Male einen Reinertrag aus der gehaspelten Seide . Kaum daß er ein Stück guten Lehmboden auf seiner Feldmark gefunden , entstand auch schon eine Ziegelei , so daß er 1746 , und zwar aus selbstgebrannten Steinen , das noch jetzt existierende Wohnhaus erbauen konnte . Noch im selben Jahre führte er , ebenso wie in Spandau und Köpenick , große Brauereigebäude auf , in denen das so beliebt gewordene und nach ihm genannte » Fredersdorffer Bier « gebraut wurde . In allem erwies er sich als der gelehrige Schüler seines königlichen Herrn , und an der ganzen Art und Weise , wie er die Dinge in Angriff nahm , ließ sich erkennen , daß er den organisatorischen Plänen des Königs mit Verständnis zu folgen und sie als Vorbild zu verwerten verstand . Er mochte es dabei , besonders was die Mittel zur Ausführung anging , leichter haben als mancher andere , da ein König , der ihm schreiben konnte : » Wenn ein Mittel in der Welt wäre , Dir in 2 Minuten zu helfen , so wollte ich es kaufen , es möchte auch so theuer sein , wie es immer wolle « , sehr wahrscheinlich auch bereit war , durch Geschenke und Vorschüsse aller Art zu helfen . Es scheint indessen , daß diese Hilfen immer nur innerhalb beschränkter Grenzen blieben und daß die Meliorationen erst von 1750 ab einen größeren Maßstab annahmen , wo sich Fredersdorff mit Karoline Marie Elisabeth Daum , der reichen Erbtochter des schon 1743 verstorbenen Bankiers Daum vermählt hatte . Wenigstens beginnen von da ab erst jene Güterkäufe , deren ich schon oben erwähnt habe . Fredersdorff lebte mit seiner jungen Frau in einer sehr glücklichen , aber kinderlosen Ehe . Daß er andauernd in Zernikow gewesen sei , ist nicht anzunehmen , doch scheint es , daß er von 1750 ab ( also nach seiner Vermählung ) wenigstens so oft wie möglich auf seinem Gute war und namentlich die Sommermonate gern daselbst verbrachte . Ob er seine alchimistischen Künste und Goldmacheversuche auch in ländlicher Zurückgezogenheit geübt hatte , ist nicht zu ermitteln gewesen , übrigens nicht wahrscheinlich . Er starb zu Potsdam in demselben Jahre ( 1758 ) , das seinem königlichen Herrn so viele schwere Verluste brachte , und seine Leiche wurde nach Zernikow übergeführt . Michael Gabriel Fredersdorff war am 12. Januar 1758 gestorben . 1760 vermählte sich seine Witwe zum zweiten Male mit dem aus Pommern stammenden Geheimen Stiftsrat zu Quedlinburg Hans Freiherrn von Labes , der , ursprünglich bürgerlich , erst später vom Kaiser in den Adelsstand erhoben worden war . Auch Freiherr von Labes tat viel zur Verschönerung des Gutes , eine Lindenallee wurde gepflanzt , ein englischer Park angelegt , und der frühere Fasanengarten in einen Tiergarten mit Fischteichen , Wasserleitungen und Pavillons umgeschaffen . Er scheint andauernder als Fredersdorff in Zernikow gelebt zu haben und verschied daselbst am 27. Juli 1776 . Frau von Labes aber , nachdem sie durch milde Stiftungen , besonders durch Erbauung eines Hospitals segensreich gewirkt hatte , starb erst am 10. März 1810 , achtzig Jahre alt , mehr denn fünfzig Jahre nach dem Tode ihres ersten Gatten . Aus ihrer zweiten Ehe waren ihr zwei Kinder geboren worden , ein Sohn und eine Tochter . Der Sohn , Geheimer Legationsrat von Labes , vermählte sich mit einer Komtesse Görtz-Schlitz , wurde selbst in den Grafenstand erhoben und nahm , nach der Burg Schlitz , die er sich im Mecklenburgischen erbaut hatte , den Namen Graf Schlitz an . Dieser Graf Schlitz starb 1831 . Er hinterließ nur eine Tochter , die sich 1822 dem Grafen Bassewitz vermählte , welcher letztere seitdem den Namen Graf Bassewitz-Schlitz führte . Das einzige Kind dieser Ehe , eine Tochter , wurde nur elf Jahre alt ; von den Eltern starb die Mutter 1855 , der Vater , Graf Bassewitz-Schlitz , im Juli 1861 . Beide wurden auf Hohen-Demzin , einem in der Nähe von Burg Schlitz gelegenen Familiengute beigesetzt . Schon 1855 , also nach dem Tode der Gräfin , waren die Fredersdorffschen Güter , da keine direkte Nachkommenschaft da war , auf die weibliche Linie , d.h. also auf die Nachkommenschaft der Tochter der Frau von Labes übergegangen . Diese Tochter war seit 1777 an den Freiherrn Joachim Erdmann von Arnim vermählt , starb aber schon 1781 infolge ihrer zweiten Entbindung , nachdem sie dem später so berühmt gewordenen Achim von Arnim das Leben gegeben hatte . Sie hinterließ zwei Söhne : Karl Otto Ludwig von Arnim , geb . am 1. August 1779 und Karl Friedrich Joachim Ludwig von Arnim ( Achim von Arnim ) , geb . am 26. Januar 1781 . Von diesen beiden Brüdern starb der jüngere schon am 21. Januar 1831 , der ältere ( gemeinhin Pitt-Arnim geheißen ) ererbte die Fredersdorffschen Güter , nach dem , wie vorstehend schon hervorgehoben , im Jahre 1855 erfolgten Tode der Gräfin Bassewitz-Schlitz . Er ist sechs Jahre lang im Besitz der Güter geblieben , bis zu seinem am 9. Februar 1861 erfolgten Tode . Da er kinderlos verstarb , so waren seine Neffen und Nichten , die Kinder Achims von Arnim und der Bettina Brentano , die nächsten Erben . Diese Kinder , drei Söhne und drei Töchter , sind jetzt die Besitzer von Zernikow . Zernikow besitzt neben einer sehenswerten Kirche , in der sich , ebenso wie im Herrenhause , die Porträts von Fredersdorff , dem von Labesschen Ehepaar und von deren Tochter , der 1781 verstorbenen Frau von Arnim befinden , auch ein mit Geschmack und Munifizenz hergestelltes Grabgewölbe , das Frau von Labes bald nach dem Tode ihres zweiten Gemahls errichten ließ . Es trägt an seiner Front die Inschrift : » Fredersdorff ' sches Erbbegräbniß , errichtet von dessen hinterlassener Wittwe , gebornen Caroline Marie Elisabeth Daum , nachmals verehelichten v. Labes . Anno 1777 « . Darunter in goldenen Buchstaben folgende verschlungene Namenszüge : MGF ( Michael Gabriel Fredersdorff ) und CMED (