ihn liebte , so hättest Du auch denken sollen , daß ein Herz , das einem Jaromir gehört , niemals auch nur an den Vorschlag einer Verbindung mit einem Aarens glauben kann ! « » Mädchen ! « rief die Gräfin in äußerster Bestürzung . » Bist Du bei Sinnen ? Was denkst Du ? Von wem sprichst Du ? « » Mutter , magst Du mir Wahres gesagt haben oder Erdichtetes , « sagte Elisabeth ernst , nun doch wieder in ihrer Voraussetzung irre gemacht , » ich habe Dir auf Beides nur eine Antwort zu geben : vergieb mir , daß ich Dir nicht schon früher die unendliche Seligkeit meines Herzens gestand : Jaromir von Szariny liebt mich - und keine Gewalt der Erde kann mich zwingen , einem andern Mann anzugehören . « » Szariny ! - O , ich hätt ' es denken sollen - daß ein poetischer Schwärmer und Schwindler auch mein Kind bethören sollte ! « » Mutter ! « » Und der Graf warb um Deine Hand ! « » Er gestand mir seine Liebe . « - » Und Du ? - » Was ich ihm erwiderte , weiß ich nicht , nur daß ich ihm bewieß , ich fühle wie er - meine Seligkeit überwältigte mich . « » Und er warb um Deine Hand ? « Elisabeth schwieg . » Er warb bei Dir um Deine Hand ? » Mutter , wir lebten selige Stunden im Genuß der Gegenwart . « » Ich weiß nicht , ob ich staunen , zürnen oder weinen soll - Du hast eine Liebesverbindung im Geheimen mit einem Abenteuerer eingegangen - ohne daß er von Dir oder Deinen Eltern Deine Hand begehrt und zugesagt erhalten hätte ? « » Ich kenne ihn besser als Alle . « » Hat er Dir erzählt , wie viel Frauen er schon vor Dir betrogen ? « » Mutter ! « » Bist Du kindisch genug zu glauben , Du wärest die erste Liebe eines solchen Menschen ? « » Darnach habe ich nicht zu fragen . « » Und wenn er frühere Verhältnisse leichtsinnig knüpfte und löste ? « » So hatten ihm die Herzen , die er fand , nicht genügt - und er durfte sie brechen - für ein armes Mädchenherz ist es schon Glück , um einen Jaromir zu verbluten . « » Welche widerliche Schwärmerei - und dies beneidenswerthe Loos will mein verblendetes Kind sich schaffen ! « Elisabeth brach in Thränen aus und sank erschöpft in das Sopha , weinend sagte sie : » es ist umsonst - wir verstehen einander nicht . Du weißt nicht , wie man liebt - Du hast es niemals gewußt , oder doch vergessen - ich liebe Jaromir - und ich bin stolz genug , es Dir zu wiederholen , daß ich seine Liebe besitze - weiter habe ich Nichts zu sagen - durch dies Geständniß ist schon Alles bestimmt , wie ich handeln werde . « » Ich werde Deinen Vater von Deinem Geständniß benachrichtigen . « » Thue es - vielleicht ist er mir ein milder Richter und ein gütiger Vater wie immer . « Die Gräfin öffnete die Thüre , um hinaus zu gehen . Plötzlich blieb sie zwischen der Thüre stehen und starrte streng vor sich aus . » In der That , Herr Graf , « sagte sie im Tone strafenden Erstaunens . Jaromir von Szariny verneigte sich ehrerbietig und ohne Bestürzung . » Sie verzeihen , « sagte die Gräfin sehr kalt und stolz , » daß ich frage , was Sie in diesen Theil des Schlosses führt ? « » Ich wollte um die Gunst einer Unterredung mit Ihnen bitten - man sagte mir , daß Sie Sich in das Zimmer der Gräfin Elisabeth begaben - aber , « fügte er sich unterbrechend schnell hinzu , » kann ich die Ehre haben , Sie auf Ihr Zimmer zu begleiten , wo ich mich entschuldigen will ? « Elisabeth , als sie diese Stimme hörte , eilte zur Thüre und sagte : » Treten Sie ein , Graf . « Sie wollte hinzufügen , daß sie kein Geheimniß vor ihrer Mutter habe , aber mit stolzer Scheu hielt sie plötzlich das Wort zurück : » die Zimmer sind ja gleich und das nächste wohl das beste , « setzte sie erzwungen leicht hinzu . Die Gräfin nahm stumm auf dem Sopha Platz und sah ihn nun mit durchbohrenden Blicken an , als wollte sie sagen : erklären sie mir endlich , mein Herr ! » So hab ' ich es gewollt , « sagte Jaromir , » ich hoffte , Elisabeth bei Ihnen zu finden , gnädige Gräfin , als ich vorhin kam , um endlich mein volles Herz auch vor Ihnen zu entlasten - es war nicht so - ich durfte hoffen , Sie hier zu finden , ich eile hierher , und im Augenblick , wo ich die Thüre öffnen will , um zu der großen Kühnheit meiner Bitte auch diese kleinere zu fügen - treten Sie mir entgegen - aber Ihre Tochter ist neben Ihnen ! Das giebt mir meinen Muth wieder - nicht ich allein wollte vor Sie hintreten und um Ihr schönstes Kleinod Sie bitten - nur neben Elisabeth finde ich den Muth , Ihnen zu sagen : Segnen Sie mit Ihrem mütterlichen Seegen unsre Liebe . « Er hatte die Hand der bestürzten Gräfin gefaßt und küßte sie . Elisabeth sank zu ihren Füßen und richtete die überströmenden Augen mit flehenden Blicken zu ihr empor . Die Gräfin erhob sich kalt - Elisabeth sprang rasch von ihren Knieen empor , schmiegte sich , als wollte sie gleichsam im Liebestrotz ihres stolzen Herzens dem Geliebten eine Genugthuung geben , innig an ihn und verbarg von der Mutter abgewendet ihre weinenden Augen an seiner Brust . Die Gräfin sagte mit frostiger Höflichkeit : » Herr Graf , Sie verzeihen , Ihr Antrag selbst wie seine Art und