fast ausgestorben . Die Leute und die Thiere waren auf dem Felde . In dem Pferdestall standen nur die vier schwerfälligen Braunen des Barons , die vor lieber langer Weile mit den eisernen Ketten ihrer Halfter ein melancholisches Quartett ausführten . Vor der Thür des Stalles saß der schweigsame Kutscher und starrte in den blauen Himmel , da er , wenn er seine Pferde gefüttert , auf Erden weiter nichts zu thun hatte . Um seine Füße strich spinnend ein großer schwarzer Kater , der ihn , als sein spiritus familiaris , überall hin begleitete und selbst auf dem Bocke zwischen seinen Füßen unter dem Schurzfell saß . In dem Kuhstall fanden sie nur eine Kuh , die ihr heute geborenes Kälbchen durch fleißiges Lecken in eine Verfassung zu bringen suchte , wie sie dem Ehrgeize einer respectablen Kuhmutter , die etwas auf sich und die Ihrigen hält , wünschenswerth scheinen mag . Auf dem Dünger vor dem Stalle scharrten die Hühner , unbekümmert um den Streit zweier junger Hähne , die über einen unglücklichen kleinen Käfer , der auf dem Rücken liegend in ruhiger Ergebung sein Schicksal erwartete , in Unfrieden gerathen waren . Ein alter Hahn , welcher der Vater der beiden feindlichen Brüder sein mochte , war auf die Wagendeichsel geflogen und krähte einmal über das andere , entweder aus Freude über den ritterlichen Sinn seiner Sprossen , oder um eine Wolke zu signalisiren , die eben über das Scheunendach heraufkam . Auf dem einen Ende des Daches saß eine Störchin auf ihrem Nest . Der Storch kam eben herbeigeflogen und brachte die Beute seiner Jagd , eine kleine Schlange , mit nach Hause . Die Störchin klapperte bei diesem Anblick vor Vergnügen ; der Storch , im Bewußtsein erfüllter Pflicht , blieb ihr die Antwort nicht schuldig . Von dem kleinen Teiche neben dem Pferdestalle hatten die Enten unter dem Vortritt eines vielerfahrenen Enterichs einen Reihenmarsch quer über den Hof begonnen , da sich ein ziemlich gut verbürgtes Gerücht unter ihnen verbreitet hatte , es sei hinter der einen Scheune ein Sack Korn aufgegangen . Oswald hatte mit vielem Vergnügen das Stillleben eines ländlichen Hofes an einem warmen Sommernachmittag betrachtet ; Bruno den schweigsamen Kutscher über die beiden einzigen Themata , bei denen man es mit einiger Aussicht auf Erfolg konnte , über seine Pferde und seinen Kater , in eine Unterhaltung zu verwickeln gesucht ; Malte sich unterdessen gelangweilt , da er überhaupt nur sehr wenigen Dingen Geschmack abgewinnen konnte , und zu diesen Dingen Enten und Hühner , wenigstens so lange sie im Licht der Sonne wandelten , sicherlich nicht gehörten . Er drang deshalb darauf , dem Spaziergang fortzusetzen , und so gingen sie denn von dem Hofe durch das Dörfchen jämmerlicher kleiner Kathen , um auf das Feld zu gelangen . In einiger Entfernung vor ihnen auf dem mit Weiden besetzten Wege schien ein Knecht seinen Wagen im Graben umgeworfen oder festgefahren zu haben . Die Pferde standen quer über den Weg und er zerrte an ihnen herum und fluchte und schimpfte , wie das Leute seines Schlages bei solchen Gelegenheiten zu thun pflegen . Zuletzt schien dem Manne die geringe Geduld , die ihm die Natur verliehen und der wahrscheinlich reichlich genossene Schnaps noch übrig gelassen hatte , vollends auszugehen . Er faßte das eine der Vorderpferde in den Zügel und trat und stieß es unbarmherzig mit seinen plumpen Füßen . Oswald wurde auf das Alles eigentlich erst aufmerksam , als Bruno mit dem Ausrufe : der Barbar , der Unmensch ! wie ein Pfeil von ihm fort auf den Wagen zueilte . Im Nu hatte er denselben erreicht und befahl dem Knecht mit einer mehr vor Zorn , als von der Aufregung des eiligen Laufes bebenden Stimme , seine Mißhandlungen einzustellen . Ich weiß , was ich zu thun habe ! rief der Knecht und trat das Pferd , das sich vor Angst immer mehr in den Strängen verwickelte , von Neuem . Im Augenblick läßt Du das Thier , oder - Oho ! rief der Knecht , oder was ? Oder ich stoße Dir mein Messer in den Leib ! - Der Mann taumelte ein paar Schritte zurück und starrte Bruno voll Entsetzen an . Es war nicht Furcht vor dem Messer , das der Knabe in seiner erhobenen Rechten hielt - denn der Knecht war ein großer starker Mann , der seinen Gegner mit einem Schlage seiner schweren Faust hätte zu Boden schmettern können und er war überdieß betrunken - es war Furcht vor dem Dämon , der aus Bruno ' s dunklen Augen blitzte , Furcht vor der gewaltigen Leidenschaft , die dem Knaben das Blut aus den Wangen zum Herzen trieb und seine Nasenflügel um die feinen Lippen zucken machte . Das Thier ist immer so tückisch , stammelte der Mann wie zur Entschuldigung . Aber Bruno würdigte ihn keiner Antwort . Mit hastigen Händen und geschickt , als ob er im Leben nur mit Pferden umgegangen wäre , löste er die Stränge , in denen sich das Thier verwickelt hatte , wobei ihm Oswald , der jetzt herbeigekommen war , eine mehr wegen ihrer guten Absicht löbliche , als durch praktischen Erfolg ausgezeichnete Hülfe leistete . Dann sprang der Knabe nach dem Graben , schöpfte seinen mit Wachsleinen überzogenen Strohhut voll Wasser und wusch dem Pferde die Wunden an den mißhandelten Beinen . In diesem Augenblicke setzte ein Reiter aus den Weiden an der Seite über den Graben auf den Weg . Es war der Inspector Wrampe , der die Scene von fern gesehen hatte und im Galopp über die Felder herbeigeritten war . Nun komm ' ich , sagte der Dachdecker und fiel vom Dach ! Was ist denn das für ' ne Wirthschaft ! Warum fährst Du durch den Graben , wenn Du zehn Schritte davon über die Brücke fahren kannst . Und die braune Lise maltraitirt - er sagte aber : maltraisirt - ich will Dir Deine Faulheit eintränken , Du Himmeltausendsappermenter