sehr wenige Pallasianer wohnten ; wer dort am Tage zu finden war , pflegte sich mehr mit den anderen Sternen des Himmels zu beschäftigen ; man pflegte bei den auf der Außenseite des Pallas Lebenden immer sehr viele Anregungen zu finden - besonders solche , die auch für die weitere Ausbildung des Sterns Pallas verwertet werden konnten . Um auf die Außenseite zu gelangen , konnte man nur ein paar schmale enge Tunnels benutzen , die sich nur mit Magnetschlitten befahren ließen - wenn man nicht über den Nord- oder Südtrichterrand springend und fliegend ans Ziel kommen wollte . Peka benutzte einen Magnetschlitten , der nicht sehr schnell durch einen spärlich beleuchteten , engen und niedrigen Tunnel fuhr ; die Magnetsteine der Endstation wurden elektrisch auf der Anfangsstation gestellt - und umgekehrt - und die Schlitten , die sich auf spiegelglatter gradliniger Bahn ganz leicht bewegten , standen auf allen Stationen in großer Anzahl da . Auf der Endstation breitete Peka seine Flügel aus und stieß dabei mit dem Saugfuß auf den Boden mehrmals auf und kam so in die offene Grotte des Biba , der mit seinen Teleskopaugen die grünen Sterne im violetten Himmel betrachtete . Biba freute sich , als ihn der Peka begrüßte . Und die Beiden sprachen gleich über Lesabéndios Nordtrichterturm . » Lesabéndio « , sagte der Biba , » hat mich noch gestern auf einen Asteroïd aufmerksam gemacht , der ein Doppelstern ist . Sieh ihn Dir da drüben an ; er ist heute schon ziemlich nahe der Pallasbahn - oben ist ein innerlich leuchtender Trichter und unten ein Kugelstern , dessen Pole rechts und links sind ; der Kugelstern dreht sich mit erheblicher Geschwindigkeit . Möglich ist es nun , daß auf der Außenseite des Trichters Wesen leben , die von der Existenz der Kugel unten gar keine Ahnung haben , denn die Trichteröffnung ist viel größer als die Kugel unten . Da das Innere des Trichters glüht , während das Äußere ganz dunkel und runzelig ist , so ist es mehr als wahrscheinlich , daß kein Bewohner durch die Trichterwand durchkommt . Und der untere Trichterrand ist nach oben aufgeklappt , sodaß da keiner rüberkommen wird . Kurzum : etwas Ähnliches kann bei uns auf dem Pallas auch vorhanden sein , denn unsre Spinngewebewolke ist doch etwas allzu merkwürdig . « » Du meinst also « , versetzte Peka , der seine Teleskopaugen sehr anstrengte , » der Pallas hätte auch noch oben einen Kugelstern ? « » Warum « , fuhr da der Biba fort , » sollen wir grade einen Kugelstern über uns haben ? Wie viele komplizierte Sternsysteme haben wir schon beobachtet ! Stell Dir doch nur vor , lieber Peka , daß wir über zehntausend Asteroïden entdeckt haben , die mit dem Pallas zusammen unsre Centralsonne umkreisen . Und mehr als die Hälfte von allen diesen Asteroïden bestehen immer aus mehreren Sternen . Da drüben links von der großen Sonne , die auch unsre Centralsonne umkreist und mit gradezu unheimlicher Fixigkeit sich um sich selbst dreht - siehst Du einen kleinen Asteroïd , der aus sieben Sternen besteht , die sich um einen Kreisring drehen , der in der Mitte sich auch dreht . Dieser achtteilige Asteroïd ist vor vierzehn Tagen ein Mond jener großen Drehsonne geworden . Wir können vielleicht ebenfalls mal ein Mond jener Sonne , die die Erdbewohner Jupiter nennen , werden ; sie zog schon mehrere Asteroïden in ihre Bahn hinein . Es ist überhaupt zu befürchten , daß die meisten Asteroïden in die Bahnen der anderen Sonnentrabanten hineingezogen werden . Selbst die Erde zieht uns zuweilen an . « » Was könnte denn « , fragte nun der Peka neugierig , » über unserem Nordtrichter sein ? Hast Du nicht eine Vermutung ? « » Es können « , sagte Biba , » ein paar hundert Meteoriten hoch über unsrem Nordtrichter herumkreisen - vielleicht in Bahnen , die nicht einmal einen Durchmesser von fünfzig Meilen haben . Wir wissen ja , daß die Meteoriten überall im Raume zu finden sind ; Hunderte von Asteroïden sind scheinbar ganz unlöslich mit sehr vielen Meteoriten verbunden . Die Anzahl dieser Meteoriten können wir fast niemals feststellen ; so gut sind unsre guten Augen denn doch nicht - denn es gibt Meteoriten von fünf Meter Durchmesser - das wissen wir . Ob es nicht noch kleinere Meteoriten gibt , wissen wir nicht . Aber - wie gesagt - über unsrer Spinngewebewolke ist schlechterdings Alles möglich . Und deshalb ist Lesabéndios Plan , mit einem Turm von hundert Meilen Höhe ... « » Verzeih mal « , rief nun der Peka heftig , » vom Rande unsres Nordtrichters bis zum Rande unsres Südtrichters sind vierzig Meilen . Wenn wir nun hundert Meilen hoch bauen , so kann doch unser ganzer Stern ... « » Was dann kommt « , versetzte lachend der Biba , » wenn der Turm gebaut ist , das wissen wir nicht - das werden wir aber wissen , wenn wir ihn gebaut haben . Übrigens : sollte uns die Sache schädlich sein , so werden wir schon durch die Verhältnisse gezwungen werden , den Bau unvollendet zu lassen . Jedenfalls wäre aber doch eine solche Kappe , selbst wenn sie nur drei Meilen hoch gebracht würde , eine köstliche Bereicherung und Krönung unsres Sterns . Ich verstehe nicht , warum wir nicht auf Lesabéndios Plan eingehen sollen . « » Dann müßten doch « , erwiderte Peka , während er seinen Kopf traurig nach vorn überfallen ließ , » alle anderen , rein künstlerischen Pläne in die Ecke geworfen werden . « » Nein « , sagte Biba , » es wäre doch möglich , daß sich der große Turm sehr schnell aufbauen ließe . Man kann noch nicht wissen , wie viel Kaddimohnstahl der Dex in den nächsten Tagen entdeckt . Und dann : Lesabéndio ist eine Persönlichkeit , die niemals müde wird , weil sie allen Nebenausschweifungen aus dem Wege gehen kann