für Dich keine Gegend mehr , nicht ? « » Nun gut . Also da kam aus dem letzten Häuschen , wissen Sie , links , wo die großen Kastanienbäume vor der Thüre stehen - « » Schon gut . « » kam eine junge Dame heraus , mit einer Gießkanne in der Hand . Aber sie mußte wohl kein Wasser drin haben , denn sie drehte sich wieder um und rief in ' s Haus hinein : Linchen , Linchen ! - Schön , dachte ich bei mir , jetzt wirst du was zu sehen kriegen . Und richtig . Ein allerliebstes Kind . « » Wie sah denn die Dame aus ? « » Ja , danach habe ich nicht gesehen . Aber Linchen - « » War noch eine andere Dame dabei ? « » Ja , eine alte , wahrscheinlich die Mutter der jungen . « » Wahrscheinlich ? woraus schließt Du das ? « » Nun , sie nannte sie liebes Kind und Lydia . Es mag wohl ihr Vorname gewesen sein - ein kurioser Vorname - aber das - « » Ich glaube , es hat geschellt ; sieh ' einmal nach , Carl . - Ist es der Herr von vorhin , so wird er mir angenehm sein . - Noch Eins . Besorge zwei Flaschen Rothwein und drei Gläser . « » Sie wollen sagen : zwei Gläser . « » Thue , was ich Dir befohlen ; und schnell . « Ein Paar Sekunden später trat Berger ein . Landsfeld sprang vom Sopha auf und ging ihm einige Schritte entgegen . » Ich habe bedauert , « sagte er mit freundlicher Urbanität im Ton und Wesen , » daß Sie mich schon einmal vergeblich aufgesucht . Darf ich fragen , was mir die Ehre Ihres Besuchs verschafft ? « Hätte die geringste Andeutung von Spott oder Ironie im Tone des Barons gelegen , so würde dieß absichtliche Ignoriren des heutigen Vorfalls ein Grund mehr für Berger gewesen sein , auf den frühern Geliebten Alicens erbittert zu sein . Als er diesen daher mit ruhiger , unbefangener Höflichkeit sich entgegen treten sah , wußte er Anfangs nicht sogleich die rechten Worte zu finden und gerieth fast in Verlegenheit . - Der Baron konnte sich eines Lächelns nicht erwehren , welches durch die Leichtigkeit dieses neuen Triumphs seiner Geistessuperiorität unwillkührlich hervorgelockt wurde . Berger bemerkte es und erlangte dadurch seine verlorene Fassung wieder . Mit ernstem Ton wandte er sich an den Baron : » Mein Herr , Sie haben heute Morgen mich und noch mehr die Dame , deren Begleiter zu sein ich die Ehre hatte , beleidigt - « Landsfeld verbeugte sich schweigend . » Ich habe kein Recht , nach dem Grunde dieses Betragens zu fragen , obwohl ich gestehen muß , daß es mir um so auffallender war , als ich mich nicht erinnere , jemals das Vergnügen Ihrer Bekanntschaft gehabt zu haben . « » Da bin ich glücklicher gewesen . Denn ich bin der festen Ueberzeugung , daß ich , obwohl unbewußt , schon lange der Ehre theilhaftig war , von Ihnen gekannt zu sein . « Berger erröthete . » Ich irre wohl nicht , wenn ich bei Ihnen die Absicht , zu beleidigen , voraussetze ? « Landsfeld verbeugte sich abermals , als ob ihm eben die größte Schmeichelei gesagt worden . » Sie sind bereit , mir Genugthuung zu geben ? « Abermalige Verbeugung . » Bestimmen Sie gefälligst die Waffen . « » Erlauben Sie mir eine scheinbar indiskrete , aber , wie ich Sie auf mein Ehrenwort versichere , in der wohlmeinendsten Absicht gestellte Frage . - Sind Sie auf Säbel eingeschlagen ? « » Nein , - weshalb ? « » So wollen wir Pistolen wählen . « » Herr Baron , ich hoffe , daß Sie mit neuen Beleidigungen bis nach Tilgung der ersten warten werden Was soll diese Schonung und Großmuth bedeuten ? « » Mein lieber Herr « - sprach der Baron mit herzlichem Ton - » Sie irren sich in mir . Ich will Ihnen die Gründe sagen , weshalb ich Pistolen vorziehe . Der Säbel ist meine Lieblingswaffe . Wählte ich ihn , so würden Sie den Mangel an Kunst in der Führung durch die Methode zu ersetzen suchen , die man Naturalisiren zu nennen pflegt . Sie würden blind darauf los schlagen . Unter solchen Umständen ist Hundert gegen Eins zu wetten , daß Einer von uns lebensgefährlich verwundet wird . « » Glauben Sie denn , daß wir ein Possenspiel aufführen wollen ? « » Das nicht . Aber ich bekenne Ihnen aufrichtig , daß ich weder Lust habe , einen Stich in den Leib zu bekommen , noch Ihnen einen ähnlichen Liebesdienst zu erweisen . « Das Gespräch wurde durch das Eintreten des Dieners unterbrochen , der seinem Herrn einige Worte leise ins Ohr flüsterte . » Gut . « - sagte der Baron - » Ich lasse bitten , im Vorzimmer einige Augenblicke zu verziehen . - Sieh ' zu , Carl , « fügte er leiser hinzu - » daß dieser Herr nichts bemerkt . Wenn er fort ist , werde ich rufen . « » Ich muß gestehen « - sagte Berger zum Baron - » daß Sie eine eigenthümliche Anschauung dieser Angelegenheit haben . Weshalb schlagen wir uns denn ? « » Das frage ich Sie . Ich sehe keinen Grund dazu . Aber da Sie behaupten , von mir beleidigt zu sein , so bin ich bereit , Ihnen das Vergnügen zu machen , vorausgesetzt , daß wir es Beide nicht mit zu großen Opfern bezahlen . « » Sie sind ein merkwürdiger Mensch « - bemerkte Berger , der nicht wußte , was er dazu sagen sollte , da er sich vergeblich Mühe gegeben hatte , der Sache ein feierliches Ansehen zu geben , und sein ganzes Vorhaben jetzt fast lächerlich fand . Am liebsten wäre er