werden würde , indem ein melancholischer Narr die possirlichste Person in einem Possenspiele abgäbe . - Die andere Puppe stößt Flüche aus , lästert sogar in Verzweiflung auf den Direktor , wobei den Zuschauern vor Lachen die Thränen aus den Augen stürzen . Zulezt faßt sie aber doch noch Hoffnung die Dame wiederzufinden , und beschließt wenigstens das ganze Theater zu durchsuchen . Der Hanswurst begleitet sie . Im dritten Akte erscheint die Kolombine wieder , und thut sehr schön mit der andern Brudermarionette , sie singen auch ein zärtliches Duett mit einander , und wechseln sodann die Ringe , worauf ein alter geschäftiger Pantalon mit Musikanten ankommt , die viel lustige Musik abspielen , wobei man nur allein die Töne nicht hört , was auf die Zuschauer einen sonderbaren Eindruck macht . Zulezt wird bei der stummen Musik getanzt , und der Pantalon macht recht gute Bemerkungen über sein musikalisches Gehör , vertheidigt auch das Mährchen , daß die Töne am Nordpole gefrören , und nur im warmen Süden wieder aufthaueten und hörbar würden . Das Alles ist so sonderbar , daß man schlechterdings nicht weiß , ob man ' s ernsthaft oder lustig nehmen soll ; einige gescheute Leute unter den Zuschauern halten ' s gar für toll . Als jene beiden ersten endlich zu Bette gegangen sind , kommt der Hanswurst mit dem andern Bruder wieder . Dieser spricht , wie er weite Reisen von einem Pole zum andern gemacht , und doch die Kolombine nicht gefunden , weshalb er verzweifeln und sich ums Leben bringen wollte . Der Hanswurst öffnet eine Klappe an der Brust der Marionette und findet wirklich jezt zu seinem Erstaunen ein Herz darin , worüber er besorgt wird und in der Angst mehrere gescheute Ideen bekommt , z.B. daß Alles in dem Leben , sowohl der Schmerz wie die Freude , nur Erscheinung sei , wobei nur blos das ein böser Punkt , daß die Erscheinung selbst nie zur Erscheinung käme , weshalb die Marionetten es denn auch niemals ahneten , daß man sie zum Besten hätte und blos zum Zeitvertreibe mit ihnen spielte , sondern sich vielmehr sehr ernsthafte und bedeutende Personen dünkten . - Er will ihm darauf das Wesen einer Marionette selbst begreiflich machen , konfundirt sich aber beständig dabei , und steht nach einer langen sehr drolligen Rede wieder am Ende da , wo er anfing . - Nun lachte er in der Stille hämisch ins Fäustchen und geht ab . - Im vierten Akte treffen die beiden Brüder zusammen , und indem der mit dem Herzen redet , werden plötzlich die stummen Töne aus dem vorigen Akte hörbar , und begleiten die Worte , worüber der Bruder ohne Herz ganz konfus wird . Arlequin kommt nun auch dazu und spottet über die Liebe , weil sie keine heroische Empfindung sei , und nicht für das allgemeine Beste benuzt werden könne . Er fordert auch den Direktor auf , sie für die Folge ganz abzuschaffen , und reine moralische Gefühle bei seiner Truppe einzuführen . Zulezt dringt er auf eine Revision des Menschengeschlechts und auf einige höchstnöthige Weltreparaturen ; besteht auch sehr trozig darauf zu wissen , weshalb er den Narren eines ihm unbekannten Publikums abgeben müsse . Nun wird eine tragische Situation sehr schlecht ausgeführt . Die schöne Kolombine erscheint nemlich , und als der Bruder ohne Herz sie dem andern als seine Gemahlin vorstellt , fällt dieser ohne ein Wort zu sagen , höchst ungeschickt , mit dem hölzernen Kopfe auf einen Stein . Jene beiden laufen fort , um Hilfe zu senden ; der Hanswurst aber hebt ihn auf und indem er ihm die blutige Stirn abwischt , bittet er ihn ganz gelassen , daß , weil es keine Dinge an sich gäbe , er sich den Stein , so wie die ganze Geschichte lieber aus dem Kopfe schlagen möge . Auch lobt er den Direktor , daß er das griechische Fatum abgeschaft und dafür eine moralische Theaterordnung eingeführt habe , nach der Alles zulezt sich gut auflösen müsse . Der lezte Akt ist nun gar zum Todtlachen . Erst werden alberne Walzer gespielt , um die Gemüther zu besänftigen ; dann erscheint die Marionette mit dem Herzen , und beweiset der Kolombine durch Syllogismen und Sophismen , daß der Direktor die Puppen vertauscht , und sie , in einem Irrthume , seinem Bruder zur Gemahlin gegeben , da sie doch dem komischen Ausgange des Stücks gemäß , ihm selbst gehöre . Die Kolombine scheint ihm zu glauben , will aber doch aus Moralität und Achtung gegen den Marionettendirektor es nicht gehabt haben , worauf er in Verzweiflung geräth und kurze Anstalt sie zu entführen macht . Sie stößt ihn verächtlich zurück , da gebehrdet er sich wie ein Rasender , rennt die hölzerne Stirn gegen die Wand , und wendet die Assonanz in U an . Zulezt stürzt er fort , und schleudert nur noch den schönen Pagen aus dem zweiten Akte , der eben schlaftrunken , im Nachtkleide , vorübergehen will , in das Zimmer , das er hinter sich zuschließt . Nach einer kurzen Pause erscheint er wieder mit der Bruder-Marionette , die einen gezogenen Degen in der Hand hält , und nach einer kurzen steifen Tirade , erst den Pagen , dann die Kolombine und endlich sich selbst niederstößt . Der Bruder steht ganz stier und dumm unter den drei hölzernen Puppen , die rings umher auf der Erde liegen ; dann greift er , ohne ein Wort weiter zu sagen , ebenfalls nach dem Degen , um auch sich selbst , zu guter lezt , hinterherzusenden ; doch in diesem Augenblicke reißt der Drath , den der Direktor zu starr anzieht , und der Arm kann den Stoß nicht vollführen und hängt unbeweglich nieder ; zugleich spricht es wie eine fremde Stimme aus dem Munde der Puppe und ruft : Du sollst ewig leben ! - Nun erscheint der Hanswurst wieder um ihn zu besänftigen und zu trösten , führt