisterti . Er meine , dHut söll eim lieber sein als ds Hemmli , und wenn man eine Frau wolle , so hätte man nichts nach den Geschwisterten zu fragen , sagte der Bauer . Aber ihm sei es gleich , sie könntens machen , wie sie wollten , deretwegen sei er nicht hergekommen . Könne es sein Meitschi bsungerbar gut machen hier oben , so möge er es ihm gönnen , sonst aber , wenn es gmannet sein müsse , finde es bei ihnen ein Dutzend für einen , und dann wisse er doch , was für einen , und hätte dSach unter Augen , es möge gehen , welchen Weg es wolle . Es sei da einer , der hätte schon lange angesetzt , und so gut mache sein Meitschi es nie mehr . Freilich meine ds Meitschi , der sei ihm wohl alte , aber es werde ihm wohl noch dGlarlöcher aufgehen , daß es es begreife , je älter , dest besser . Selb hätt er nit Kummer , und gehe es manchmal lang , bis so am ene Meitschi dGlare ufgange . Aber wenn sie noch heim wollten , so wär es Zeit furt . » Nit « , sagte Christen , » so ists doch nit gmeint , u ufbinge wollen wir nicht ; was wir gesagt haben , ist nicht bös gemeint , und si Sach z ' säge , het öppe en iedere dWehli . Dr Bueb lyt üs am Herze , un öppe uf enes paar tusig Pfüngli uf oder nieder wirds öppe Keim acho ; wo me enangere lieb het , bricht ds Geld öppe ke Handel . Ds Meitschi isch ihm aständig , u mir hei nüt drwider , we mrs scho nüt chenne , wo selb süst nüt schadt , we me enangere scho öppe vorher e weneli chennt . Aber wie gseit , wir sind etwas weit auseinander , selb ist wahr , es hat aber auch seinen Nutzen , selb ist auch wahr ; man ist einander manchmal nur zu nah . So geht es einmal in der Welt , die Berge kommen nicht zusammen , aber die Menschen wohl , und wenn sie einmal zusammengekommen , so soll man sie nicht scheiden , das ist meine Meinung . Was meint Ihr , wie ist die Sache z ' machen ? Was möglich ist , soll geschehen . « » Was meinst , Meitschi ? « sagte der Bauer zu seiner Tochter , » es ist deine Sache , red ! « Anne Mareili wars nicht ums Reden , die bitterste Angst guälte sein Herz ; sie kann nicht enger zusammenpressen das Herz des Spielers , der alle seine Habe auf eine Karte gesetzt und nun starren Auges auf die zögernden Hände des Bankhalters sieht . Jede Rede mehrte seine Angst , jede Rede zürnte es dem Redenden , weil sie nicht den Abschluß brachte , sondern ihn hinausschob ; es düechte ihns , es gäbte alles , was es auf Erden und im Himmel zu erwarten hätte , wenn mans nur richtig machte , gäb wie . Hingerdry chönn me geng no luege u ' s mache , wie me öppe well , dachte es . Sein Vater war zäh , auf den setzte es keine Hoffnung , alle also auf die Andern . Daß diese werweiseten und Bedenken hatten , ärgerte ihns also doppelt , und besonders an Resli tat es ihm weh , es düechte ihns immer mehr , wenn der ihns recht lieb hätte , so wäre ihm alles recht , er würde nichts scheuen , um ihns zu erhalten ; hingerdry chönnt me ja de geng luege und ' s mache , wie man es ha wett . Darum antwortete Anne Mareili , es hätte nicht geglaubt , daß es da so viel Bsinnens gebe , dem an , was man ihm